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"Die Diagnose" als Buch: Versteinerte Schlange im Bauch - wenn Ärzte zu Detektiven werden

Bauchschmerzen, heisere Stimme oder Übelkeit: Hinter scheinbar banalen Symptomen können rätselhafte Leiden stecken. Dann ist das ganze Können der behandelnden Ärzte gefragt.

Skurriler Befund: Vor Jahrzehnten hatte ein Mann in Südamerika diese Schlange geschluckt - die dann in seinem Körper versteinerte

Skurriler Befund: Vor Jahrzehnten hatte ein Mann in Südamerika diese Schlange geschluckt - die dann in seinem Körper versteinerte

Es begann mit einem drei Jahre alten Mädchen, das seit seiner Geburt heiser war. Noch nie hatten die Eltern die richtige Stimme ihrer Tochter gehört. Ein Kinderarzt fand schließlich nach intensiver Suche die Ursache für ihr Leiden. Das war er - der erste Fall von "Die Diagnose", einer Rubrik, die seit 2013 im stern erscheint. Seitdem sind mehr als 180 rätselhafte Geschichten, die Ärzte in Praxen und Kliniken erlebt haben, gedruckt worden. Bei den stern-Lesern gehört "Die Diagnose" zu den beliebtesten Seiten im ganzen Heft.

Die besten Fälle erscheinen in dieser Woche nun als Taschenbuch im Penguin Verlag: "Die Diagnose. Wenn Ärzte zu Detektiven werden - rätselhafte Krankheiten und ihre Ursachen". Herausgeberin ist stern-Reporterin Anika Geisler, selbst Ärztin, die die Rubrik von Anfang an betreut hat. Unterstützt wurde sie von zahlreichen stern-Redakteuren und Mitarbeitern, die die akribische Spurensuche der Mediziner niederschrieben. Für das Buch wählte Geisler 80 Diagnosen aus, die ihr besonders unter die Haut gegangen sind: Ein Mann klagt über Bauchschmerzen - die Ärzte entdecken in seinem Magen schließlich eine mineralisierte Schlange. Eine junge Frau erleidet einen allergischen Schock, nachdem sie ihren Freund geküsst hat. Warum? Oder der Fall eines Amerikaners, der an extremer Atemnot leidet - am Ende kommt heraus, dass er sich mit dem Pesterreger infiziert hat, übertragen durch seinen Hund. 

Immer sind in diesen Fällen Mediziner gefordert, die sich nicht mit schnellen Erklärungen zufriedengeben. Die wie Detektive genau hingucken und beharrlich nachforschen, nachfragen - um schließlich doch den oder die Übeltäter zu überführen. Oft sind die Befunde haarsträubend: Ärzte stoßen auf einen verschluckten Ballon in der Luftröhre, einen Zahnstocher in der Leber oder aber - Ergebnis einer ziemlich dämlichen Wette - auf ein mit Bier gefülltes Kondom. Die Schicksale, von denen die Mediziner berichten, bilden einen reizvollen Kontrast zur allgemein bekannten Routine in den Praxen und Kliniken dieses Landes. Sie zeigen: Nichts ist so spannend wie die Wirklichkeit.

Mehr zu diesem Thema lesen Sie im aktuellen stern: "Detektive in Weiss: Die ungewöhnlichen Ärzte aus der stern-Rubrik 'Die Diagnose'"




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