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Joseph Barbera: Der Vater von Tom und Jerry ist tot

Hollywood ist um eine Legende ärmer. Der berühmte Cartoonzeichner Joseph Barbera starb im Alter von 95 Jahren in Los Angeles. Gemeinsam mit seinem Partner hatte er Zeichentrick-Hits wie "Familie Feuerstein" und "Tom und Jerry" geschaffen.

Der amerikanische Zeichentrick-Pionier Joseph Barbera, der Cartoons wie "Tom und Jerry" und die "Familie Feuerstein" schuf, ist tot. Wie US-Medien unter Berufung auf Angaben des Hollywoodstudios Warner Bros. berichteten, starb der Zeichentrickfilmer mit 95 Jahren in seinem Haus in Los Angeles. Der gebürtige New Yorker hatte seit den 30er Jahren in Hollywood gearbeitet. Beim Studio Metro-Goldwyn-Meyer (MGM) traf er auf William Hanna, mit dem er 1955 die Hanna-Barbera-Studios gründete.

Als Schöpfer und Produzenten erweckten sie berühmte Cartoon-Figuren zum Leben, darunter auch "Die Jetsons", "Scooby Doo" und "Yogi-Bär". Die erbitterten Verfolgungsjagden zwischen dem Kater Tom und der pfiffigen Maus Jerry, die sich Hanna und Barbera seit 1940 ausdachten, brachten dem Duo mehrere Oscar-Trophäen ein. Mit ihren TV-Cartoons verdienten sie sich auch zahlreiche Emmy-Preise. Beide Künstler sind mit einem Stern auf Hollywoods "Walk of Fame" verewigt.

Der amerikanische Filmkritiker Leonard Maltin urteilte einmal über das Team Hanna-Barbera, dass sich die beiden wunderbar ergänzten. Der brillante Zeichner Barbera habe stets die lustigen Einfälle, während Hanna menschliche Wärme und ein Gespür für die richtige Zeitabfolge einbringe. Dadurch gelang es ihnen laut Maltin, über Jahre hinweg mit denselben Figuren hochwertige Comic-Filme zu schaffen, ohne dass ihnen die Ideen ausgegangen wären.

Der Chef von Warner Bros., Barry Meyer, erklärte, Barbera und Hanna hätten Comic-Superstars geschaffen, die einen festen Platz in der populären zeitgenössischen Kultur der USA einnähmen. In diesen Arbeiten würden beide Künstler weiterleben. Dabei hatten die Zeichner zunächst ganz andere Karrieren eingeschlagen. Barbera, der im New Yorker Stadtteil Brooklyn aufwuchs, machte eine Banklehre, Hanna studierte Ingenieurwissenschaften und Journalismus. Irgendwann entdeckten sie jedoch ihr Talent fürs Zeichnen. Dafür, so hieß es in den Nachrufen auf Barbera, werden ihnen noch Generationen von Comic-Fans dankbar sein.

Hanna, der bereits 2001 starb, sagte einmal über seinen Partner, er kenne "niemanden, der mit einem schnellen Strich besser Stimmung und Ausdruck einfang kann".

DPA/AP/Reuters / AP / DPA / Reuters