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Rassismusvorwürfe "Mein Indianerheft" hat ausgedient: Verlag benennt Übungsmaterialien für Schüler um

Frau vor einem Regal mit Schulbüchern
Der Klett-Verlag möchte seine Übungshefte für Grundschüler anpassen
© Punchim / Getty Images
Jahrelang lernten Grundschulkinder mit den "Indianerheften" aus dem Klett-Verlag lesen und rechnen. Nach Rassismusvorwürfen hat der Verlag den Namen der Reihe bereits geändert, auch die Bilddarstellungen sollen überarbeitet werden.

Grundschulkinder dürften die "Indianerhefte" des Klett-Verlags kennen: Kinder in der Vorschule und in den Schulklassen eins bis vier sollen mit diesen Heften das Lesen, Schreiben und Rechnen lernen. Angeleitet werden sie dabei von Anoki, einem Jungen aus der indigenen Bevölkerung Amerikas. Nun müssen sich die Kinder umgewöhnen: Der Titel wurde von "Mein Indianerheft" zu "Meine Anoki-Übungshefte" geändert, außerdem kündigte der Verlag weitere "visuelle Anpassungen" an.

Das gab der Verlag in einer Pressemitteilung bekannt. Die Reihe werde künftig auf "jegliche Bezüge zur indigenen Bevölkerung" verzichten, heißt es darin. "Wir sehen uns in der Verantwortung für die Bildung von Kindern und Jugendlichen, auch im Hinblick auf die Ausbildung interkultureller Kompetenzen in einer heute vielfältig sozial, kulturell und ethnisch geprägten Schule", schrieb der Klett-Verlag.

Aus "Mein Indianerheft" wird "Mein Anoki-Übungsheft"

Zuvor hatte es immer wieder Rassismusvorwürfe gegeben. Laut "Hamburger Abendblatt" zeigten sich unter anderem an einer Grundschule in Hamburg Eltern empört darüber, dass mit den Lehrmaterialien "rassistische Stereotypen" verbreitet wurden. Darauf hat der Verlag reagiert. Es sei nicht die Absicht gewesen, "die Geschichte der indigenen Bevölkerung Amerikas zu ignorieren".

Die Namensänderung hatte der Klett-Verlag bereits im Frühjahr vorgenommen, in vielen Schulen sind aber noch ältere Ausgaben im Einsatz. Darüber hinaus sollen laut Pressemitteilung auch die Bildwelten der Übungsbücher ab Januar 2021 angepasst werden. Anoki wird darin in Zukunft also wohl nicht mehr zu sehen sein – zumindest nicht so, wie ihn die Kinder bisher kennen.

Eine Verlagssprecherin verriet dem "Hamburger Abendblatt", dass dann vier Freunde die Kinder beim Lernen unterstützen sollen – ein gemischtes Team aus Jungen und Mädchen.

Quellen:Ernst Klett Verlag / "Hamburger Abendblatt"

epp

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