Wasserdichte Kompaktkameras versprechen unbeschwertes Fotografieren dort, wo Smartphones kapitulieren: im Sommerurlaub am Strand, beim Schnorcheln, im Pool oder am See. Manche Modelle halten neben Sand und Salzwasser auch Stürze und Wassertiefen bis 15 Meter aus. Die Hersteller versprechen lebhafte Fotos und unkomplizierte Bedienung, ohne dass man das eigene Smartphone in Gefahr bringen müsste.
In unserem Vergleichstest treten fünf Unterwasserkameras aus den unterschiedlichsten Preisklassen gegeneinander an: waschechte Outdoor-Cams, die sich auch für den Tauchurlaub zwischen Korallenriffen eignen, aber auch günstige Modelle aus dem Einstiegssegment, die man ohne schlechtes Gewissen dem Nachwuchs in die Hand drücken kann. Wir wollten herausfinden, wie tief man für brauchbare Unterwasseraufnahmen in die Tasche greifen muss – und was die einzelnen Modelle sonst noch können.
Unterwasserkamera-Test: Die ausgewählten Modelle
Weitere lohnende Unterwasserkameras
Folgende Modelle haben wir nicht selbst getestet, sind aber auch einen Blick wert:
Testergebnis: Diese Unterwasserkameras überzeugen im Test
Die Unterwasserkameras in unserem Test spielen nicht nur preislich in verschiedenen Ligen. Es gibt deutliche Unterschiede hinsichtlich Bild- und Videoqualität, Verarbeitung, Bedienung, Funktionsumfang und Zuverlässigkeit. Die Preisniveaus der wirklich leistungsfähigen Geräte und die vergleichsweise schmale Auswahl an Unterwasserkameras auf dem Markt zeigen, dass es schwierig geworden ist, in diesem Segment Geld zu verdienen. Wer ambitioniert unter Wasser fotografieren möchte und eine robuste Outdoor-Kamera sucht, muss tatsächlich etwas tiefer in die Tasche greifen. Wer eine simple Urlaubskamera sucht, um besondere Momente festzuhalten oder den Nachwuchs am Strand oder Pool zu beschäftigen, wird mit den günstigsten Modellen aber nicht unbedingt glücklich – dafür sind viele Einsteiger-Unterwasserkameras zu unzuverlässig.
Gesamtsieger in unserem Test ist die OM System TG-7. Sie liefert schlicht und ergreifend das beste Gesamtpaket aus überzeugender Bild- und Videoqualität, wertigem und robustem Gehäuse und großem Funktionsumfang – darunter als einzige Kamera in unserem Test auch Fotos im RAW-Format sowie echte 4K-Videos. Die TG-7 ist mit aktuell knapp über 400 Euro nicht günstig, sie ist ihr Geld aber wert, wenn man in die Outdoor- und Unterwasserfotografie eintauchen möchte.
Auf dem zweiten Platz landet die Kodak PixPro WPZ2. Trotz deutlicher Abstriche im Videomodus punktet sie mit trendiger Optik, ordentlicher Bildqualität und vor allem mit einem annehmbaren Preis – weshalb sie auch unser Preis-Leistungs-Tipp ist.
Die Pentax WG-90 erreicht als Outdoor- und Unterwasserkamera zwar ein ähnliches Niveau wie unser Testsieger, doch Technik und Funktionsumfang sind – gerade gemessen am relativ hohen Preis – inzwischen merklich in die Jahre gekommen. Das kostet sie letztlich die Silbermedaille und bringt sie in unserem Vergleichstest auf Platz 3.
Eines sollten Sie unabhängig vom gewählten Modell außerdem wissen: Wer es mit der Unterwasserfotografie ernst meint, kommt auch mit den teureren Kameras nicht um nachträgliche Bildbearbeitung herum – Aufnahmen unter Wasser bringen einfach einen deutlichen Farbstich und einen merklichen Kontrastverlust mit sich. Und wer professionelle Unterwasserfotografie betreiben möchte und Wert auf bestmögliche Bildqualität legt, dürfte mit einer Spiegelreflex- oder Systemkamera samt passendem Unterwassergehäuse am besten beraten sein, auch wenn das zulasten der Robustheit geht.
Alle Details, Eindrücke und Testergebnisse finden Sie in den Einzeltests unter der Tabelle.
Über den Tester
Ich möchte nicht auf allen Ausflügen das Smartphone oder die fähige, aber fragile Systemkamera zücken, um Fotos zu machen. Das gilt besonders für Besuche am Strand oder Badesee, wo neben Sand, Erde und (Salz-)Wasser auch Verlust oder Diebstahl zu den Risiken zählen. Falls ich noch dazu gerne Unterwasseraufnahmen anfertigen möchte, brauche ich eine Unterwasserkamera: Sie ist auch in Tiefen von bis zu 15 Metern noch wasserdicht, hält auch ruppiger Behandlung stand und ist speziell darauf ausgelegt, lebhafte Fotos von allerhand Meeresbewohnern anzufertigen. Allerdings gibt es bei Unterwasserkameras große Preis- und Qualitätsunterschiede – und nicht jede Kamera, die als wasserdicht vermarktet wird, ist automatisch eine gute Wahl für den nächsten Urlaub. Für diesen Vergleich habe ich deshalb fünf Unterwasserkameras mit auf Reisen genommen und sie auf Herz und Nieren getestet, um herauszufinden, wo ihre Stärken und Schwächen liegen.
Weitere Informationen über Tobias Stahl
Vergleichstabelle: Unterwasserkamera-Test
| Bewertung | Nicht in der Wertung | Nicht in der Wertung | Nicht in der Wertung | |||||
| Größe (BxHxT) | 114 × 66 x 33 mm | 104 × 67 x 51 mm | 127 × 61 x 30 mm | 100 × 62 x 29 mm | 105 × 64 x 26 mm | 118,2 × 65,5 × 33,1 mm* | 71,8 x 50,8 x 33,6 mm* | 107 × 74 × 54 mm* |
| Gewicht | 250 g | 176 g | 200 g | 140 g | 130 g | 242 g* | 154 g* | 329 g* |
| Sensor | 1/2,33'' CMOS | 1/2,3" BSI CMOS | 1/2,3" CMOS | 1/2,7" CMOS | 1/3,06" CMOS (SONY179) | 1/2,3" BSI-CMOS* | 1/1,9" CMOS* | 1/2,3" Sony IMX083 CMOS* |
| Auflösung | 12 MP effektiv | ca. 16 MP effektiv | ca. 16 MP effektiv | 64 MP (interpoliert) | 24 MP (interpoliert) | 20 MP* | 27 MP* | 16 MP* |
| Objektiv | 25 – 100 mm, f/2,0 – 4,9 | 27 – 108 mm, f/3,0 - 6,6 | 28 - 140 mm, f/3,5 – 5,5 | Festbrennweite, f/3,2 | Festbrennweite, f/3,0 | 28–140 mm, f/3,5-5,5* | Ultra-Wide-Mod m. 177° (Festbrennweite); Standardobjektiv m. 156° inkl.* | 19 mm m. 100° (Festbrennweite); f/2,8* |
| Zoom | 4× optischer Zoom | 4× optischer Zoom | 5× optischer Zoom | 16× digitaler Zoom | 16× digitaler Zoom | 5× optischer Zoom* | kein optischer Zoom* | kein optischer Zoom* |
| Wasserdicht bis | 15 m* | 15 m* | 14 m* | ca. 5 m* | 3 m* | 20 m* | 10 m* | 60 m* |
| Weiterer Schutz | Frost-, staub- und sturzfest | Staub- und sturzfest (bis 2 m Höhe) | Frost- (−10 °C), sturz- (bis 1,6 m Höhe) und bruchfest (bis 100 kgf) | - | - | Frost- (bis –10 °C), sturz- (bis 2,10 m Höhe) und bruchfest (bis 100 kgf)* | hydrophobes Objektiv; frostfest bis –10 °C; (kein genormter Sturz-/Bruchschutz)* | gummiarmiert, stoßfest* |
| Videoqualität | Ultra HD 4K | Full HD | Full HD | 4K (lt. Hersteller) | Full HD | 4K* | 5,3K (60fps); 4K (120fps); 2,7K (240fps)* | 4K/30fps; 1080p/120fps* |
| Fokusmodi | Kontrast-AF; Verfolgungs-AF; Bereich-AF; Einzel-AF, Gesichtserkennung; manueller Fokus; Spot | Einzel-AF; Multi-AF; Gesichtserkennung | Kontrast-AF (9 Messfelder); Verfolgungs-AF; Einzel-AF; kontinuierlicher AF; Manuell | Einzel-AF; Gesichtserkennung | Fester Fokus | Kontrast-AF; Pan Focus; manuell; Gesichtserkennung* | Fester Fokus* | fester Fokus (ca. 38 cm – unendlich)* |
| RAW-Format | Ja | Nein | Nein | Nein | Nein | Nein* | Ja* | Ja (DNG)* |
| Anzeige | 7,6 cm / 3'' LCD | 6,7 cm / 2,7" LCD | 6,9 cm / 2,7" LCD | 2,4" LCD | 2,7" TFT (Rückseite); 1,8" TFT (Vorderseite) | 3,0"* | 2,27" Touchdisplay (Rückseite); 1,4" (Vorderseite)* | 2,4" TFT* |
| Extras | GPS; Bluetooth; WLAN; Drahtlose Bedienung via App; HDMI-Anschluss; USB-C-Anschluss; Makro-Modus (Naheinstellgrenze 1 cm) | WLAN; Makro-Modus; Gesichts-/Blinzel-/Lächel-Erkennung; div. Szenenmodi & Effekte; | Infrarotauslöser; HDMI-Anschluss; Micro-USB-Anschluss; Gesichtserkennung; Makro-Modus (Naheinstellgrenze 1 cm) | Gesichtserkennung; Szenenmodi; inkl. 16-GB-microSD; | Dual-Display; Szenenmodi | GPS; Kompass; 6-LED-Ringlicht; Webcam/UVC; USB-C-Anschluss; Makro-/Mikroskop-Modus* | HyperSmooth 6.0; GPS; Bluetooth; WLAN (Wi Fi 6); HDR; wechselbare Objektive* | 64 GB interner Speicher; WLAN; manueller Unterwasser-Weißabgleich; 3 Unterwasser-Filter; ohne Blitz* |
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* Herstellerangabe
So haben wir die Produkte ausgewählt
Der Markt der Unterwasserkameras ist wahrlich überschaubar, dennoch haben wir versucht, ein möglichst relevantes Testfeld für Sie zusammenzustellen. Das haben wir auf Basis folgender Kriterien getan:
- Beliebtheit: Wir haben gängige Onlineshops wie Amazon und Otto nach Unterwasserkameras durchsucht, die Nutzer häufig gekauft haben. Dazu zählen Geräte bekannter Hersteller wie Olympus, Kodak und Ricoh/Pentax, aber auch weniger bekannte Hersteller wie Yixinxin, die günstige Modelle anbieten und auf Amazon sehr beliebt sind.
- Verfügbarkeit: Alle getesteten Unterwasserkameras sind zum Zeitpunkt der Veröffentlichung in bekannten Onlineshops erhältlich. Produkte, die nur schwer oder unregelmäßig verfügbar sind, haben wir bewusst außen vor gelassen.
- Wasserdichtigkeit: Manche der von uns getesteten Modelle vermarkten die Hersteller explizit als Outdoor- und Abenteuerkameras, etwa die OM System TG-7 oder die Pentax WG‑90. Andere Kameras wie die Agfaphoto Realishot WP8000 und das Modell von Yixinxin sind hinsichtlich Preis, Ausstattung und Funktionsumfang eher im Einsteigersegment zu verorten. Alle Modelle im Testfeld haben jedoch eine Gemeinsamkeit: Sie sind wasserdicht – manche nur bis zu einer Wassertiefe von 3 Metern, während andere bis zu 15 Meter tief tauchen können. Unser Testprozedere zielt dabei auf Wassertiefen, die auch ohne Sauerstoffflaschen erreichbar sind.
So haben wir getestet
Gerade im Premiumsegment sind die meisten modernen Smartphones wasserdicht. Das bezieht sich aber in der Regel auf starke Regengüsse oder den kurzen, versehentlichen Tauchgang im Spülbecken oder der Toilette. Salz- und Chlorwasser stellen die Lötstellen und elektronischen Komponenten auf eine harte Probe, weshalb es nicht anzuraten ist, ein Korallenriff mit dem Smartphone zu besuchen – darauf weisen auch die meisten Hersteller in den Bedienungsanleitungen gesondert hin.
Für unseren Vergleichstest setzen wir die Unterwasserkameras dieser besonderen Belastung aus, fahren an den Strand und testen die Modelle an einem sonnigen Tag ausführlich unter und über Wasser. Wir versuchen, Fische, Krabben und Unterwasserpflanzen abzulichten, aber auch Porträtaufnahmen und klassische Urlaubsfotos am Strand sind Bestandteil unseres Tests. Wir möchten herausfinden, wie einfach oder kompliziert der Umgang mit den Kameras ist, welche Aufnahmemodi sie bieten und wie sie mit den schwierigen Licht- und Umgebungsbedingungen klarkommen. Im Zuge dessen beurteilen wir neben der Verarbeitung und Bedienung auch die Schärfe, Farbwiedergabe und den Dynamikumfang der entstehenden Bilder, ebenso die Leistungsfähigkeit des Autofokus sowie die Qualität von Video- und Tonaufnahmen.
Ferner müssen sich alle Unterwasserkameras einer standardisierten Testprozedur unterziehen: Über Wasser lichten wir mit den unterschiedlichen Modellen eine Reihe immer gleicher Motive bei gleichbleibenden Lichtverhältnissen ab, darunter Innenräume und Motive aus dem heimischen Garten, eine Farbreferenzkarte sowie Blumen und Pflanzen, die für Makroaufnahmen herhalten müssen. Wir testen die Kameras außerdem in einem großen Wasserbehälter mit gut 200 Litern Volumen: Wir möchten wissen, wie es – auch bei längeren Tauchgängen – um ihre Dichtigkeit bestellt ist, wie einfach wir die Kameras unter Wasser bedienen und ob wir die Anzeige jeweils gut ablesen können. Zudem lichten wir die Farbreferenzkarten unter Wasser aus einer Distanz von rund einem Meter ab, um herauszufinden, wie gut die einzelnen Geräte die entstehende Rotverschiebung ausgleichen. Das hat Einfluss darauf, wie einfach Sie die Fotos im Anschluss bearbeiten können. Da Outdoor- und Unterwasserkameras einiges aushalten sollten, gehört auch ein Sturztest zu unserer Methodik, bei dem wir die Geräte mehrmals aus einer Höhe von 1,20 Metern auf den Boden fallen lassen.
Abschließend vergeben wir Schulnoten für die einzelnen Wertungskategorien und berechnen daraus eine gewichtete Gesamtnote. Diese setzt sich aus folgenden Wertungskategorien und den dazugehörigen Gewichtungen zusammen:
| Gewichtung | Kategorie |
| 40 % | Bild- & Videoqualität |
| 20 % | Verarbeitung & Materialqualität |
| 20 % | Bedienung & Handling |
| 15 % | Ausstattung & Features |
| 5 % | Optik & Haptik |
Aus der Gesamtnote leiten wir abschließend eine Sternebewertung von bis zu fünf Sternen ab.
1. Unser Testsieger: OM System TG-7
Verarbeitung & Features: Die OM System TG-7 ist bis zu einer Tiefe von 15 Metern wasserdicht – damit zählt sie zu den Tieftauchern im Testfeld. Ihr Design ist trotzdem recht konventionell; auf den ersten Blick sehen wir ihr nicht an, dass sie eine Outdoor- und Unterwasserkamera ist. Das wird aber klar, sobald wir sie in die Hand nehmen: Mit rund 250 Gramm ist die TG-7 relativ schwer. Dafür steckt einiges im Gehäuse: Neben einem vierfachen optischen Zoom bietet sie GPS-, Bluetooth- und WLAN-Anbindung. Mit Letzterem bedienen wir die Kamera drahtlos oder senden Bilder direkt ans Smartphone, was im Test reibungslos funktioniert. Auf Wunsch speichert die TG-7 beim Fotografieren sogar Daten zu Luftdruck, Höhe und Temperatur. Geladen wird sie via USB‑C. Als einziges Modell im Testfeld nimmt sie Videos in echter 4K-Auflösung und Bilder im RAW-Format auf. Die TG-7 ist frost-, staub- und stoßfest. Ferner bietet sie einen zügig und zuverlässig arbeitenden Kontrast-Autofokus, Verfolgungs-Autofokus, Gesichtserkennung und einen speziellen Mikroskop-Modus mit besonders geringer Naheinstellgrenze von rund einem Zentimeter.
Bedienung & Handling: OM System ist eine Olympus-Tochter – der Hersteller hat also langjährige Erfahrung mit Kameras, was man der TG-7 anmerkt: Die Bedienung ist insgesamt intuitiv und unkompliziert. Über das Einstellrad auf der Rückseite wählen wir den Aufnahmemodus, über einen zweiten Wählring neben dem Auslöser stellen wir etwa im manuellen Modus die Blende ein. Der zweistufige Auslöser hat einen schönen Druckpunkt für den Autofokus, den wir auch unter Wasser ohne Blick auf den Bildschirm zuverlässig erspüren. Den vierfachen optischen Zoom betätigen wir über einen Schieberegler vor dem Auslöser. Etwas komplizierter ist die Menüführung: Nicht alle der zahlreichen Optionen sind sofort verständlich – hier hilft aber die ausführliche, bebilderte Anleitung. Das Display lesen wir bei direkter Sonneneinstrahlung noch recht problemlos ab, unter Wasser ist es aus bestimmten Winkeln nicht einwandfrei erkennbar, etwa beim Blick von schräg oben. Der Verriegelungsmechanismus für die Klappe, hinter der Akku und SD-Karte sitzen, wirkt stabil – Undichtigkeiten registrieren wir im Test keine und auch den Sturztest übersteht die Kamera unbeschadet.
Bild- & Videoqualität: Die Bildqualität der OM System TG-7 kann bauartbedingt nicht mit modernen Systemkameras mithalten. Sie arbeitet aber verlässlich, deckt dank 25 Millimetern Brennweite einen ordentlichen Bildwinkel ab, stellt zügig scharf und nimmt Bilder mit einem guten Dynamikumfang auf. Mit einer maximalen Blendenöffnung von f/2,0 ist das Objektiv vergleichsweise lichtstark – wir können die ISO-Werte recht niedrig halten, ohne gleich den Blitz zuschalten zu müssen. Auch bei herausfordernder Mittagssonne sind noch Details in den Schatten erkennbar. Obwohl die TG-7 mit zwölf effektiven Megapixeln nicht die höchste Auflösung im Test bietet, gelingen relativ scharfe Bilder mit schöner Farbwiedergabe – nur bei aktiviertem Blitz leidet die Farbdynamik merklich. Unter Wasser zeigt sich die Leistungsfähigkeit des Autofokus, wenngleich Schwebeteilchen das Fokussieren im Meer erschweren. Zudem beobachten wir eine schöne Spreizung zwischen den gewöhnlichen Aufnahmemodi und dem Unterwassermodus: Die TG-7 gleicht die Rotverschiebung merklich aus und entfernt den Blaustich, die Farben wirken etwas natürlicher und lassen sich gut unterscheiden. Auch im Videomodus überzeugt die OM System. Nicht nur wegen der 4K-Aufnahmen, sondern auch mit lebhaften Farben, einer soliden Leistung bei wenig Licht und als einziges Gerät im Test mit einer wirklich brauchbaren, optischen Bildstabilisierung. An Land greift der automatische Weißabgleich im Auto-Modus vereinzelt daneben – wer das verhindern möchte, wählt einfach das passende Programm aus. Der Mikroskop-Modus ist ein unterhaltsames und brauchbares Feature, das unter Wasser zwar schwierig zu benutzen ist, über Wasser aber spannende Aufnahmen aus nächster Nähe ermöglicht.
Fazit: Die OM System TG-7 ist unser Testsieger, weil sie auch dort noch überzeugen kann, wo andere Testmodelle die Segel streichen: Das robuste, ansprechende Gehäuse ist bis 15 Meter wasserdicht und zugleich frost-, staub- und stoßfest. Der Auslöser lässt sich auch unter Wasser blind bedienen, der Unterwassermodus gleicht die Rotverschiebung zumindest in Tiefen bis zu 2 Metern wirksam aus und liefert lebhafte Bilder mit natürlichen Farben. Hinzu kommen RAW-Fotos und 4K-Videoaufnahmen, die die TG-7 als einziges Gerät im Testfeld beherrscht. Die GPS-, Bluetooth- und WLAN-Funktionen sind hilfreich und funktionieren zuverlässig. Je nach Einsatzzweck und Erfahrung können die weitläufigen Einstellungsmenüs anfangs überfordern – das legt sich aber zügig. Das unter Wasser teils schlecht ablesbare Display ist ein Manko, allerdings leisten die Bildschirme der anderen Testmodelle auf ähnlichem Niveau. Mit einem Preis von aktuell knapp über 400 Euro ist die OM System TG-7 das teuerste Gerät im Test. Wer jedoch regelmäßig unter Wasser fotografiert oder eine verlässliche Kamera-Alleskönnerin für (Extrem-)Sport und Abenteuer im offenen Gelände sucht, trifft mit der TG-7 eine hervorragende Wahl.
+ Vorteile:
- Robuste Verarbeitung
- Gute Bildqualität mit RAW-Fotos und 4K-Video
- Zahlreiche Features
- Hilfreicher Bildstabilisator
– Nachteile:
- Relativ teuer
2. Preis-Leistungs-Tipp: Kodak PixPro WPZ2
Verarbeitung & Features: Das Gehäuse der Kodak PixPro WPZ2 macht schon optisch einen robusten Eindruck, den unser Sturztest bestätigt. Auch die mit zwei Sperrmechanismen versehene Klappe des Akku- und Speicherkartenfachs wirkt stabil – wir stellen auch nach längerer Zeit im Wasser keine Undichtigkeiten fest. Im Vergleich zum Testsieger von OM System sieht man der PixPro WPZ2 ihre Outdoor-Tauglichkeit viel eher an; die Kamera wirkt insgesamt stimmig und stabil verarbeitet, ohne unnötige Sollbruchstellen. Die PixPro ist in Blau, Rot, Weiß oder Gelb erhältlich und setzt damit auch modische Akzente. Mit einer Tauchtiefe von maximal 15 Metern hält sie zudem auch mit deutlich teureren Outdoor-Kameras mit. Auch der vierfache optische Zoom ist ein schönes Feature für diese Preisklasse. Auf GPS und Bluetooth müssen wir verzichten. Die Kodak bietet aber WLAN-Funktionen, sodass wir sie über die Smartphone-App auch aus der Ferne bedienen sowie Bilder und Videos auf Wunsch direkt aufs Handy laden. Die App ist weniger nutzerfreundlich als bei OM System. Nach anfänglichen Schwierigkeiten gelingt es uns aber, eine Verbindung zwischen Handy und Kamera herzustellen. Wir mussten das Handy dafür in den Flugmodus versetzen, was wir jedoch erst über die Kommentare im Play Store erfahren. Im Betrieb hakt die App trotzdem immer mal wieder.
Bedienung & Handling: Die Bedienung der Kodak PixPro WPZ2 erinnert an kompakte Digitalkameras vergangener Jahre – allerdings im besten Sinne: Die mit Piktogrammen versehenen Tasten auf der Rückseite sind selbsterklärend, wir wechseln damit den Modus, (de-)aktivieren den Blitz, den Makromodus oder die Display-Hilfslinien. Modusauswahl, Video-Aufnahmetaste, Einstellungen und die Wiedergabetaste stehen jeweils für sich, wir müssen uns also nicht mit verwirrenden Doppelbelegungen auseinandersetzen. Wir wünschen uns aber stellenweise eine bessere Haptik der Tasten – zwar gibt die Auslösetaste ein schönes Feedback beim Fokussieren, die Zoom-Tasten sind hingegen sehr schwergängig. Unter Wasser spiegelt der Bildschirm bisweilen, lässt sich von schräg oben aber dennoch besser ablesen als manch anderes Gerät im Testfeld.
Bild- & Videoqualität: Bei ausgezeichneten Lichtverhältnissen schießt die Kodak PixPro WPZ2 Bilder mit gutem Dynamikumfang und einer schönen Schärfe in der Bildmitte. An den Bildrändern geraten Fotos indes oft leicht unscharf. Der automatische Weißabgleich wirkt natürlich bis warm. Hauptsächlich Hauttöne bekommt Kodak gut hin – der Kontrast könnte jedoch stellenweise besser sein. Positiv überrascht sind wir außerdem vom Makromodus: Den bewirbt Kodak zwar nicht offensiv, er hat aber eine relativ geringe Naheinstellgrenze und schießt brauchbare Makroaufnahmen – allerdings nur bei ausreichend Licht. Damit eignet er sich beispielsweise für Nahaufnahmen von Lebewesen in Tidebecken. Bei schwachem Licht schaltet die Kamera im Auto-Modus recht schnell den Blitz hinzu. Der manuelle Modus verrät, wieso: Sie ist nicht sehr lichtstark, die Belichtungszeiten geraten in Innenräumen schon bei Tageslicht teilweise etwas zu lang, um sicher aus der Hand zu fotografieren. Das rächt sich gerade in tiefem Wasser. In flacherem Gewässer, in der Brandung oder im heimischen Pool gelingen jedoch schöne Unterwasseraufnahmen. Im Unterwasser-Modus gleicht die Kamera die Rotverschiebung effektiv aus. Bei aktiviertem Blitz schießt die Kodak auch über Wasser ansprechende, zeitgeistige Porträts, wenngleich Schärfe, Kontrast und Brillanz bei reinen Landschaftsaufnahmen teils zu wünschen übrig lassen. Das Gerät bietet außerdem einige unterhaltsame Aufnahmemodi, etwa selektive Farben oder einen simulierten Fisheye-Modus, mit denen hauptsächlich jüngere Fotografen ihren Spaß haben dürften. Deutlich schlechter schneidet die Kamera im Videomodus ab: Die Full-HD-Videoaufnahmen geraten eher dunkel, die Bildstabilisierung ist weniger mächtig als beim Testsieger. Besonders störend: Auf den Videoaufnahmen hören wir deutlich, wie die Mechanik im Inneren der Kamera arbeitet, insbesondere der sehr laute Zoom-Motor. Die Geräusche sind auf dem Videomaterial so klar hörbar, dass sie fast wie nachträglich eingefügt wirken – das macht einen unfreiwillig komischen Eindruck, weshalb wir die PixPro nicht als reine Videokamera nutzen würden.
Fazit: Die Kodak PixPro WPZ2 schafft es in unserem Test auf den zweiten Platz – weniger wegen überragender Ergebnisse, und mehr, weil sie das Grundlegende zufriedenstellend beherrscht, ohne den Geldbeutel zu sprengen. Mit 15 Metern Tauchtiefe kann sie mit manch teurerer Outdoor-Kamera mithalten – gleichzeitig überzeugen Design und Verarbeitung. Bei ausreichend Licht gelingen uns ansehnliche, natürliche Fotos und überraschend gute Makroaufnahmen; der Unterwasser-Modus gleicht die Rotverschiebung wirksam aus. In Innenräumen oder in der Dämmerung kommt die PixPro WPZ2 schnell an ihre Grenzen: Sie ist nicht sonderlich lichtstark und die (digitale) Bildstabilisierung arbeitet weniger effektiv als beim Testsieger. Aufnahmen ohne Blitz verwackeln dementsprechend schnell. Im Videomodus kann das Modell von Kodak mit recht dunklen, wackligen Aufnahmen und deutlich hörbaren Mechanikgeräuschen kaum überzeugen. Die WLAN-Funktion ist eine nette Dreingabe, funktioniert aber nicht ganz reibungslos. Mit einem Kaufpreis von aktuell knapp 170 Euro bietet Kodak jedoch einen fairen Deal für alle, die auf Tauchgang gehen, ihr Smartphone nicht mit an den Strand nehmen oder dem Nachwuchs eine robuste Kamera zum Spielen und Experimentieren in die Hand drücken möchten. Damit wird die PixPro WPZ2 unser Preis-Leistungs-Tipp.
+ Vorteile:
- gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
- ordentliche Bildqualität
- ansprechendes Design in vier Farbvarianten
– Nachteile:
- nicht sehr lichtstark
- hörbare Mechanik in Videoaufzeichnungen
3. Robuste Alleskönnerin mit Fünffach-Zoom: Pentax WG-90
Verarbeitung & Features: Das ungewöhnliche Design der Pentax WG-90 lässt kaum Zweifel daran, dass es sich um eine Outdoor-Kamera handelt. Obwohl der Hersteller viel Kunststoff einsetzt, wirkt die Verarbeitung wertig und stabil – die Kamera soll bis zu einer Höhe von 1,60 Metern sturzfest und bis zu 100 Kilogramm belastbar sein, die maximale Tauchtiefe beträgt 14 Meter. Funktionsumfang und Schutz der Pentax WG-90 sind somit vergleichbar mit dem Modell von OM System – allerdings bietet die Pentax 16 statt 12 effektive Megapixel und fünf- statt vierfachen optischen Zoom. In unserem Test dringt nach längerem Einsatz kein Wasser ein – auch, wenn der Verschluss für das Speicherkarten- und Akkufach keine separate Sperrtaste hat und das Scharnier weniger vertrauenswürdig wirkt als bei anderen Geräten im Test. Trotz der im Vergleich zur OM System rund 4 Megapixel höheren Auflösung und des ähnlich großen Sensors zeichnet das Pentax-Modell seine Videos nur in Full HD auf und fotografiert zudem nicht im RAW‑Format. Auch die Pentax beherrscht einen Mikroskop-Modus mit einer Naheinstellgrenze von 1 Zentimeter. Dieser passt gut zum Blitzring mit sechs um das Objektiv herum angeordneten LEDs, die nicht nur als Aufhellblitz dienen, sondern auch Makroaufnahmen ausleuchten. Auf GPS-, Bluetooth- oder WLAN-Funktionen müssen wir indes verzichten. Auch das Ladeerlebnis ist nicht ganz zeitgemäß: Wir laden die Pentax WG-90 nur über Micro-USB auf. Wir hätten uns einen USB-C-Anschluss gewünscht.
Bedienung & Handling: Die Bedienung der Pentax WG-90 empfinden wir als weniger intuitiv als beim Testsieger. Es gibt kein Einstellrädchen für die grundlegenden Einstellungen und keinen Schieberegler für den Zoom – stattdessen drängen sich alle Tasten auf einer recht kleinen Fläche auf der Rückseite, was die Bedienung gerade unter Wasser merklich erschwert. Hinzu kommt, dass das relativ kleine Display unter Wasser stark spiegelt, wenn wir nicht direkt frontal draufblicken. Zwar erhöhen wir bei der WG-90 auf Wunsch die Bildschirmhelligkeit, das verbessert die Ablesbarkeit aber nicht wirklich. Insgesamt benötigen wir bei der Pentax-Unterwasserkamera etwas länger, um uns mit der Bedienung vertraut zu machen. Im Einsatz müssen wir stellenweise pausieren und kurz überlegen, um bestimmte Einstellungen wiederzufinden. Der Autofokus mit seinen neun Messfeldern arbeitet bei guten bis moderaten Lichtverhältnissen zuverlässig und schnell. Der Auslöser gibt ein schönes haptisches Feedback beim Fokussieren, sodass wir die Kamera im Auto-Modus auch ohne Hinschauen bedienen.
Bild- & Videoqualität: Trotz 16 Megapixeln Auflösung schneidet die Pentax WG-90 in der Praxis schlechter ab als der Testsieger. Zwar gelingen uns unter Wasser ein paar ansprechende Aufnahmen, das fühlt sich aber oft mehr nach Glückssache als nach reproduzierbarer Leistung an. Bei viel Licht, etwa in der sommerlichen Nachmittagssonne, sind die Aufnahmen zufriedenstellend: lebensecht und farbstark. Wenn das Licht knapper wird, leiden die Ergebnisse aber merklich: Zwar fokussiert die Kamera weiterhin verlässlich, die Bilder geraten jedoch unscharf, bisweilen matschig. Dann fehlen Tiefe und Dynamik, die Bilder wirken beim Heranzoomen teils fleckig und verpixelt – und erinnern so an Handykameras aus den frühen 2010er-Jahren. Die Blende öffnet mit maximal f/3,5 zudem nicht so weit wie die f/2,0 der OM System. Immerhin: Im Programmautomatik-Modus zeigt die Kamera die aktuelle Belichtungszeit an, sodass wir schon im Voraus wissen, ob ein Motiv zu dunkel für das Fotografieren aus der Hand ist. Schalten wir den LED-Blitzring zu, gleicht dieser das fehlende Licht teilweise aus, die Bilder geraten klarer und haben eine schönere Farbdynamik. Allerdings sind die Bilder bei genauerem Hinsehen mitunter auch dann noch verwackelt. Im Videomodus zeigt sich ein ähnliches Muster: farbkräftiges, ansehnliches und dynamisches Videomaterial bei optimalen Lichtverhältnissen, merklich nachlassende Qualität bei weniger Licht. Hier kommt eine nicht immer überzeugende, rein digitale Bildstabilisierung hinzu. Der Mikroskop-Modus produziert unter idealen Bedingungen spannende Makroaufnahmen – kommt bei suboptimalen Lichtverhältnissen oder bestimmten Motiven (in unserem Test etwa bei Blumen mit roten Blütenblättern) schnell an seine Grenzen. Mit der Pentax WG-90 nehmen wir an Land und unter Wasser zwar das ein oder andere ansprechende Foto auf – die Qualität ist aber nicht konsistent und oft nicht zeitgemäß. Das liegt sicherlich auch daran, dass die Pentax WG-90 eine neu aufgelegte Version der Ricoh WG-80 von 2022 mit gleicher Technik ist. Tatsächlich scheinen Sensor und Objektiv bereits seit der Ricoh WG-50, die 2017 eingeführt wurde, weitestgehend unverändert zu sein.
Fazit: Bei aller Kritik ist die Pentax WG-90 ein verlässlicher und robuster Allrounder für Freizeit-, Abenteuer- und Unterwasserfotografie. An ihrer Leistung stören wir uns nach Blick aufs Datenblatt nicht: 16 Megapixel Auflösung, ein ordentlich großer Sensor, fünffacher optischer Zoom und das bis 14 Meter wasserdichte, frost- und sturzfeste Gehäuse versprechen einiges. Im Einsatz zeigt sich aber, dass die Technik in mancherlei Hinsicht merklich in die Jahre gekommen ist: Die Bildqualität überzeugt allenfalls bei ausreichend Licht. Die Bedienung ist weniger intuitiv als beim Testsieger, zudem spiegelt auch hier der Bildschirm unter Wasser. Hinzu kommen Full-HD-Videoaufnahmen statt 4K, fehlende RAW-Unterstützung, keine Konnektivität über WLAN oder Bluetooth und ein Micro-USB-Ladeanschluss. Unterm Strich leistet die WG-90 solide Arbeit und nimmt auch unter Wasser ansprechende Fotos auf. Gemessen an den Ergebnissen wirkt der Kaufpreis von aktuell knapp 300 Euro bei Amazon dennoch zu hoch.
+ Vorteile:
- robuste Verarbeitung
- fünffach optischer Zoom
- tolle Verarbeitung
– Nachteile:
- Technik bereits älter
- relativ teuer
- keine Konnektivitäts-Features
4. Günstig, aber mit deutlichen Mängeln: Yixinxin UP014BU
Verarbeitung & Features: Von einer No-Name-Unterwasserkamera mit einem Preis von aktuell knapp 70 Euro erwarten wir nicht unbedingt viel. Vorbildlich: Die Yixinxin UP014BU ist die einzige Kamera in unserem Test, bei der eine microSD-Karte mit 16 GB Speicherplatz zum Lieferumfang gehört. Sie verfügt über einen Einzel-Autofokus, der zwar langsam arbeitet, aber meistens korrekt scharf stellt – auch die Gesichtserkennung funktioniert leidlich gut. Das Gerät bietet nur wenige weitere Funktionen von teils zweifelhafter Qualität: Laut Hersteller verfügt die Kamera auch über eine automatische Lächelerkennung, die in unserem Test allerdings nicht funktioniert. Die Yixinxin beherrscht mehrere Aufnahmemodi, ein echter Unterwasser-Modus ist aber nicht dabei. Auf einen optischen Zoom müssen wir ebenfalls verzichten. Die Schutzklappe für das Akku- und Speicherkartenfach schließen wir nur mit einigem Kraftaufwand. Immerhin sperren wir sie separat wasserdicht ab.
Bedienung & Handling: Beim Bedienen der Yixinxin UP014BU geraten wir regelmäßig durcheinander: Zwar gibt es nur sechs Tasten auf der Rückseite der Kamera, diese sind aber doppelt belegt und tun nicht immer das, was draufsteht. So versteckt sich die Modusauswahl hinter einer Taste, die mit „Set” graviert und zusätzlich mit „Menu” beschriftet ist. Wohlgemerkt: Es gibt eine eigene, mit „Mode” beschriftete Taste – mit dieser wechseln wir allerdings durch Foto-, Video- und Anzeigemodus. Doch sei’s drum, auf die meisten Optionen können wir ohnehin verzichten, weil sie kaum Einfluss auf die Bedienung oder die entstehenden Fotos haben. Wir schalten die Kamera also ein und fotografieren drauf los – das funktioniert einigermaßen gut. Drücken wir den Auslöser halb durch, stellt der Autofokus scharf. Wir erhalten zwar kein haptisches Feedback, aber die Kamera quittiert den Vorgang damit, dass das Viereck auf der Anzeige von gelb zu grün wechselt. Teilweise arbeitet die Yixinxin sehr träge, vereinzelt scheint der Auslöser überhaupt nicht zu reagieren. Bei unserem Unterwasser-Test funktioniert der Power-Button nach einiger Zeit im Wasser nicht mehr – wir müssen den Akku herausnehmen, um die Kamera auszuschalten. Nachdem wir den Akku wieder eingesteckt haben, funktioniert alles wie gehabt. Wir können diesen Fehler in unserem Test nicht verlässlich reproduzieren, haben aber auch darüber hinaus immer mal wieder mit kleinen Problemen bei der Bedienung zu kämpfen – Verlässlichkeit ist also nicht die größte Stärke der Yixinxin-Unterwasserkamera, Langlebigkeit vermutlich auch nicht.
Bild- & Videoqualität: Zwar wirbt der Hersteller mit 64 Megapixeln Auflösung und Videoaufnahmen in 4K. Wir stellen jedoch schnell fest, dass es sich dabei um interpolierte, also digital aufgeplusterte, Megapixel handelt, was der Hersteller nirgendwo transparent kommuniziert. Wer entsprechend hochauflösende Fotos erwartet, wird hier bei genauerem Hinsehen enttäuscht. Die Yixinxin UP014BU ist nicht sonderlich lichtstark und kann weder mit einer lebhaften Farbwiedergabe noch mit einem hohen Dynamikumfang glänzen. Ihre Naheinstellgrenze liegt in unserem Test bei rund 50 Zentimetern, und selbst wenn der träge Autofokus einmal scharfgestellt hat, sind die Resultate manchmal unscharf, vor allem an den Bildrändern. Die Bildqualität wirkt in die Jahre gekommen. Die Yixinxin kann die Rotverschiebung im Wasser nicht direkt im Gerät ausgleichen und das Display ist unter Wasser sehr schwierig abzulesen. Die Videoaufnahmen sind nahezu unbrauchbar: Bewegen wir die Kamera, wabern, kippen und verbiegen sich senkrechte Linien im Video spürbar aufgrund des Rolling-Shutter-Effekts, der für langsame Sensor-Ausleseraten typisch ist. Und dennoch: Die Yixinxin-Kamera fotografiert und bleibt dabei wasserdicht. Vereinzelt gelingt uns ein lustiges Unterwasser-Porträt von unseren Mitreisenden – und womöglich ist das auch alles, was man von einer Kamera für rund 70 Euro erwarten kann.
Fazit: Die Yixinxin UP014BU ist die günstigste Unterwasserkamera in unserem Test – und das merkt man ihr häufig auch an. Die Bedienung ist verwirrend, Tasten sind doppelt belegt und teils irreführend beschriftet. Die Kamera reagiert immer mal wieder träge oder überhaupt nicht. Die beworbenen 64 Megapixel sind in Wahrheit interpoliert. Auch die Videoaufnahmen halten nicht, was sie versprechen, erübrigen sich aber wegen des Rolling-Shutter-Effekts ohnehin. Ein echter Unterwasser-Modus fehlt ebenso wie ein optischer Zoom. Die Lächelerkennung lässt ebenso zu wünschen übrig wie die Lichtempfindlichkeit und Farbwiedergabe. Dementsprechend mittelmäßig ist die Bildqualität, und die Videoaufnahmen sind aufgrund des Rolling-Shutter-Effekts kaum zu gebrauchen. Immerhin: Der Kamera liegt eine 16-GB-microSD-Karte bei, zudem bleibt sie in unserem Test tatsächlich dicht. Wer sich einfach nur die Zeit am Strand vertreiben oder ein paar Schnappschüsse rund um den heimischen Pool schießen und dafür möglichst wenig ausgeben möchte, bekommt hier womöglich das passende Gerät. Alle anderen sind beispielsweise mit der Kodak PixPro WPZ2 besser beraten. Die kostet zwar rund 100 Euro mehr, beherrscht ihre Aufgaben aber auch deutlich besser.
+ Vorteile:
- relativ günstig
- inklusive microSD
- mit Autofokus
– Nachteile:
- Bildqualität allenfalls mittelmäßig
- Videoaufnahmen unbrauchbar
5. Selfie-Kamera mit Frustpotential: Agfaphoto Realishot WP8000
Verarbeitung & Features: Wir sind anfänglich neugierig auf die Agfaphoto Realishot WP8000: Sie ist kompakt, ziemlich leicht und verfügt über einen zweiten Bildschirm auf der Vorderseite zum Aufnehmen von Selfies – auch unter Wasser. Das klingt spaßig. Dafür dürfte auch die geringe Tauchtiefe von maximal 3 Metern ausreichend sein. Die Freude trübt sich jedoch schnell: Die Kamera verfügt über eine Art Einstellrädchen an der Seite, das sich allerdings nicht bewegen lässt. Wir können uns keinen Reim darauf machen, wozu es dienen soll. Das Rädchen ist zu schmucklos, um ein dekoratives Element zu sein, weshalb wir davon ausgehen, dass das Element auf Produktbildern einen Eindruck erwecken soll, den das Produkt letztlich nicht einlösen kann. Der Hersteller wirbt mit 24 Megapixeln Auflösung, tatsächlich handelt es sich jedoch um interpolierte Pixel. Einen optischen Zoom bietet die Kamera nicht und wir verzichten darauf, den 16-fachen digitalen Zoom zu nutzen. Der entnehmbare Akku und die microSD-Karte sitzen in einem Fach, das wir mittels eines simplen Schiebemechanismus versperren, der jedoch selbst mit zwei Händen schwierig zu öffnen ist.
Bedienung & Handling: Als einzige Unterwasserkamera in unserem Test hat die Agfaphoto Realishot WP8000 einen fixen Fokus – das Scharfstellen erübrigt sich also. Dementsprechend besitzt die Kamera auch keinen zweistufigen Auslöser. Die Bedienung über die insgesamt sechs Tasten auf der Rückseite ist verwirrend: Ähnlich wie beim Modell von Yixinxin löschen wir etwa Fotos nicht über die „Löschen“-Taste, sondern über die „Set/Menu/OK“-Taste. Das funktioniert allerdings nur, wenn die Kamera überhaupt anspringt: Anfänglich tut sie das noch zuverlässig, nach einiger Zeit hängt sie sich beim Einschalten jedoch immer wieder auf und friert ein. Über den Power-Knopf lässt sich die Kamera dann nicht mehr abschalten. Wir müssen den Akku entfernen, neu einlegen und es erneut versuchen. Das könnte mit einem vermuteten Wasserschaden zusammenhängen: Als wir die Kamera zum ersten Mal auf Tauchstation schicken, steigen an ein oder zwei Punkten am Gehäuse winzige Luftbläschen auf – die Agfaphoto könnte also undicht gewesen sein.
Bild- & Videoqualität: Sofern die Kamera startet und wir eine Speicherkarte einsetzen, nimmt sie vergleichsweise farbenfrohe Fotos auf, die auf den ersten Blick recht scharf wirken. Erst beim Heranzoomen wird klar, dass es sich nicht um echte, sondern interpolierte Auflösung handelt. Der vordere Bildschirm hilft beim Aufnehmen von Selfies, auch unter Wasser. Aufgrund des festen Fokus müssen wir aber darauf achten, das Gerät auf einer vollen Armlänge Abstand zu halten, andernfalls geraten die Bilder unscharf. Aus dem gleichen Grund kann sie auch keine Makroaufnahmen von Fischen, Korallen und Co. anfertigen. Auch bei weiter entfernten Gegenständen ist die relative Schärfe nicht im gesamten Bildbereich gleich gut, das kann selbst die ordentliche Farbwiedergabe nicht ausgleichen. Über einen separaten Unterwasser-Modus verfügt die Kamera nicht. Beim späteren Betrachten unserer Fotos am PC stellen wir außerdem fest, dass die hellsten Lichter fehlerhaft wiedergegeben werden – als weiße Fläche mit blauen, roten, pinken und gelben Streifen. Das Phänomen tritt insbesondere bei Fotos auf, auf denen sehr dunkle und sehr helle Bereiche im Bild zu sehen sind. Die Schäden beschränken sich dabei teils auf die Reflexionen der Mittagssonne auf einzelnen Blattspitzen, teils nimmt er in Landschaftsaufnahmen mit Horizont aber auch den kompletten Himmel ein. Das macht viele unserer Fotos letztlich unbrauchbar. Im Videomodus stellen wir, anders als beim Modell von Yixinxin, immerhin keinen Rolling-Shutter-Effekt fest, allerdings setzt sich die fehlerhafte Wiedergabe der Highlights auch hier fort. Diesen Bildfehler registrieren wir bereits auf einigen der ersten Aufnahmen, die wir mit der Kamera machen, noch bevor sie zum ersten Mal im Wasser war – es dürfte sich also nicht um Feuchtigkeitsschäden handeln.
Fazit: Die Agfaphoto Realishot WP8000 macht zunächst einen sympathischen Eindruck als kompakte Unterwasser-Selfiekamera für spaßige Nachmittage am Wasser. In unserem Vergleichstest enttäuscht sie jedoch. Sie kann weder mit ihrer Verarbeitung, noch mit Zuverlässigkeit, toller Bildqualität oder einem niedrigen Preis überzeugen. Aktuell ist die Kamera online für rund 100 Euro erhältlich. Auch die günstige Yixinxin glänzt nicht mit intuitiver Bedienung, großen Tauchtiefen, einem riesigen Sensor, toller Auflösung oder vielen Funktionen. Sie schießt jedoch zuverlässig Fotos und bleibt über den Testzeitraum hinweg wasserdicht. Sie bietet einen Autofokus und ist mit rund 70 Euro vergleichsweise günstig. Bei der WP8000 bleibt hingegen die Frage offen, wem man das Gerät guten Gewissens empfehlen könnte: Für ernsthafte Unterwasserfotografie reicht die Hardware schlicht nicht aus – und für den Einsatz als Kinderkamera ist das Frustpotential zu groß. Dafür ist der Kaufpreis von rund 100 Euro zu hoch, weshalb die Realishot WP8000 das Schlusslicht in unserem Test bildet.
+ Vorteile:
- zweiter Bildschirm vorne
– Nachteile:
- unzuverlässig im Gebrauch
- Bildqualität mittelmäßig
- fehlerhafte Wiedergabe der Highlights
- fester Fokus
Unterwasserkamera: Die wichtigsten Fragen & Antworten
Was bedeuten IPX8 und IP68 bei Kameras?
Die Bezeichnungen stammen aus der Schutzart-Norm IEC 60529. Die erste Ziffer nach „IP” beschreibt den Schutz gegen Fremdkörper und Staub (0 bis 6), die zweite Ziffer beschreibt den Schutz gegen Wasser (0 bis 8). IP68 bedeutet dementsprechend: vollständig staubdicht und geschützt gegen dauerhaftes Untertauchen. Ein „X“ (wie in IPX8) bedeutet, dass der Staubschutz nicht gesondert geprüft wurde. Wichtig: Die zweite Ziffer „8“ sagt nichts über die mögliche Tauchtiefe aus. Sie besagt nur, dass die Kamera länger als bei Stufe 7 und tiefer als einen Meter untergetaucht werden darf. Die genaue Tauchtiefe und -dauer legt der Hersteller fest und gibt sie meist separat an.
Kann ich nicht einfach mein Handy als Unterwasserkamera nutzen?
Lieber nicht. Viele moderne Smartphones tragen zwar eine IP68-Kennzeichnung, diese soll das Gerät aber in aller Regel nur vor Regen, Spritzwasser oder einem versehentlichen Sturz ins Waschbecken schützen. Die Prüfung erfolgt zudem in ruhendem Süßwasser ohne Chlor, Salz oder Bewegung, die die Dichtungen und Elektronik zusätzlich belasten können. Zudem reagieren Touchscreens unter Wasser nicht zuverlässig. Wer wirklich unter Wasser fotografieren möchte, sollte also auf eine spezielle Unterwasserkamera setzen.
Was ist der Unterschied zwischen optischem Zoom und Digitalzoom?
Beim optischen Zoom vergrößert die Kamera das Motiv über die Bewegung der Linsen im Objektiv – die Kamera vergrößert das Bild also physisch und ohne Qualitätsverlust. Der Digitalzoom vergrößert lediglich den Ausschnitt des bereits aufgenommenen Bildes, wodurch das Bild gröber, unschärfer und detailärmer wird. Der Digitalzoom ist somit letztlich nichts anderes als das nachträgliche Vergrößern bzw. Zurechtschneiden von Fotos und Videos am PC.
Wie pflege ich meine Unterwasserkamera nach einem Tauchgang im Meer?
Salzwasser kann auch Unterwasserkameras zusetzen: Trocknet das Wasser, bilden sich Salzkristalle, die Dichtungen, Tasten und bewegliche Teile über Zeit angreifen können. Sie sollte die Kamera deshalb nach jedem Tauchgang im Meer gründlich mit klarem Süßwasser abspülen. Im Optimalfall legen Sie die Kamera für zehn bis 15 Minuten in einen Behälter mit lauwarmem Leitungswasser und betätigen dabei mehrfach die Tasten, um Salz aus den Zwischenräumen zu lösen. Anschließend trocknen Sie das Gerät mit einem weichen, fusselfreien Tuch und lassen es an der Luft trocknen.
Unterwasserkamera oder Action-Cam – was eignet sich besser für Unterwasserfotos?
Action-Cams spielen bei Videoaufnahmen ihre Stärken aus, denn dafür sind sie ausgelegt. Sie sind in der Regel sehr kompakt, filmen extrem weitwinklig und verfügen über eine mächtige Bildstabilisierung. Damit können Sie gerade beim Schnorcheln mit Wellengang noch ruhige Aufnahmen anfertigen. Wer hauptsächlich Bewegtbild aufnehmen möchte, ist mit einer Action-Cam also besser beraten als mit einer Unterwasserkamera. Allerdings verzerrt der starke Weitwinkel, es gibt keinen optischen Zoom und größere Tiefen sind bei vielen Action-Cams erst mit separatem Gehäuse möglich. Eine echte Unterwasserkamera bietet hingegen optischen Zoom, Unterwasser-Modi mit besserem Weißabgleich und natürlich die Möglichkeit, hochwertige, ansprechende Fotos zu schießen. Wer nicht nur filmen, sondern Fische, Krabben, Korallen und andere Unterwassermotive aus nächster Nähe fotografieren möchte, dürfte deshalb mit einer Unterwasserkamera besser beraten sein.
Hinweis: Dieser Text wurde teilweise mit maschineller Unterstützung erstellt und nach den üblichen, strengen redaktionellen Kriterien bearbeitet und geprüft.