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Versteckter Zucker: Joghurt-Experiment offenbart: Eltern mästen Kinder - oft ohne es zu wissen

Wieviel Zucker steckt in einem handelsüblichen Fruchtjoghurt? Diese einfache Frage haben Forscher Eltern gestellt. Die Antworten zeigen: Sie haben keine Ahnung.

Joghurt ist eine beliebte Zwischenmahlzeit für Kinder

Joghurt ist eine beliebte Zwischenmahlzeit für Kinder

Der Zuckergehalt in Lebensmitteln wird von vielen Eltern drastisch unterschätzt. Das zeigt auch eine Untersuchung des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung und der Universität Mannheim: Befragt nach dem Zucker in einem üblichen 250-Gramm-Fruchtjoghurt, lagen 92 Prozent der Eltern falsch. Durchschnittlich gehen sie von nur vier statt der tatsächlichen elf Zuckerwürfel in einem Becher aus.

Diese Fehleinschätzung ist nach Ansicht der Forscher ein möglicher Risikofaktor für Übergewicht bei Kindern. Je stärker die Eltern den Zuckergehalt unterschätzten, umso höher sei der Body-Maß-Index (BMI) der Kinder. Der BMI beschreibt das Verhältnis von Körpergröße zu Gewicht.

Die Experten maßen Körpergröße und Körpergewicht von 305 Kindern und ließen deren Eltern den Zuckergehalt von Lebensmitteln schätzen. Vorgestellt wurden die Ergebnisse auf dem Deutschen Zuckerreduktionsgipfel, der auf Initiative des AOK-Bundesverbands stattfand. Angesichts der starken Zunahme von Übergewicht in Deutschland forderte AOK-Vorstandschef Martin Litsch von Politik und Lebensmittelindustrie deutlich mehr Anstrengungen zur wirksamen Zuckerreduktion.

Zucker erhöht Risiko für Übergewicht und Diabetes

Bereits 18 Prozent der Elf- bis Siebzehnjährigen seien übergewichtig oder gar adipös, also fettleibig. "Wir brauchen einfach mehr Transparenz über versteckten Zucker", erklärte Litsch. Die Lebensmittelindustrie aber sträube sich seit Jahren gegen eine auch für Laien verständliche Lebensmittelkennzeichnung. 

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, täglich nicht mehr als 25 Gramm versteckten Zucker zu verzehren. Dieser Wert gilt für Erwachsene und entspricht einer Menge von sechs Teelöffeln am Tag.

Eine Frau isst Nudeln.


ikr / AFP
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