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Tragische Operation: Spenderlunge soll Leben retten, doch die Empfängerin erkrankt an Krebs

Einige haben auch noch Pech im Unglück. Eine Französin litt an einer genetisch bedingten Lungenkrankheit, sie erhielt ein Spenderorgan – doch diese Lunge entwickelte einen aggressiven Tumor, an dem die Frau starb.

Zwei Jahre nach der Transplantation wurde der Tumor auf einer Röntgenaufnahme entdeckt (Symbolbild).

Zwei Jahre nach der Transplantation wurde der Tumor auf einer Röntgenaufnahme entdeckt (Symbolbild).

Getty Images

Über den tragischen Fall der unglücklichen Patientin berichtet das Fachmagazin "Lung Cancer" in der Oktoberausgabe 2018. Die 39-jährige Patientin litt an Mukoviszidose. Das ist eine genetische Erkrankung, die vor allem die Lunge und das Verdauungssystem betrifft. Sie führt zu einer Ansammlung von dickem Schleim in verschiedenen Organen – in den Atemwegen, den Nebenhöhlen, der Bauchspeicheldrüse und dem Darm.

Die Symptome der Krankheit können gelindert werden, sie kann nicht wirklich geheilt werden. Die mittlere Lebenserwartung der Patienten beträgt trotz Fortschritten in der Behandlung nur etwa 40 Jahre. Besonders gefährlich ist die Schleimbildung in der Lunge. Sie bedroht die Atmungsfunktion der Patienten. Hier kann eine Lungentransplantation Linderung verschaffen.

Gesundes Organ verpflanzt

Dieses Verfahren wurde auch bei der Patientin durchgeführt, doch zwei Jahre nach der Transplantation wurden in ihrer Brust verdächtige Flecken entdeckt. Es handelte sich um einen aggressiven Krebstumor. Die Frau starb daran. Die Entstehungsgeschichte der tödlichen Krebserkrankung hängt mit der Transplantation zusammen. Der Frau wurde nämlich kein bereits befallenes Organ eingesetzt. Zum Zeitpunkt der Transplantation war die Lunge vollkommen gesund. Und das, obwohl die 50-jährige Spenderin eine starke Raucherin war, die 30 Jahre lang täglich eine Packung Zigaretten verbrauchte.

Immunsuppression förderte den Krebs

Ausgerechnet die Medikamente, die die Abstoßungsreaktionen des Körpers gegen das fremde Organ unterdrückten, machte die Empfängerin wehrlos gegen den Krebs, schreibt "Lung Cancer". Sie wirkten wie ein Turbo für das Wachstum der Krebszellen. Die Verfasser der Studie raten nun, bei Lungentransplantationen von Spendern, die aktive Raucher waren oder die vor Kurzem mit dem Rauchen aufgehört haben, sehr vorsichtig zu sein. Da das Auftreten von Lungenkrebs beim Empfänger durch eine Immunsuppressions-Therapie ausgelöst werden kann.

Das Problem ist allerdings nicht auf Raucher und Lungenkrebs begrenzt. Krebsfälle, die nach der Organtransplantation entstehen, sind selten, kommen aber vor. Das "American Journal of Transplantation" berichtete von einem besonders schweren Fall. Vier Patienten erhielten die Organe von einem Spender – doch seine Lunge, Leber und beide Nieren waren bereits vom Krebs befallen. Zum Zeitpunkt der Operation waren Metastasen so klein, dass sie nicht entdeckt werden konnten. Drei der Empfänger konnte nicht geholfen werden.

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