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"Thunderstorm Asthma": Mysteriöse Atemnot: Tausende Australier müssen nach Gewitter ins Krankenhaus

Sie klagten über Atemnot und wählten den Notruf: Im australischen Melbourne mussten Tausende Menschen nach einem Gewitter ins Krankenhaus - vier starben. Was war die Ursache des rätselhaften Phänomens?

Eine Gewitterwolke zieht über den Himmel.

In Australien löste ein Gewitter diese Woche Tausende schwere Asthmaanfälle aus

Nach einem schweren Gewitter Anfang dieser Woche in Melbourne mussten über 8500 Menschen in Krankenhäusern behandelt werden. Das berichtet die australische Tageszeitung "The Sydney Morning Herald". Die Patienten hatten über Atemnot geklagt, viele erlitten Asthmaanfälle. Insgesamt vier Menschen starben demnach an den Folgen der Atemnot, acht weitere Patienten befänden sich derzeit noch in intensivmedizinischer Behandlung. Was war passiert?

Der Grund für die Häufung von Krankheitsfällen ist ein Phänomen, das sich "Thunderstorm Asthma" nennt. Wie genau dieses zustande kommt, ist noch nicht abschließend geklärt. Jedoch tritt es vor allem zu Zeiten auf, in denen sich viele Pollen in der Luft befinden. Starke Gewitterwinde wirbeln die Partikel durch die Luft und verteilen sie großflächig. Tritt zusätzlich Regen auf, saugen sich die Pollen mit Feuchtigkeit voll und platzen auf. So entstehen zahlreiche kleinste Allergene, die tief in die Lunge eingeatmet werden können und schwere Asthmaanfälle und Atemnot begünstigen.

"Thunderstorm Asthma": Asthma-Symptome richtig deuten

Dass nach Gewittern mehr Asthma-Notfälle auftreten, ist seit längerem bekannt, auch für Deutschland. So warnten Lungenärzte bereits im Jahr 2008 vor diesem Phänomen. Insbesondere nach Gewittern, die mit starkem Regen und Wind einhergehen, sei eine Häufung von Anfällen zu beobachten, heißt es in einer Mitteilung. Der aktuelle Fall in Melbourne ist aufgrund der Vielzahl Betroffener jedoch ungewöhnlich.

Ein Asthmaanfall macht sich durch typische Symptome bemerkbar: Betroffene entwickeln Atemnot und sind kurzatmig. Sie müssen anfallsweise husten und entwickeln ein Engegefühl in der Brust. Ein schwerer Anfall äußert sich zusätzlich durch Luftnot, eine schnelle, oberflächliche Atmung und die Unfähigkeit, lange Sätze sprechen zu können. Anfälle lassen sich meist gut mit Notfallmedikamenten behandeln. Klingen die Symptome jedoch nicht ab oder verschlechtern sich sogar, muss ein Notarzt verständigt werden. So können potenziell lebensbedrohliche Komplikationen verhindert werden.

Lungenärzte raten zu Vorsichtsmaßnahmen

Insbesondere bei Gewittern raten Lungenärzte Asthmatikern zu gewisser Vorsicht. So ist es sinnvoll, bei Unwettern in Gebäuden zu bleiben und vorsorglich die Fenster zu schließen. Auch Medikamente für den Notfall sollten vorrätig sein. Welche Präparate geeignet sind, sollte im Vorfeld mit einem Lungenfacharzt abgesprochen werden.

Weiterführende Infos rund um das Thema Asthma gibt es auf der Seite der "Lungenärzte im Netz".


Fragen, die sich jeder stellt: Was machen Enten eigentlich, wenn's gewittert?


ikr
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