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Tierstudie: Koffein stoppt Alzheimer bei Mäusen

Koffein bewahrt Mäuse vor den typischen Gedächtnisverlusten bei der Alzheimer-Krankheit. Dies konnten US-Forscher in zwei Studien zeigen. Inwieweit dies auch bei Menschen gilt, soll nun erforscht werden.

Noch gibt es keine Hinweise darauf, dass Koffein auch bei Alzheimer-Patienten eine heilende Wirkung hat - die Studien belegen dies bislang nur im Tierversuch

Noch gibt es keine Hinweise darauf, dass Koffein auch bei Alzheimer-Patienten eine heilende Wirkung hat - die Studien belegen dies bislang nur im Tierversuch

Wie Forscher um Huntington Potter aus Tampa im US-Fachmagazin "Journal of Alzheimer's Disease" berichten, beugt Koffein nicht nur den Gedächtnisverlusten bei Alzheimer vor. Den Wissenschaftlern zufolge können auch bereits bestehende Probleme mit der Erinnerungsfähigkeit mithilfe dieser Substanz rückgängig gemacht werden - zumindest bei Mäusen. Bisher gibt es jedoch keinen Beweis, ob Koffein dieselbe Wirkung auch beim Menschen hat.

In ihrer Studie untersuchten Potter und sein Team gentechnisch veränderte Mäuse, die ähnliche Gedächtnisverluste entwickeln wie Menschen mit Alzheimer. Die Dosis an Koffein, die die Mäuse mit dem Trinkwasser zu sich nahmen, entsprach fünf Tassen Kaffee am Tag. Nach zwei Monaten schnitten die Kaffee-Mäuse bei Gedächtnistests sehr viel besser ab als die Wasser-Mäuse - ihre Erinnerungsleistung entsprach der von gleichaltrigen Tieren ohne Demenz, so die Forscher.

Die Wissenschaftler testeten auch, ob Koffein bei gesunden Mäusen die Gedächtnisleistung erhöht - würde sie das nämlich, so könnte die verbesserte Gedächtnisleistung der Alzheimer-Mäuse auch auf bekannte Wirkungen von Koffein wie erhöhte Wachsamkeit zurückzuführen sein. Diejenigen Tiere, die während ihres Lebens Koffein erhielten, hatten jedoch kein besseres Gedächtnis als Mäuse, die es nicht bekamen. Die Substanz scheine den Tieren zugute zu kommen, die bereits an Alzheimer-Symptomen litten, sagt Mitautor Gary Arendash. Das Koffein verringere vermutlich die Konzentration des Abeta-Proteins, das bei Alzheimerpatienten falsch gefaltet ist und sich zu den typischen Eiweißplaques im Gehirn zusammenlagert. Nach und nach zerstören diese Ablagerungen im Gehirn Gedächtnisregionen der Betroffenen. Durch die geringere Konzentration des Abeta-Proteins entstünden auch weniger unerwünschte Ablagerungen, berichten die Wissenschaftler.

Eine portugiesische Studie hatte vor einigen Jahren gezeigt, dass Menschen mit der Alzheimer-Krankheit in den letzten 20 Jahren ihres Lebens weniger Koffein konsumiert hatten als solche, die die Krankheit nicht hatten. Bisher existieren jedoch nur vage Hinweise auf einen heilsamen Effekt von Koffein gegen Alzheimer beim Menschen. In klinischen Studien wollen die US-Forscher nun testen, ob Koffein bei Menschen mit leichten Gedächtnisverlusten oder frühen Alzheimersymptomen den Krankheitsverlauf verlangsamen oder gar stoppen kann.

DDP/DPA/DPA
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