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Smarte Retter in der Not?
Smartwatches mit Sturzerkennung: Lebensretter am Handgelenk für Senioren?

Ein älterer Mensch schaut auf seine Smartwatch am Handgelenk
Zuverlässiger Begleiter – auch im Ernstfall? Smartwatches können bei Stürzen und Unfällen automatisch Hilfe rufen.
© monkeybusinessimages

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Eine moderne Smartwatch kann nach einem Sturz Hilfe rufen, auch wenn Betroffene nicht mehr reagieren. Drei Modelle zeigen, was die Technik leistet und wo ihre Grenzen liegen.

Ein falscher Schritt auf der Treppe, ein Ausrutscher im Badezimmer: Gerade für ältere Menschen kann ein Sturz gefährlich werden, wenn anschließend niemand zur Stelle ist. Laut dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) stürzen schätzungsweise 28 von 100 Menschen über 65 Jahren, die zu Hause leben, mindestens einmal im Jahr. Besonders kritisch wird es, wenn Betroffene nicht mehr selbstständig aufstehen oder Hilfe verständigen können.

Moderne Smartwatches können in solchen Situationen zusätzliche Sicherheit bieten. Mithilfe ihrer Bewegungssensoren erkennen sie charakteristische Sturzbewegungen und starten bei ausbleibender Reaktion eine Notfallfunktion. Je nach Modell werden Angehörige informiert oder direkt Rettungskräfte alarmiert. Drei Smartwatches zeigen, welche Möglichkeiten inzwischen bestehen.

Huawei Watch D3: Sturzerkennung trifft auf Smartwatch mit Gesundheitsüberwachung

Die Huawei Watch D3 verbindet ihre automatische Sturzerkennung mit umfangreichen Gesundheitsfunktionen. Besonders interessant ist die medizinisch zertifizierte Blutdruckmessung. Dafür verfügt die Uhr über ein aufblasbares Luftkissen im Armband, das ähnlich wie eine klassische Blutdruckmanschette funktioniert. Neben Einzelmessungen ermöglicht sie auch eine automatische Blutdrucküberwachung über 24 Stunden. Ergänzt wird der Funktionsumfang durch ein EKG, eine Analyse des Herzrhythmus und umfangreiche Schlafdaten.

Auch Angehörige lassen sich einbinden, über die Family-Health-Funktion können ausgewählte Gesundheitswerte geteilt werden. Doch auch als Sturz-Retter ist die Huawei-Watch aktiv: Erkennt die Uhr einen schweren Sturz, aktiviert sie laut Hersteller nach 60 Sekunden ohne Reaktion des Trägers ihre SOS-Funktion. Dabei werden allerdings vorrangig hinterlegte Notfallkontakte angerufen und über den Standort des möglicherweise verletzten Angehörigen informiert. Ein automatischer Anruf bei der Rettungsleitstelle ist damit allerdings nicht gleichzusetzen, diese Funktion gibt es bei der Watch D3 nicht. Für Anrufe benötigt die D3 außerdem immer ein gekoppeltes Smartphone in Reichweite, bei iPhones bestehen zudem Einschränkungen der SOS-Funktion.

Die Sicherheits- und Gesundheitsfunktionen im Überblick:

  • Sturzerkennung: SOS nach 60 Sekunden ohne Reaktion
  • Notfallfunktion: Anruf und Standortmeldung an hinterlegte Kontakte
  • Gesundheit: Blutdruckmessung, 24-Stunden-Profil und EKG
  • Akku: bis zu 6 Tage, bei 24-Stunden-Blutdruckmessung bis zu 1 Tag
  • Kompatibilität: Android und iOS, SOS-Funktionen bei Apple eingeschränkt
  • Preis: 449 Euro 

Apple Watch SE 3: Automatischer Notruf für iPhone-Nutzer

Auch Apples vergleichsweise günstige Apple Watch SE 3 verfügt über eine automatische Sturzerkennung. Registriert die Uhr einen schweren Sturz, macht sie zunächst durch Vibration und Warnton auf sich aufmerksam. Bleibt die betroffene Person anschließend etwa eine Minute bewegungslos, kann die Uhr automatisch den Rettungsdienst verständigen. Anschließend lassen sich auch hinterlegte Notfallkontakte samt Standort informieren.

Dazu kommen die kontinuierliche Herzfrequenzüberwachung und Warnungen bei auffälligen Pulswerten. Ein EKG oder eine klassische Blutdruckmessung fehlen allerdings. Für Senioren, die häufiger ohne Smartphone unterwegs sind, kann die Cellular-Version sinnvoll sein: Sie ermöglicht bei verfügbarer Mobilfunkverbindung einen Notruf auch ohne iPhone in unmittelbarer Nähe.

Die Sicherheits- und Gesundheitsfunktionen im Überblick:

  • Sturzerkennung: automatischer Notruf bei Reglosigkeit
  • Notfallfunktion: Rettungsdienst und Notfallkontakte
  • Mobilfunk: optional mit eigenständiger LTE-Verbindung
  • Gesundheit: Pulswarnungen und Schlafanalyse, kein EKG
  • Akku: bis zu 18 Stunden bei normaler Nutzung
  • Preis: 242 Euro

Google Pixel Watch 5: Zusätzliche Smartwatch-Notfallfunktionen für Android

Für Android-Nutzer bietet die Google Pixel Watch 5 eine vergleichbare Sturzerkennung. Erkennt die Uhr einen schweren Sturz, fragt sie zunächst nach, ob Hilfe benötigt wird. Bleibt eine Reaktion aus, kann automatisch der Rettungsdienst verständigt werden. Auch der aktuelle Standort lässt sich übermitteln. Mit der LTE-Version funktioniert der Notruf bei bestehender Mobilfunkverbindung unabhängig vom Smartphone, ansonsten muss ein Telefon verbunden sein. 

Interessant sind außerdem zwei zusätzliche Sicherheitsfunktionen: Die Pixel Watch kann unter bestimmten Voraussetzungen einen Pulsverlust oder einen anhaltenden, gefährlichen Abfall der Sauerstoffsättigung erkennen. Reagiert der Träger nicht auf die Warnungen, kann auch hier automatisch ein Notruf ausgelöst werden. Die Funktionen müssen allerdings zuvor eingerichtet werden, zudem wird nicht jeder medizinische Notfall auch wirklich erkannt.

Die Sicherheits- und Gesundheitsfunktionen im Überblick:

  • Sturzerkennung: automatische Alarmierung des Rettungsdienstes
  • Notfallfunktionen: Pulsverlust- und Atemnotfall-Erkennung
  • Standort: Übermittlung an Rettungskräfte und Kontakte
  • Mobilfunk: LTE-Version unabhängig vom Smartphone
  • Akku: bis zu 40 Stunden (modellabhängig)
  • Preis: 479 Euro

Fazit: Smartwatches als echte Lebensretter? 

Klar ist: Smartwatches mit Sturzerkennung können im Ernstfall durchaus wertvolle Zeit sparen. Für iPhone-Nutzer bietet dabei die Apple Watch SE 3 einen vergleichsweise günstigen Einstieg. Die Google Pixel Watch 5 ergänzt die automatische Alarmierung um weitere Sicherheitsfunktionen. Die Huawei Watch D3 überzeugt dagegen vor allem durch die zusätzliche Blutdrucküberwachung und die Einbindung von Angehörigen. Wer aber eine direkte automatische Alarmierung des Rettungsdienstes erwartet, sollte die unterschiedlichen SOS-Abläufe unbedingt beachten.

Eine Garantie im Notfall bieten die Uhren allerdings nicht. Nicht jeder Sturz wird erkannt, außerdem müssen Akkustand, Einstellungen und Kommunikationsverbindung stimmen. Wer bereits stark sturzgefährdet ist oder regelmäßig allein lebt, sollte deshalb zusätzlich eher einen klassischen Hausnotruf mit Drucktaster prüfen. Dieser verbindet Betroffene im Ernstfall mit einer rund um die Uhr besetzten Notrufzentrale. Smartwatches sind damit eine sinnvolle Ergänzung, ersetzen aber keine professionelle Notfallversorgung.

 

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