"Das Leben der Anderen" Stasi-Opfer Biermann lobt den Film


Nach anfänglicher Skepsis ist er begeistert: Der Liedermacher Wolf Biermann, der am eigenen Leib erlebt hat, was es bedeutet, in einem Überwachungsstaat zu leben, lobt er das "Das Leben der Anderen".

Der 1976 aus der DDR ausgebürgerte Liedermacher Wolf Biermann hat den neuen Stasi-Film "Das Leben der Anderen" von Florian Henckel von Donnersmarck als "realistisches Sittenbild der DDR" gelobt.

Er komme "aus dem Staunen gar nicht raus", dass "ein westlich gewachsener Regie-Neuling wie Donnersmarck mit ein paar arrivierten Schauspielern in den Hauptrollen" einen solchen Film gedreht habe. Viele Details sähen so aus, "als wären sie aus meiner Geschichte zwischen dem totalen Verbot 1965 und der Ausbürgerung 1976 abgekupfert", sagte Biermann gegen der Tageszeitung "Die Welt".

Donnersmarck habe ihm vor etwa zwei Jahren seinen Entwurf für einen Film über die Stasi geschickt. "Ich wollte mit solch einem Projekt nichts zu tun haben. Ich war mir sicher, dass dieser Anfänger, dieser naive Knabe mit der Gnade einer späten Hochwohlgeborenheit im Westen nie und nimmer solch einen DDR-Stoff bewältigen kann, weder politisch noch künstlerisch." Der Film des Debütanten bringe ihn jetzt auf den Verdacht, meinte der 69-jährige Biermann, "dass die wirklich tiefere Aufarbeitung der zweiten Diktatur in Deutschland erst beginnt". Womöglich machten es jetzt die besser, "die all das Elend nicht selbst erlitten haben".

DPA DPA

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