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Der erste Band ohne Uderzo: Beim Teutates, Asterix ist zurück!

Albert Uderzo hat den Pinsel tatsächlich abgegeben: Der neueste "Asterix"-Band wurde erstmals vom Franzosen Didier Conrad gezeichnet. Darin verschlägt es den Gallier nach Schottland.

Schwere Zeiten für Römer und Wildschweine: Nach einer langen Durststrecke brechen Asterix und sein dickbäuchiger Kumpel Obelix wieder zu neuen Abenteuern auf. Am 24. Oktober erscheint der neue Band der Reihe, mittlerweile Nummer 35. Diesmal verschlägt es die Gallier ins Reich der furchteinflößenden Pikten, heutzutage besser bekannt als Schottland. Eine besondere Premiere: Erstmals stammen die Zeichnungen nicht von Asterix-Miterfinder Albert Uderzo.

"Als ich mich entschieden habe, die Pinsel wegzulegen, zog sich mein Herz zusammen", gestand der 86-jährige Uderzo kürzlich. "Aber es ist auch ein Glück da zu sein und zu sehen, wie das Abenteuer weitergeht." Die Asterix-Geschichten hatte Uderzo nach dem Tod von René Goscinny 1977 mit anderen Autoren fortgesetzt, nun scheidet er als letzter Gründervater aus der Comic-Serie aus. Die Entstehung des neuen Bandes verfolgte Uderzo aber aus nächster Nähe, immer wieder verbesserte er die Arbeit seines Nachfolgers Didier Conrad und gab Tipps.

Handlungsort des Abenteuer sind diesmal die britischen Highlands. Pikten ist der Name, den die alten Römer Völkern in Schottland und deren furchteinflößenden Kriegern gaben, wörtlich übersetzt bedeutet es "bemalte Menschen". Die Handlung ist ein streng gehütetes Geheimnis, einige Einzelheiten haben die Macher aber schon verraten: Es wird ein mit Tätowierungen übersäter Pikte namens Mac Oloch vorkommen, eine Hommage an den einst von Uderzo und Goscinny geschaffenen Comic-Indianer Umpah-Pah, es wird eine Liebesgeschichte geben, Whisky wird fließen wie sonst der Zaubertrank des Druiden Miraculix, und auch Bilder von Asterix und Obelix im Schottenrock machten schon die Runde.

Ganz Gallien? Nein!

Auf lieb gewonnene Traditionen werden Asterix-Fans nicht verzichten müssen, versichert der für den Text verantwortliche Jean-Yves Ferri: "Es wird Römer geben, epische Prügeleien mit 'Bonk! und 'Plaf!' und jede Menge Witze." Als gesetzt gelten dürfen die schon legendären Einleitungssätze "Wir befinden uns im Jahre 50 v. Chr. Ganz Gallien ist von den Römern besetzt... Ganz Gallien? Nein!" sowie das Feiergelage am Ende der Geschichte.

Für Conrad und Ferri - beide 1959 geboren und damit im Erscheinungsjahr des ersten Asterix-Bandes "Asterix der Gallier" - war es eine Herausforderung, einen Comic zu schaffen, der die Tradition der Erfolgsserie mit weltweit 352 Millionen verkauften Heften bewahrt, ohne zugleich verstaubt zu wirken. Zumal viele Fans ohnehin der Meinung sind, dass die Asterix-Hefte nie wieder so brüllend komisch und geistreich zugleich waren wie zu Goscinnys Zeiten. Conrads Vorgänger, Frédéric Mébarki, war mit dem hohen Erwartungsdruck nicht klargekommen und hatte schließlich hingeworfen.

Ob "Asterix bei den Pikten" an frühere Erfolge anknüpfen kann, wird sich bald zeigen. Die Macher jedenfalls sind optimistisch: Mit Blick auf die Startauflage von fünf Millionen Heften sagte Isabelle Magnac vom Verlag Albert René, in dem Asterix erscheint: "Das dürfte für die ersten zwei Wochen reichen."

jwi/AFP/DPA / DPA