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Deutsche Übersetzungen: Russischer Buchherbst bringt reiche Ernte

Russlands moderne Literatur ist im Umbruch. Etwa 60 Neuerscheinungen auf dem deutschen Markt liefern einen Überblick über die Vielfalt in der Literatur nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion.

Russlands moderne Literatur ist im Umbruch. Etwa 60 Neuerscheinungen auf dem deutschen Markt im Herbst 2003 erstatten eine Art Zwischenbericht, welche Vielfalt sich seit dem Ende der Sowjetunion vor zwölf Jahren in der russischen Literatur entwickelt hat. Eine gültige literarische Bewältigung des welthistorischen Umbruchs steht - ähnlich wie in Deutschland - noch aus, doch erste wichtige Autoren und Werke zeichnen sich ab.

Die Stadt wird zum Schauplatz

Das Dorf, Zufluchtstätte der Autoren der späten Sowjetzeit, hat als Handlungsort ausgedient. Die neue Literatur spielt in den Städten, die sich rasant wandeln. "Lebt in Moskau!" fordert Dmitri Prigow programmatisch im Titel seines neuen Buchs. Der Altmeister der SozArt, der Parodie auf die sowjetische Kultur, hat eine Art Autobiografie verfasst. Moskau ist auch der Schauplatz von Wladimir Makanins Buch "Underground oder ein Held unserer Zeit" oder bei Juri Mamlejews Roman "Die irrrlichternde Zeit".

Nah an der westlichen Postmoderne

Am dichtesten an die postmoderne Literatur des Westens haben sich Viktor Jerofejew, Viktor Pelewin ("Buddhas kleiner Finger") und Wladimir Sorokin herangeschrieben. Sorokin erzählt in seinem neuen Roman "Ljod. Das Eis" von einer Sekte, deren Mitglieder vom Eis des Tunguska-Meteoriten zu neuem Bewusstsein erweckt werden. Die utopische Sehnsucht nach einer liebevollen "Sprache der Herzen" wird konterkariert von der anti-utopischen Brutalität, mit der die Sektierer gewöhnliche Sterbliche, die "Fleischmenschen", töten. Der Zweck heiligt die Mittel - wie einst bei Lenin.

Anthologien verschaffen einen Überblick

Die feminine Seite der russische Literatur ist in diesem Herbst mit dem Erzählungszyklus "Die Lügen der Frauen" von Ljudmila Ulitzkaja vertreten. Tatjana Tolstaja hat in ihrem ersten Roman "Kys" die Stadt Fjodor-Kusmitschk erdacht, ein diktatorisch regiertes Moskau in 300 Jahren, in dem Bücher verboten sind. Einen gelungenen Überblick über die neuen russischen Autoren geben die Anthologien "Rußland - 21 neue Erzähler" oder "Zwischen Himmel und Erde".

"Ironische Krimis"

Der von Alexandra Marinina ausgelöste Boom russischer Krimis hat auch Autorinnen wie Polina Daschkowa, Viktorija Platowa und Anna Dankowzewa den Weg nach Deutschland gebahnt. Neuzugang ist Darja Donzowa. Deren "ironische Krimis" über unausgefüllte Hausfrauen auf Verbrecherjagd sind die beliebteste U-Bahn-Lektüre in Moskau. Bei den Männern wird das Krimi-Genre von Boris Akunin vertreten, mit den im 19. Jahrhundert spielenden Serien um den Fahnder Fandorin und die Nonne Pelagia.

Ernste Werke von Pristawkin und Solschenizyn

Zwei Werke stehen in ihrer Ernsthaftigkeit abseits von den neuen russischen Fantasiewelten: Anatoli Pristawkin arbeitet in «Ich flehe um Hinrichtung» die bedrückenden Erfahrungen auf, die er zehn Jahre lang als Vorsitzender der Amnestie-Kommission mit dem grausamen russischen Strafvollzug machen musste. Von Literaturnobelpreisträger Alexander Solschenizyn soll "Zweihundert Jahre zusammen. Die Juden in der Sowjetunion" erscheinen, der zweite Teil seines großen, aber umstrittenen Essays über die russisch-jüdische Geschichte.

Lohnenswerte Neuübersetzungen

Neuentdeckungen sind in diesem Herbst auch bei den Klassikern der Sowjetzeit und des 19. Jahrhunderts zu machen. Der Roman "Wiktor Wawitsch" von Boris Schitkow (1882-1938) wurde zu Sowjetzeiten nicht veröffentlicht. Die grandiose Studie über Jugend, Erotik und Politik in der russischen Revolution von 1905 blieb unter Verschluss. Die Übersetzerin Swetlana Geier krönt ihre Neuübertragung der Romane Fjodor Dostojewskis in Frankfurt mit der Vorstellung von "Die Brüder Karamasow".

Friedemann Kohler / DPA
Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.