HOME

"Antikörper": Ein schwarzes Schaf bleibt ein Schaf

"Antikörper" hätte Deutschlands Beitrag für die Thriller-Oberklasse mit "Das Schweigen der Lämmer" oder "Sieben" werden können. Doch gute Drehbuchideen sterben reihenweise an handwerklichen Mängeln und schauspielerischem Mittelmaß.

Vieles geht schief bei der Verhaftung des Massenmörders Gabriel Engel: Zwei Polizisten sterben im Einsatz, für Engels jüngstes Opfer kommt jede Hilfe zu spät, und der Killer verletzt sich bei dem Fluchtversuch so schwer, dass er fortan im Rollstuhl sitzt. Doch die Hauptsache ist: Der Irre, der Bilder mit dem Blut seiner Opfer malt und mehr als zwölf Kinder und Jugendliche umgebracht haben soll, ist gefasst worden. Chefermittler Seiler feiert seinen Erfolg - zunächst.

Ein Dorf in Agonie

Währenddessen in dem kleinen Dorf Herbach: Seit dem Mord an dem jungen Mädchen Lucia ist die Gemeinde bis in ihre Grundfesten erschüttert. Dass der Fall immer noch nicht aufgeklärt ist, daran droht Dorfpolizist Michael Martens zu zerbrechen. Obwohl das Opfer nicht in Engels Tötungsschema passt - alle bekannten Opfer waren männlich -, beschließt das Landei Martens, nach Berlin zu fahren und den Verdächtigen zu verhören. Da der Inhaftierte inzwischen jede Kooperation mit dem BKA verweigert, kommt Kommissar Seiler der Besuch des naiven Schutzpolizisten, der nur eine halbe Stelle hat und auch einen Bauernhof bewirtschaften muss, gerade Recht. Und in der Tat: Der Mörder findet Gefallen daran, mit Martens zu sprechen - und seine Spielchen um Lüge und Wahrheit, Gut und Böse mit ihm zu treiben.

Große Vorbilder sind erlaubt

So weit, so "Schweigen der Lämmer". Offensichtlich sind die großen Vorbilder, und hätte sich Regisseur und Drehbuch-Autor Christian Alvart einfach dazu bekannt, diesen nachzueifern, "Antikörper" hätte ein verdammt guter, heftiger Thriller werden können. Die Eingangssequenz mit der Verhaftung Engels ist furios, und auch im weiteren Verlauf gelingen Alvart einige beklemmende und grauenhaft-gruselige Szenen. Vor allem aber lässt Alvarts Skript die Grenzen zwischen Gut und Böse auf perfide Weise verschwimmen und führt den Zuschauer zu einigen krassen Konfrontationen und fiesen Verdachtsmomenten. Doch der junge und offensichtlich unerfahrene Regisseur will zu viel des Bösen, möchte mehr als nur einen einfachen Thriller. Er stopft alles, was er an menschlichem Problempotenzial findet, in den Film: zickige Schwiegereltern, katholische Sexprobleme, durchdrehende Kinder, finanzielle Schieflagen, die Problematik von Massen-Gentests und die Erlebnisse eines Provinzbesuchers im Sündenpfuhl Großstadt. So willkürlich diese Aufzählung hier erscheint, so wirkt sie auch im Film. Unsortiert, unlogisch und vor allem übertrieben ist das Ganze manchmal und erlebt einen traurigen Höhepunkt im Finale des Films. Nur so viel: Rehe spielen eine Rolle, computeranimierte Rehe wohlgemerkt, die so schlecht gemacht sind, dass der Zuschauer vor Schmerz die eigentlich wichtige Frage vergisst: Was sollen die Pixel-Bambis da eigentlich?

Komm, geh' schauspielen

Viele Schwächen von "Antikörper" hätten gute Akteure überspielen können, doch leider ist der hemmungslose André Hennicke als Killer Engel der einzige, der einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Heinz Hoenig als grantelnder und leicht verprollter Kommissar Seiler spielt denselben Typ wie immer. Der angesagte Jungstar Wotan Wilke Möhring scheitert in der Rolle des Provinzpolizisten Martens völlig. In jeder Szene steht er herum wie ein Schaf. Das ändert sich auch nicht, als Martens dunkle Seiten zum Vorschein kommen. Auch ein schwarzes Schaf bleibt ein Schaf.

Ralf Sander
Themen in diesem Artikel
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(