Wer regelmäßig kocht, kennt das Problem: Gleichmäßige Gurkenscheiben für den Salat, hauchdünne Kartoffelchips für den Auflauf oder feine Karottenstreifen für die Asiapfanne gelingen per Hand nur mit viel Übung und noch mehr Geduld.
Ein guter Gemüsehobel verspricht Abhilfe, doch die Unterschiede zwischen den Modellen sind enorm. Manche schneiden butterweich durch jede Tomate, andere vollbringen ein Kunststück und quetschen selbst eine Gurke zu Brei. Und dann ist da noch die Frage der Sicherheit: Ein scharfes Gerät ohne vernünftigen Restehalter hobelt Fingerkuppen statt Gemüse.
Wir haben fünf Gemüsehobel zwischen 26 und 105 Euro in den Praxistest geschickt. Vom Profi-Werkzeug mit japanischer Klinge über den Edelstahl-Puristen von Rösle bis zu zwei günstigen Multitalenten von RüK und einem unbekannten Hersteller namens YC Kitchen. Unser Ziel: Herausfinden, welcher Hobel im Alltag am besten schneidet, am sichersten arbeitet und sein Geld wirklich wert ist.
Diese Gemüsehobel haben wir getestet
Diese Modelle sind auch einen Blick wert
Testergebnis: Das ist der beste Gemüsehobel
Den Testsieg sichert sich die Global-Mandoline. Sie liefert das beste Schnittergebnis und liegt preislich unter dem Super Benriner No. 95. Außerdem bietet sie eine kleine Schatulle für die Aufbewahrung der Julienneklingen.
Auf den zweiten Platz schiebt sich der Gemüsehobel von Super Benriner. Er schneidet ebenso präzise wie der Testsieger, muss sich aber im direkten Vergleich knapp geschlagen geben, weil sein Preis höher ausfällt und eine Schatulle für die Klingen fehlt. Exzellent bleibt sein Ergebnis trotzdem.
Unser Preis-Leistungs-Tipp ist der 22-in-1-Gemüseschneider von RüK. Wer genügend Stauraum in der Küche hat, bekommt hier einen günstigen und vielseitigen Alltagshelfer – der von Hand zu reinigen allerdings nervig ist.
Den vierten Platz belegt der Gemüsehobel von YC-Kitchen. Besonders dünn schneidet er das Gemüse zwar nicht, für den Preis liefert der Hobel aber ein vernünftiges Ergebnis.
Vom Rösle-Edelstahl-Hobel raten wir hingegen ab: Seine Schnittqualität konnte im Vergleich nicht überzeugen. Er eignet sich wirklich nur für kleinere Gemüsesorten wie Radieschen oder Pilze.
Über den Tester
Wo gehobelt wird, da fallen Späne – oder in diesem Fall Gurken-, Möhren- und Kartoffelscheiben. Ich will ehrlich sein: Der große Koch bin ich nicht, arbeite aber daran. Dabei habe ich schnell gemerkt, dass Hacken und Schneiden zwei ganz unterschiedliche Dinge sind. Vor allem Letzteres will mir von Hand nicht recht gelingen, weshalb ich mich nach einem Gemüsehobel umgesehen habe, in der Hoffnung, dass er mir die Arbeit erleichtert. Ob das geklappt hat, zeigt der Test.
Gemüsehobel Vergleichstabelle
| Bewertung | ||||||||||
| Lierferumfang | Hobel, Restehalter, Julienneklingen, Schatulle | Modulares System, Hobel, Julienne-Klinge, drei Aufsätze zum Stückeln, drei Reibeaufsätze, Saftpresse, Eierschneider, Eweißtrenner, Reinigungsbürste, Restehalter | Hobel, drei Klingeneinsätze, Restehalter | Schutzhandschuhe, Restehalter, Reinigungsbürste | Hobel, Restehalter | Basis-Set, Restehalter, 2 Würfelaufsätze, 4 Schnittaufsätze | Hobel, Auffangbehälter, Reinigungsbürste | 5 Schneideaufsätze, Hobel, Restehalter | Hobel und Restehalter | 2 Zerkleinerklingen, 6 Klingen zum Schneiden, Restehalter, modulares Set |
| Schülmaschinengeeignet | Handwäsche empfohlen | Ja | Handwäsche empfohlen | Ja | Handwäsche empfohlen | keine Angabe | Ja | Handwäsche empfohlen | Nein | Ja |
| Material Rahmen | Kunststoff (BPA-frei) | Kunststoff (BPA-frei) | Kunststoff (BPA-frei) | Kunststoff | Edelstahl | Kunststoff | Kunststoff | Edelstahl und Kunststoff | Kunststoff | Kunststoff |
| Material Klinge | Edelstahl | Edelstahl | Edelstahl | Edelstahl | Edelstahl | Edelstahl | Edelstahl | Edelstahl | Edelstahl | Edelstahl |
| Schnittarten | Scheiben, Julienneschnitte | Würfel, Julienne, Schreiben, Stifte, Eierschneider, Saftpresse | Scheiben, Julienne | Scheiben, Julienne | Scheiben | Scheiben, Julienne, Würfel | Julienne, Streichholz, Schneiden und Würfeln | Julienne und Scheiben | Scheiben | Scheiben, Julienne, Reiben und Zerkleinern |
| Verstellebare Schnittstärke | Stufenlos | Nein | Stufenlos | 0 bis 9 Millimeter | Stufenlos | Ja, 4 Schnittstärken | 0,1 bis 8 Millimeter | 1,5, 2,5 und 3,5 mm | Nein | Nein |
| Handschutz | Restehalter | Restehalter | Restehalter | Handschuh, Restehalter | Restehalter | Restehalter | Ja, per Design | Restehalter | Restehalter | Restehalter |
| Erhältlich bei |
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So haben wir die Gemüsehobel ausgewählt
Für unseren Vergleich wollten wir das Feld so aufstellen, wie es Verbraucherinnen und Verbraucher in der Praxis vorfinden:
- Das Testfeld umfasst eine Mischung aus Markengeräten und günstigen Alternativen.
- Mit der Super Benriner Mandoline und dem Global sind zwei Premium-Modelle vertreten
- Der Rösle Gourmethobel steht im Testfeld für die Mittelklasse ohne viel Schnickschnack
- Den Gegenpol bilden der RüK 22-in-1 Gemüseschneider und ein 5-in-1-Modell von YC Kitchen
- Beide günstigen Modelle kosten weniger als 30 Euro
- Die günstigen Modelle bieten eine Vielzahl an Aufsätzen und Klingeneinsätzen
- Profi-Gastronomiegeräte jenseits der 200-Euro-Marke wurden nicht berücksichtigt
- Das Testfeld bildet die Preisspanne ab, in der die meisten Kaufentscheidungen fallen
So haben wir getestet
Jeder der fünf Hobel musste dasselbe Programm absolvieren – unter identischen Bedingungen, mit demselben Gemüse und auf derselben Arbeitsfläche.
Zunächst haben wir jedes Gerät einer gründlichen Sichtprüfung unterzogen: Wie ist die Verarbeitung? Gibt es scharfe Kanten, wackelige Teile oder Spiel im Gehäuse? Wie umfangreich ist der Lieferumfang, und wie wertig wirkt der Handschutz?
Dann ging es an die Arbeit. Jeder Hobel musste festkochende Kartoffeln in gleichmäßige, möglichst dünne Scheiben schneiden, Karotten in Scheiben und Streifen verarbeiten und Gurken sowie Tomaten in hauchfeine Scheiben hobeln. Die Ergebnisse haben wir kontrolliert: Wie gleichmäßig sind die Scheiben? Reißt die Klinge das Gemüse, oder schneidet sie sauber?
Parallel dazu haben wir das Sicherheitsverhalten bewertet – besonders kritisch wird es, wenn die Reststücke kleiner werden und die Finger näher an die Klinge rücken. Auch das Rutschverhalten auf der Arbeitsfläche und den Halt haben wir geprüft.
Nach dem Schnitttest folgte die Reinigung: Wie schnell lässt sich jedes Gerät zerlegen? Bleiben Gemüsereste in Ritzen hängen?
Für die Gesamtnote haben wir sechs Kategorien gewichtet: Schnittqualität zählt am stärksten, gefolgt von der Sicherheit. Handhabung und Reinigung fließen ebenso ein, wie die Verarbeitung und das Material. Die Vielseitigkeit – also die Anzahl und Qualität verschiedener Schnittarten – bildet das unwichtigste Kriterium.
1. Global GLS 64 Gemüsehobel
Beginnen wir mit dem Global-Gemüsehobel. Gefertigt in Japan, liegen ihm drei Einsätze für Julienne-Schnitte und ein Restehalter bei. Die Verarbeitungsqualität macht einen außerordentlich guten Eindruck: Nichts wackelt, die Klinge sitzt fest im Kunststoff, und der Kunststoffkörper wirkt breit und stabil.
Die Klinge selbst überzeugt bereits bei der ersten Begutachtung. Sie ist vergleichsweise dick. Beim ersten Schärfetest tasten wir vorsichtig mit dem Fingernagel, ob dieser an der Klinge hängen bleibt – und er tut es. Bei stumpfen Messern und Klingen wäre das nicht der Fall. Insgesamt sind wir von der Verarbeitungsqualität des Hobels und vor allem seiner Klinge sehr angetan.
Die Bedienung ist selbsterklärend. An den Seiten befinden sich Schrauben, die wir lösen, um die Julienne-Klingen einzusetzen oder herauszunehmen. Das funktioniert problemlos. An der Unterseite stellen wir mit einem Verschluss die Schnittbreite ein. Schade: Eine Millimeterangabe fehlt. Sobald wir den Verschluss etwas öffnen, lässt sich die Schneidefläche vor der Klinge leicht herunterdrücken. Obwohl alle Teile aus Kunststoff bestehen, vernehmen wir dabei kein Knarzen – und auch die Sorge, dass etwas abbrechen könnte, kommt bei diesem Material nicht auf.
Entscheidend ist natürlich die Schnittqualität. Und eines sei vorweg gesagt: Es bereitet sehr viel Freude, mit dem Global-Gemüsehobel zu arbeiten. Gurken schneidet er nach Bedarf in hauchzarte Scheiben. Gleiches gilt für Kartoffeln und Karotten, die so dünn geraten, dass die Fasern des Gemüses zu erkennen sind. Die Scheiben bleiben dabei sehr gleichmäßig.
Der Endgegner eines jeden Gemüsehobels ist die Tomate. Aber auch hier hat uns der Global überrascht. Zu dünn geschnitten, zerfällt sie natürlich. Etwas dicker eingestellt, verrichtet die Klinge einen hervorragenden Dienst. Der Trick in unserem Test: nicht zu viel Kraft aufwenden und die Klinge die Arbeit erledigen lassen. So lassen sich auch Tomaten sauber hobeln.
Bei den Julienne-Streifen der Möhren war etwas mehr Kraft nötig, was die Handhabung in unseren Augen etwas gefährlicher macht. Je enger der Abstand der Zacken, desto eher wirken die Streifen geraspelt. Drei Größen liegen dem Hobel bei. Ungenutzte Klingen verstauen Sie in einem kleinen Case, das im Lieferumfang enthalten ist.
Was die Sicherheit anbelangt: Bei der Nutzung des Global-Hobels ist äußerste Vorsicht geboten. Je nach Größe des Gemüses haben wir deshalb den Restehalter benutzt, sobald es möglich war. Das funktionierte im Test ohne Probleme. Dank seiner Spikes verblieben Kartoffel, Gurke und Co. stets dort, wo wir sie haben wollten.
Auch bei der Reinigung ist Vorsicht geboten. Wir bevorzugen die Reinigung mit einer Bürste, da uns unsere Hände mit einem Schwamm zu nah an die Klinge geraten. Bevor wir den Hobel säubern, müssen wir die Julienne-Klinge entfernen, in der sich viele Reste gesammelt haben. Die Reinigung der einzelnen Julienne-Klingen erfordert Obacht, um sich nicht an deren Spitzen zu schneiden. Der Hobel selbst lässt sich dagegen problemlos reinigen: einfach unter heißem Wasser die Gemüsereste abwaschen und danach mit Spüli und Bürste Schnittfläche und Klinge säubern.
Fazit: Eine herausragende Klinge in einem wertigen Gehäuse. Die Arbeit mit dem Hobel bereitet viel Freude, erfordert wegen der Schärfe aber große Vorsicht. Pluspunkte gibt es für das Klingencase. Empfehlenswert ist die Arbeit mit einem Schutzhandschuh. Dank seiner tollen Verarbeitung fällt der Global-Hobel in die Kategorie eines Küchengeräts, an dem Hobbyköche sehr lange ihre Freude haben dürften.
➕ Vorteile:
- Extrem scharfe Klinge
- Sauberer Schnitt
- Schatulle für Julienneklingen
- Hauchzarte Schnitte möglich
➖ Nachteile:
- Vorsicht geboten!
2. RüK 22-in-1
Der RüK 22-in-1 fällt etwas aus dem Rahmen des Vergleichs. Anders als die übrigen Geräte bietet er ein modulares System und einen Auffangbehälter für das geschnittene Gemüse. Sein Lieferumfang ist fast zu üppig, um ihn vollständig aufzulisten: Enthalten sind neben dem Hobel und der Julienne-Klinge drei Aufsätze, um Gemüse in Vierecke zu stückeln, drei Reibeaufsätze, ein Aufsatz zum Saftpressen, einer zum Eierschneiden und einer, um Eigelb und Eiweiß voneinander zu trennen. Dazu gesellen sich Reinigungsbürste und Restehalter. Für den Test haben wir nur Hobel, Julienne-Klinge und den kleinsten Stückelaufsatz für Vierecke bemüht.
Die Verarbeitungsqualität entspricht dem Preis. Bis auf die Klingen sind alle Teile aus Plastik. Im Vergleich zu den japanischen Mandolinen wirkt das Material deutlich weicher: Es kann gebogen werden, glänzt und quietscht, wenn wir fester zugreifen. Die Klingen sind sehr dünn und nicht verschraubt; nachschärfen werden Käufer sie nicht können. Der erste Fingernagel-Test überzeugt aber: Die Klinge des Mandolinenaufsatzes ist sehr scharf, der Nagel bleibt hängen.
Die Bedienung ist die umständlichste im Vergleich. Bevor wir loshobeln, müssen wir den Mandolinenaufsatz in der dafür vorgesehenen Halterung befestigen, die wiederum auf den Auffangbehälter gesteckt wird. Erst dann kann es losgehen. Schade: Die Schnittbreite kann nicht eingestellt werden, besonders feine Schnitte gelingen daher nicht. Was ebenfalls fehlt, ist ein Griff. Wer kleinere Hände hat, könnte Probleme bekommen, den Auffangbehälter festzuhalten. Bei uns war das aber kein Problem.
Das Schneiden selbst gelingt problemlos, sowohl mit Mandolinen- als auch mit Julienne-Aufsatz. Auch der Wechsel der Aufsätze geht leicht von der Hand. Besonders gefällt uns, dass das Gemüse direkt im Behälter landet. Damit eignet sich der Multifunktionshobel hervorragend für die Zubereitung von Salaten oder Eintöpfen.
Wir probieren auch einen Aufsatz zum Stückeln aus. Leider passt dieser nicht in die Halterung der Mandoline. Also einmal alles wechseln – das erzeugt natürlich eine Menge Unordnung in der Küche. Je fester das Gemüse, desto besser gelingt das Stückeln: Karotten lassen sich in kleine Sticks pressen, Zwiebeln in Würfel. Tomaten in Vierecke zu pressen, empfehlen wir dagegen nicht – das produziert eher eine Tomatensoße.
Was die Sicherheit anbelangt, liegt ein Restehalter bei. Dieser ist etwas besser gelöst als bei anderen Modellen. Er bietet sechs feine Metallstreben, die das Gemüse sehr sicher halten. Damit nicht zu viel verschwendet wird, lässt es sich durch eine Presse im Restehalter herunterdrücken. Noch sicherer ist das Stückeln: Hier geht die Verletzungsgefahr in unseren Augen gegen null.
Bleibt die Reinigung, und die ist per Hand schlicht umständlich. Das liegt einerseits an den vielen großen Teilen, die die Spüle schnell füllen. Andererseits verfangen sich gerade beim Stückeln kleine Gemüsestücke in der Presse. Genau deshalb hat der Hersteller wahrscheinlich eine kleine Bürste beigelegt. Insgesamt brauchen wir deutlich länger für die Säuberung als bei allen anderen getesteten Hobeln.
Fazit: Wer eine Großfamilie ernährt, findet in dem Set einen guten Begleiter in der Küche. Allerdings verbrauchen die vielen Aufsätze enorm viel Stauraum – und die Spülmaschine ist der größte Freund des RüK 22-in-1.
➕ Vorteile:
- Vielseitig einsetzbar
- Sauberer Schnitt
➖ Nachteile:
- Umständliche Reinigung
- Viel Stauraum nötig
- Keine verstellbare Schnittstärke
3. Super Benriner BN 95
Wir kommen zu einer weiteren klassischen Mandoline, diesmal von Super Benriner. Wie ihr Pendant von Global wird sie in Japan gefertigt – allerdings ist sie deutlich breiter und entsprechend teurer. Im Lieferumfang sind drei Julienne-Klingen und ein Restehalter enthalten. Schade: Eine Schatulle für die Julienne-Klingen fehlt.
Was die Verarbeitungsqualität anbelangt, gibt es nichts zu meckern. Die Mandoline setzt auf robusten, biegefesten Kunststoff. Die Klinge besteht aus dickem Stahl und sitzt fest im Gehäuse. Beim ersten Schärfetest mit dem Fingernagel bleibt dieser an der Klinge haften. Das macht Lust auf mehr.
Zur Bedienbarkeit: An der Rückseite stellen wir über einen Verschluss die Schnittbreite ein. Wieder fehlen konkrete Millimeterangaben. Vor der Klinge befindet sich die Schnittfläche, die sich bei geöffnetem Verschluss herunterdrücken lässt. An der Seite sitzen zwei Metallschrauben, die wir lösen, um die Julienne-Klingen einzusetzen. Am Kopfende der Mandoline befindet sich ein großer Griff. Diesen greifen wir mit einer ordentlichen Faust und sorgen so für einen sicheren Stand beim Hobeln.
Die Schnittqualität ist herausragend – die beste im Vergleich. Sie liegt auf Augenhöhe mit dem Global-Hobel, doch die zusätzliche Breite der Super Benriner ist vor allem bei größeren Tomaten oder Gemüsestücken ein Segen.
Insgesamt bereitet es extrem viel Freude, mit diesem Hobel zu arbeiten. Gurken und Kartoffeln schneidet er so zart, dass wir die Fasern in den Scheiben erkennen können. Selbst Tomaten lassen sich fein schneiden. Die Julienne-Schnitte gelingen sauber und ohne zu großen Kraftaufwand. Alle Ergebnisse beeindrucken durch ihre schöne Gleichmäßigkeit.
Zum Thema Sicherheit: Auch bei der Super Benriner sollten Sie mit Vorsicht hobeln. Grund ist die extrem scharfe Klinge. Die Arbeit mit dem Restehalter gelingt problemlos. Er ist ausreichend groß und hält die kleinen Gemüsestücke sicher, weil sich seine kleinen Spikes in Gurke, Kartoffel und Co. festkrallen.
Die Reinigung gelingt ebenfalls problemlos. Ist die Julienne-Klinge erst entfernt, lassen sich die Gemüsereste unter fließendem Wasser abwaschen. Danach lässt sich der Hobel mit Bürste und Spüli reinigen. Etwas unangenehmer ist die Säuberung der einzelnen Julienne-Klingen. Sie sind scharf, und entsprechend vorsichtig halten wir sie beim Putzen. Das führt leider dazu, dass wir nicht genug Druck mit der Bürste erzeugen können.
Fazit: Die Super Benriner Mandoline ist die vollkommenste im Vergleich. Ihre breite Klinge erleichtert die Arbeit gegenüber dem schmaleren Global-Hobel. Zudem gehört ihre Klinge gemeinsam mit der des Global zu den schärfsten im Testfeld. Wer Kartoffeln, Karotten, Gurken und Co. wirklich hauchzart schneiden möchte, kommt an diesem Hobel nicht vorbei.
➕ Vorteile:
- Extrem scharfe Klinge
- Sauberer Schnitt
- Hauchdünne Schnitte möglich
➖ Nachteile:
- Vorsicht geboten!
- Keine Schatulle für Julienneklingen
4. YC-Kitchen Fünf in Eins
Für 25,99 Euro bekommen Sie bei Amazon einen Fünf-in-Eins-Gemüsehobel der Marke YC Kitchen, produziert in China. Im Lieferumfang enthalten sind Schutzhandschuhe, Reinigungsbürste, Restehalter und der Hobel selbst.
Was die Verarbeitungsqualität anbelangt, reicht der Hobel nicht an die Global-Mandoline heran. Der verbaute Kunststoff ist deutlich dünner und wirkt dadurch etwas brüchiger. Gleiches gilt für den Edelstahl bei der Schnittfläche und der Klinge: Sehr wohlwollend geschätzt ist er maximal zwei Millimeter dick und lässt sich entsprechend leicht biegen.
Auch die Klinge bleibt hinter dem Global zurück. Wir halten abermals vorsichtig einen Fingernagel an sie. Im Vergleich zum Global-Hobel bleibt der Nagel nicht hängen, sondern wird leicht abgeschabt. Die Klinge ist also bei Weitem nicht so scharf.
Was uns in der Theorie gefällt, ist der Standfuß des YC-Kitchen-Hobels. Seine Gummifüße verhindern zwar, dass er rutscht, allerdings kommt uns sein Stand etwas wackelig und klapprig vor. Das liegt vor allem an der Schnittfläche aus Edelstahl, die sich hochklappen lässt und dabei klappert.
Bei der Bedienbarkeit gibt es dagegen nichts zu meckern – im Gegenteil. An der Seite befindet sich ein Drehrad mit Millimeterangabe. Zwischen null und neun Millimetern lässt es sich einstellen; zum Drehen drücken wir den äußeren Ring hinein. Nach der Millimeterangabe folgen die beiden Julienne-Klingen mit einer Breite von 4,5 und neun Millimetern. Das Drehrad lässt sich problemlos reinigen, weil es sich aus der Verankerung drücken lässt.
Kommen wir zum Wichtigsten: dem Schneiden. Hier müssen wir gestehen, dass wir durchaus überrascht sind. Die Arbeit mit der Mandoline bereitet trotz der geringen Verarbeitungsqualität Freude. Allerdings müssen wir anmerken: So hauchzart wie die Global-Mandoline schneidet der Fünf-in-Eins-Hobel nicht. Aber das Ergebnis geht als solide durch.
Für einen Gurkensalat wären uns die Scheiben einen Funken zu breit. Bei den Julienne-Schnitten der Karotte mussten wir die Streifen teils händisch auseinanderziehen, weil der Schnitt nicht vollends sauber war. Tomaten zerlegt der Hobel dagegen exzellent – bis zum letzten Drittel. Danach wird eher gequetscht als geschnitten. Die Kartoffeln bleiben ebenfalls etwas zu breit in unseren Augen. Immerhin: Die Schnitte sind durchweg gleichmäßig.
Dank Handschuh und Restehalter empfanden wir die Nutzung des Hobels als sehr sicher. Die Reinigung hinterlässt uns hingegen mit gemischten Gefühlen. Positiv: Das Drehrad mit den Julienne-Klingen lässt sich leicht lösen und reinigen. Ansonsten ist der Hobel etwas sperrig in der Spüle. Und die lockere Schnittfläche klappt beim Herumhantieren immer wieder auf, was die Arbeit nicht gerade erleichtert.
Fazit: Hauchzarte Schnitte dürfen Sie vom Hobel von YC Kitchen nicht erwarten. Und wer Wert auf außergewöhnliche Qualität legt, sollte ebenfalls Abstand nehmen. Wer mit etwas dickeren Scheibchen leben kann, findet in dem Fünf-in-eins-Hobel ein solides Küchengerät. Leider können wir nicht beurteilen, wie langlebig der Hobel ist.
➕ Vorteile:
- Millimeteranzeige bei Schnittstärke
- Sicherheitshandschuh im Lieferumfang
- Günstig
➖ Nachteile:
- Keine hauchzarten Schnitte möglich
- Klapprige Bauweise
5. Rösle 12742 Gourmethobel
Der Edelstahlhobel von Rösle ist der kleinste im Vergleich – und er verzichtet komplett auf Kunststoff. Im Lieferumfang sind neben dem Hobel nur der Restehalter enthalten. Schade: Einen Aufsatz für Julienne-Schnitte bietet das Gerät nicht.
Was die Verarbeitungsqualität angeht, bewerten wir sie auf den ersten Blick als außerordentlich gut. Der Hobel liegt wuchtig in der Hand, der Edelstahl wirkt robust und dick und lässt sich nur mit Mühe biegen.
Beim ersten Schärfetest der Klinge macht sich dann allerdings Ernüchterung breit: Sie bleibt nicht am Fingernagel haften, sondern schabt ihn ab. Das wirkt sogar etwas stumpfer als beim Fünf-in-eins-Hobel aus China. Immerhin ist die Klinge des Rösle-Hobels deutlich dicker und macht einen langlebigeren Eindruck.
Womit wir zur Bedienbarkeit kommen – und die enttäuscht. Wegen seiner Bauweise lässt sich der Hobel nicht liegend benutzen. Wir müssen ihn also greifen. Leider hat er keinen Griff wie die Super Benriner oder die Global-Mandoline, bei dem wir eine Faust bilden und das Handgelenk gerade bleibt. Stattdessen halten wir ihn an der Stange und müssen das Gelenk drehen. Das führt zu Instabilität während des Hobelns.
Die Schnittbreite stellen wir an der Rückseite per Drehschraube ein. Eine Millimeterangabe fehlt. Zu locker sollten Hobbyköche die Schraube aber nicht drehen: Die Platte, an der sich die Schraube befindet, löst sich dann. Hinzu kommt ein weiteres Problem: Die Schnittfläche vor der Schraube ist leicht gebogen. Je dünner wir schneiden wollen, desto ungleichmäßiger wird das Ergebnis.
Damit kommen wir zur größten Schwäche des Rösle-Hobels: der Schnittqualität. Wir haben die vergleichsweise stumpfe Klinge und die gebogene Schneidefläche bereits angesprochen. Entsprechend dick und ungleichmäßig fällt das Ergebnis aus. Für Gurken, Möhren und festkochende Kartoffeln geht das noch in Ordnung. Doch so hauchzart wie das Modell von Super Benriner schneidet der Rösle-Hobel bei Weitem nicht. Der Fairnesshalber sei gesagt, dass Rösle selbst den Hobel für kleineres Gemüse empfiehlt, also Radieschen oder Pilze.
Mit Tomaten hat das Gerät erhebliche Probleme. Das erste Viertel schafft er noch, doch spätestens ab der Hälfte produziert er eher Ketchup als saubere Schnitte. Der Hobel ist zudem sehr schmal: Sobald Gemüse über die Klingenbreite hinausragt, arbeitet er unsauber. Empfehlen würden wir ihn, wenn überhaupt, für Gurke und Möhre – wegen der fehlenden Julienne-Klinge aber auch das nur bedingt.
Immerhin gelingt die Reinigung problemlos, weil sich die Platte an der Rückseite durch Lösen der Stellschraube herunterschieben lässt.
Fazit: Der Rösle-Hobel war enttäuschend im Vergleich zu den anderen getesteten Modellen. Dafür war seine Schnittbreite zu klein. Positiv fällt lediglich auf, dass er konsequent aus Edelstahl gefertigt ist. Die Klinge war vergleichsweise stumpf, die Schnittfläche leicht gebogen.
➕ Vorteile:
- Komplett aus Edelstahl
➖ Nachteile:
- Keine hauchzarten Schnitte möglich
- Klinge im Vergleich etwas stumpfer
- Eignet sich nur für kleines Gemüse
Gemüsehobel: Die wichtigsten Fragen und Antworten
Worauf sollte ich beim Kauf eines Gemüsehobels achten?
Drei Dinge zählen mehr als alles andere: die Klingenqualität, die Sicherheit und die Reinigung. Eine scharfe, sauber verarbeitete Klinge entscheidet darüber, ob das Gemüse geschnitten oder gequetscht wird. Ein stabiler Handschutz und rutschfeste Füße verhindern Verletzungen – gerade bei kleinen Reststücken. Und ein Hobel, der sich schnell zerlegen und gründlich reinigen lässt, wird in der Küche tatsächlich benutzt, statt im Schrank zu verstauben.
Lohnt sich ein teurer Gemüsehobel gegenüber einem günstigen Modell?
Das kommt darauf an, wie oft und wofür er zum Einsatz kommt. Wer nur gelegentlich Gurken oder Kartoffeln hobelt, kann mit einem gut verarbeiteten Modell unter 30 Euro zufrieden sein. Wer regelmäßig größere Mengen verarbeitet oder Wert auf präzise Julienne-Streifen legt, profitiert von einer schärferen Klinge und der robusteren Mechanik eines Premium-Hobels. Vor allem, wenn sehr dünne Scheiben gewünscht sind.
Sind Gemüsehobel gefährlich?
Unterschätzen sollte man sie nicht. Die Klingen sind extrem scharf, und das Verletzungsrisiko steigt, sobald das Gemüse kleiner wird und die Finger näher an die Schneidfläche rücken. Deshalb gilt: Immer den mitgelieferten Handschutz oder Restehalter benutzen, auch wenn es umständlich erscheint. Modelle mit Antirutschfüßen und einer breiten, stabilen Auflagefläche bieten zusätzliche Sicherheit.
Welche Gemüsesorten lassen sich gut hobeln und welche nicht?
Festkochende Kartoffeln, Gurken, Zucchini und Karotten sind die Paradedisziplin jedes Hobels. Schwieriger wird es bei sehr weichem Gemüse wie reifen Tomaten oder bei harten Sorten wie roher Roter Bete. Auch Zwiebeln können problematisch sein, weil sie beim Hobeln leicht auseinanderrutschen. Grundsätzlich gilt: Je fester und gleichmäßiger das Gemüse geformt ist, desto sauberer wird das Ergebnis.
Darf ein Gemüsehobel in die Spülmaschine?
Das hängt vom Modell ab. Einige Hersteller geben ihre Hobel ausdrücklich für die Spülmaschine frei, andere empfehlen Handwäsche – vor allem, wenn die Klinge besonders fein geschliffen ist und durch aggressive Reinigungsmittel stumpf werden könnte. Tendenziell sollten Gemüsehobel deshalb per Hand gereinigt werden.
Wie viele Schnittarten brauche ich wirklich?
Weniger als man denkt. Die meisten Hobbyköchinnen und Hobbyköche nutzen zwei bis drei Schnittarten regelmäßig: den klassischen Scheibenschnitt, Julienne-Streifen und vielleicht den Wellenschnitt für Kartoffeln. Geräte, die mit 22 Funktionen werben, klingen verlockend – doch im Alltag bleiben die meisten Aufsätze unbenutzt in der Schublade. Wichtiger als die Anzahl der Einsätze ist, dass die vorhandenen Schnittarten sauber und gleichmäßig funktionieren.