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Bedrohtes Wort der deutschen Sprache: "Kleinod" ist fast vergessen

Im Wettbewerb "Das bedrohte Wort" wird heute dem Einsender des Wortes "Kleinod" der gläserne Käseigel als Hauptpreis überreicht. Rund 3000 Vorschläge für den Titel des schönsten bedrohten Wortes wurden der Jury vorgeschlagen.

Der Begriff Kleinod ist das schönste bedrohte Wort der deutschen Sprache. Das hat die Jury eines bundesweiten Wettbewerbs entschieden, wie der Initiator und Sprecher des Wettbewerbs "Das bedrohte Wort", Bodo Mrozek in Berlin sagte. "Das Wort steht für ein auf den ersten Blick unscheinbares Ding, das jedoch einen hohen persönlichen Wert haben kann", erklärte Autor Mrozek ("Lexikon der bedrohten Wörter"). "Genauso ist es auch mit manchen Wörtern: Man muss zwei Mal hinsehen, um ihre Schönheit oder die persönliche Bedeutung zu entdecken." Der Hauptpreis - eine gläserne Skulptur mit dem ebenfalls selten gewordenen Namen Käseigel - geht an den Einsender des Gewinner-Vorschlags Kleinod.

Ziel des Wettbewerbs war nach Mrozeks Angaben der kreative und "nicht ganz bierernste" Umgang mit der deutschen Sprache. Zahlreiche einst gängige Wörter seien vom Aussterben bedroht und könnten schon der nächsten Generation nichts mehr sagen. Zum Wettbewerb waren rund 3000 Vorschläge für den Titel des schönsten bedrohten Wortes eingesandt worden.

Blümerant auf Platz zwei

Auf den zweiten Platz wählte die Jury, zu der auch die österreichische Schriftstellerin Eva Menasse und der Autor Jakob Hein gehörten, das Adjektiv blümerant. Es bezeichnet den Zustand eines leichten Unwohlseins und leitet sich vom französischen "bleu mourant" ("sterbendes Blau") her. Der dritte Platz ging an den Dreikäsehoch - einen fast vergessenen Ausdruck für ein kleines Kind. Zu den weiteren prämierten Wörtern gehören Labsal, Augenstern, Lichtspielhaus sowie das Adjektiv fernmündlich und das Verb bauchpinseln. Den zehnten Platz belegte der Schlüpfer. Es sei ein durch und durch ehrliches Wort, das besser zu dem damit bezeichneten Kleidungsstück passe, als Modebegriffe wie Tanga oder Slip, hieß es in der Begründung der Jury.

Lieblingswort Bandsalat

Und was ist das persönliches Lieblingswort unter den Bedrohten von Autor Mrozek? "In meinem "Lexikon der bedrohten Wörter" habe ich rund 600 Wörter gesammelt und erklärt. Da fällt es schwer, einzelne zu bevorzugen. Es gibt Begriffe, deren Klang ich mag, zum Beispiel das Wort Labsal. Mir geht es aber so wie den meisten Menschen: Am meisten bedeuten mir die Wörter aus meiner eigenen Jugend, an denen persönliche Erinnerungen hängen. Wie zum Beispiel der Bandsalat. Heute muss man ja schon erklären, dass das kein vegetarisches Gericht war, sondern ein lästiges Problem, das entstand, wenn sich Tonbänder verhedderten, die man dann mühsam mit einem Bleistift wieder aufwickeln musste."

DPA / DPA
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