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Exklusive Umfrage: Jeder Sechste setzt sich für Sex über das Kontaktverbot hinweg

Bist du auf einer Dating-Plattform angemeldet? Würdest du für Sex das Kontaktverbot brechen? Schaust du in Corona-Zeiten mehr Pornos? Diese und mehr Fragen haben wir 1003 Menschen zwischen 16 und 34 Jahren gestellt.

Junges Paar küsst sich mit Masken

Liebe und Sex zu Zeiten von Corona – 15 Prozent der Befragten würden sich für Sex über das Kontaktverbot hinwegsetzen

Diejenigen von uns, die in dieser Zeit nicht etwa mit einem Partner oder einer Partnerin, sondern alleine zu Hause eingeschlossen sind, dürften sich wohl größtenteils einig sein: Es fehlt körperliche Nähe. Doch ist es in Ordnung, sich für Sex über das Kontaktverbot hinwegzusetzen? Schließlich dürfte es schwierig sein, beim Geschlechtsverkehr die vorgeschriebenen 1,5 Meter Mindestabstand einzuhalten. Diese und andere Fragen haben wir den Jungs und Mädels von "Jugend gegen Aids" gestellt, die sie wiederum über das Umfragetool Appinio an 1003 Personen in Deutschland im Alter zwischen 16 und 34 weitergeleitet haben. Und während einige Erkenntnisse, wie erhöhter Pornokonsum zu Corona-Zeiten, irgendwie vorhersehbar waren, kommen andere doch überraschend.

Nur 15 Prozent aller Singles benutzen immer Kondome

So sind ein Viertel aller Befragten derzeit bei einer Datingplattform angemeldet, diese hatten ja bereits erhöhte Nutzerraten während des Lockdowns vermeldet, doch ein Drittel der Nutzer macht sich trotz wechselnder Sexualpartner keine Gedanken um ein Kondom. Überhaupt gab jeder zehnte Befragte an, beim letzten Geschlechtsverkehr nicht verhütet zu haben, unter den 25–34-Jährigen sogar jeder fünfte. Ein Viertel aller befragten Singles gestand, generell keine Kondome zu nutzen und lediglich 15 Prozent der befragten Singles gaben zu Buche, immer Kondome zu benutzen.

"Jugend gegen Aids" überraschen diese Zahlen nicht: "Das bestätigt uns darin, auch weiterhin in unseren Schulworkshops […] das Kondom – als einzig wirksamen Schutz vor vielen sexuell übertragbaren Krankheiten – prominent zu platzieren", so Sprecher Roman Malessa. Erst kürzlich brachte der in Hamburg ansässige Verein ein Aufklärungsbuch unter dem Titel "FAQ You" heraus, das junge Menschen umfangreich aufklären soll.

40 Prozent aller 16–20-Jährigen hatten noch nie Sex

Immerhin: "Nur" 15 Prozent aller Befragten finden es in der derzeitigen Situation okay, sich für Sex über das Kontaktverbot hinwegzusetzen. Und eine weitere Überraschung: Ganze 40 Prozent aller Befragten zwischen 16 und 20, also fast die Hälfte, gaben an, noch nie Sex gehabt zu haben. Roman Malessa von "Jugend gegen Aids" sagt: "Unserer Meinung nach wird die sexuelle Aktivität und das Wissen über Sex und Sexualität (der jungen Generation) häufig massiv überschätzt."

"So schlimm wie jetzt war es noch nie": Sexarbeit in der Corona-Krise

Eine Sparte, die sich in dieser Zeit nicht über zu wenig Nachfrage beschweren dürfte, ist die Pornoindustrie. Ein Sechstel aller Befragten gab an, derzeit deutlich mehr Pornos zu konsumieren als sonst. Insbesondere Männer scheinen momentan wesentlich häufiger zum Laptop zu greifen. Im Allgemeinen gaben mehr als ein Drittel der Befragten an, wöchentlich oder sogar täglich pornografische Inhalte zu schauen. Und: Keinen Sex zu haben, bedeutet nicht, daran nicht interessiert zu sein. Über ein Viertel der Befragten, die noch nie Sex hatten, gaben an, sogar mehrmals täglich Pornos zu konsumieren.

Überraschend: Die Hälfte aller befragten Frauen will noch nie einen Porno gesehen haben. Dafür sollen Frauen laut Roman Malessa im Allgemeinen offener mit ihrer Sexualität umgehen: "Unserer Erfahrung nach tauschen sich junge Frauen häufiger und offener mit ihren Freundinnen zu den Themen Liebe, Sex und Sexualität aus."


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jgs

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