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Streit ums Urheberrecht: Loriot-Tochter siegt - Verlag muss Biografie ändern

Das Gericht gab der Tochter recht: In der Biografie des verstorbenen Humoristen Vicco von Bülow verstoßen zu viele Zitate gegen das Urheberrecht.

Die Tochter des im August 2011 verstorbenen Humoristen Loriot hat im Rechtsstreit um eine nicht autorisierte Biografie über ihren Vater einen Teilerfolg erzielt. In einem Zivilprozess entschied das Landgericht Braunschweig am Mittwoch, dass das vom Münchner Riva-Verlag veröffentlichte Buch "Loriot Biographie" in seiner derzeitigen Form nicht weiter vertrieben werden dürfe.

Weil das Urteil noch nicht rechtskräftig ist, muss das kurz nach dem Tod Vicco von Bülows - so Loriots bürgerlicher Name - erschienene Buch aber nicht unmittelbar vom Markt genommen werden. Dies wird erst zwingend, wenn das Urteil rechtskräftig wird.

Susanne von Bülow beanstandete als Erbin in der Biografie 68 Textstellen. Nach dem Urteil hatte von Bülow mit ihren Anmerkungen in 35 Fällen Recht, weil die Zitate unter das Urheberrecht fallen und der Autor kein Zitatrecht gehabt habe. In weiteren 33 beanstandeten Fällen habe der Autor aber wie geschehen zitieren dürfen.

Das Landgericht sprach von Bülow das Recht zu, vom Verlag Auskunft über die mit dem Buch erzielten Erlöse zu bekommen, damit sie ihre Schadensersatzansprüche beziffern kann. Außerdem muss der Verlag etwa die Hälfte der Rechtsanwaltskosten von Bülows übernehmen - die andere knappe Hälfte muss sie selbst tragen, weil sie in etwa der Hälfte der beanstandeten Zitate kein Recht bekam.

sas/AFP / AFP