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50. Geburtstag: Trauerfeier mit Asterix und Obelix

Der 50. Geburtstag von Asterix und Obelix wird mit einem neuen Comic gefeiert. Nur leider sind die Witze so alt wie Methusalix. Nun reicht es: Es wird Zeit, die alten Helden und den noch älteren Zeichner in Rente zu schicken.

Von Gerd Blank

Seit 50 Jahren kennen und lieben wir die unbeugsamen Gallier. Nichts konnte Asterix, Obelix und Co. aufhalten. Weder Römer, Piraten oder Indianer. Weder die Liebe noch Kleopatra. Sie erlebten Abenteuer in Frankreich, Korsika, Belgien, ach, eigentlich überall auf der Welt. Die Reise zum Mond haben die Freunde zwar noch nicht angetreten, dafür aber außerirdischen Besuch empfangen. Es gibt also eigentlich nichts mehr zu erzählen.

Erfunden wurden Asterix und seine Freunde vom Autoren René Goscinny und dem Zeichner Albert Uderzo. Der erste Band hieß "Asterix der Gallier", Obelix spielte nur eine kleine Rolle. Der dicke Freund - Entschuldigung, Obelix ist nicht dick, er hat nur schwere Knochen - also, der große Freund mit den Hinkelsteinen wurde erst mit dem zweiten Band "Die goldene Sichel" der ständige Begleiter und Stichwortgeber. In Deutschland erschien erst 1965 die erste Asterix-Übersetzung im Kauka-Verlag. Aber Kauka, Erfinder von Fix und Foxi, hat sich sehr viel künstlerische Freiheit bei der Bearbeitung des Stoffs genommen - und die Helden kurzerhand in Siggi und Babarras umgetauft. Seit 1968 veröffentlicht der Ehapa Verlag die Comics als Album, natürlich dann mit richtigen Namen und korrekten Übersetzungen.

Als René Goscinny 1977 starb, war das ein schwerer Schlag für die Comic-Serie. Der typische Goscinny-Witz war ja maßgeblich für den Erfolg von Asterix verantwortlich. Auch Lucky Luke, Isnogud und Umpah-Pah legte er die Worte in den Mund. Außerdem erfand er die herrlichen Geschichten über den kleinen Nick. Doch statt die Serie zu beenden, entwickelte Uderzo die Geschichten ab dem Band "Der große Graben" alleine weiter. Auch wenn die folgenden Bände vereinzelt noch recht witzig waren, konnten sie doch nie mehr die Qualität der Alben erreichen, die durch die gemeinsame Arbeit von Uderzo und Goscinny entstanden sind.

"Asterix und Obelix feiern Geburtstag" ist der 34. Band der erfolgreichen Reihe. Uderzo, inzwischen 82 Jahre alt, hat dafür mit seinem unverwechselbaren Zeichenstil einige Kurzgeschichten zusammengestellt. Natürlich sind alle Freunde (und Feinde) der Gallier dabei. Und natürlich werden Wildschweine verzehrt, Zaubertrank getrunken und Römer verkloppt. Es ist ja gerade dieses bekannte Muster, was für einen verklärten Blick sorgt, wenn man an Asterix denkt. Doch beim Lesen der neuen Abenteuer wird es auch deutlich, dass mit jedem weiteren Band die Sehnsucht nach den alten Ausgaben immer größer wird. Der Witz der alten Tage funktioniert nicht mehr, es fehlt die frische, durch die sich die alten Geschichten auszeichneten.

Vielleicht ist es nun an der Zeit, die Gallier in den Ruhestand zu schicken. Die Geschichten sind erzählt, neue Aspekte sind kaum mehr denkbar. Gönnen wir den alten Helden und ihren noch älteren Zeichner ihre Ruhe und erfreuen uns lieber daran, die tollen alten Ausgaben, immer wieder neu zu entdecken. Also: Alles Gute zum Geburtstag, Asterix. Und ruhe in Frieden.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.