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Hans Christian Andersen: Vom Schusterjungen zum Märchendichter

Hans Christian Andersen war seine Karriere ganz und gar nicht in die Wiege gelegt. Dennoch schaffte er es, Dänemarks bedeutendster Schriftsteller zu werden - einflussreichen Gönnern sei Dank.

Er reiste durch insgesamt 29 Länder in Europa, Nordafrika und dem Orient. Auf seinem Nachttisch deponierte er vorsichtshalber einen Zettel mit der Aufschrift "Bin nur scheintot". Wenn er reiste, hatte er immer ein Seil dabei - um sich im Fall eines Hotelbrandes abseilen zu können. Märchen oder Wahrheit? Am 2. April 1805 wurde in Odense auf der dänischen Insel Fünen der wohl berühmteste dänische Dichter und Schriftsteller geboren: Hans Christian Andersen. Den zweihundertsten Jahrestag seines Geburtstages feiert Dänemark mit einem Jahr voller Feste.

Andersen war Sohn eines armen Schuhmachers. Eine literarische Karriere war ihm also nicht in die Wiege gelegt. Mit 14 Jahren ging er nach Kopenhagen, um sich dort am königlichen Theater als Sänger ausbilden zu lassen. Grund dafür soll sein Faible für das Rampenlicht gewesen sein - er liebte es, im Mittelpunkt zu stehen. Von der Theaterdirektion unterstützt und durch den dänischen König Friedrich VI gefördert, konnte er 1822 die Lateinschule in Slagelsen besuchen. Auch ein anschließendes Universitätsstudium wurde ihm bis 1828 bezahlt.

Berühmt wurde Hans Christian Andersen durch Märchen wie "Die Prinzessin auf der Erbse", "Des Kaisers neue Kleider", "Das Mädchen mit den Schwefelhölzern", "Die Kleine Meerjungfrau" und "Das hässliche Entlein". Weniger bekannt ist, dass Andersen insgesamt 168 Märchen verfasst hat, dazu noch autobiographischen Texte, Novellen, Dramen, Gedichte und Reiseberichte. In Deutschland war der Däne sogar schon in den dreißiger Jahren der 19. Jahrhunderts populär - als seine eigenen Landsleute sich noch wenig für ihn interessierten. Hans Christian Andersen starb am 4. August 1875 in Kopenhagen.

Claudia Fudeus