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Silvester im TV: 15 Dinge, die Sie über "Der Partyschreck" wissen müssen

Peter Sellers hebt als indischer Statist eine mondäne Hollywood-Party aus den Angeln. "Der Partyschreck", Blake Edwards' Anarcho-Komödie aus dem Jahre 1968, gehört neben "Dinner for One" zum Silvester-Pflichtprogramm. 15 Fakten über den wüsten Slapstick-Klassiker.   

Peters Sellers und Claudine Longe

Wilde Schaumparty: Peters Sellers und seine Kollegin Claudine Longe in "Der Partyschreck"

• Der Werbeslogan auf dem Plakat damals lautete: "Sollten Sie jemals auf einer wilderen Party gewesen sein, sind Sie verhaftet!"

• Der Trailer ist für sich schon ein Meisterwerk:


• Das Drehbuch war mit 63 Seiten nur halb so lang wie ein übliches Hollywood-Skript. Der Großteil der Szenen war improvisiert, außerdem wurde der Film chronologisch gedreht, jede Sequenz baute auf der vorhergehenden auf.

• "Der Partyschreck" war einer der ersten Filme, für den das Video Assist System benutzt wurde, bei dem eine kleine Videokamera parallel zur Filmkamera die jeweilige Szene aufnahm. Der Regisseur musste so nicht erst warten, bis das gefilmte Material im Labor entwickelt wurde, sondern konnte das Ergebnis sofort begutachten.

• Trotz der beiden erfolgreichen Inspektor Clouseau-Komödien "Der rosarote Panther" (1963) und "Ein Schuss im Dunkeln" (1964) stand das Projekt "Partyschreck" unter keinem guten Stern. Peter Sellers war gesundheitlich angeschlagen und als unberechenbar gefürchtet, Blake Edwards galt als teurer Regisseur, speziell nach dem zwölf Millionen Dollar teuren Slapstick-Spektakel "Das große Rennen rund um die Welt" (1965). Und: Die beiden lagen über Kreuz. Produzent Walter Mirish rang ihnen die Zusage ab, die befürchtete Überschreitung des drei Millionen Dollar hohen Budgets selbst zu tragen. Erstaunlicherweise kam der Film sogar darunter ins Ziel.

• Die Musik stammt von Henry Mancini, der für insgesamt 28 Filme seines engen Freundes Blake Edwards die Scores komponierte. Er war 13 Mal für den Oscar nominiert und gewann ihn für "Frühstück bei Tiffany" (1961) "The Days of Wine and Roses" (1963) und "Victor/Victoria" (1982) - alle von Edwards inszeniert.

• Kann man gerne als Blake Edwards kleines Warming Up für "Der Partyschreck" sehen: Die großartige Partysequenz in "Frühstück bei Tiffany":


• In der legendären Badezimmerszene hört man im Hintergrund die Band den Song "It Had Better Be Tonight" spielen, den Mancini für "Der rosarote Panther" (1963) geschrieben hatte:


• Der Film ist zu großen Teilen inspiriert von den Klassikern des französischen Regisseurs und Schauspielers Jacques Tati ("Die Ferien des Mr. Hulot"), besonders von "Mon Oncle" (1959) und "Playtime" (1967), in denen sich die Komik aus der Konfrontation der Hauptfigur mit tückischen Einrichtungsgegenständen und technischen Geräten ergibt.

Hulot hadert mit einer modernen Küche in "Mon Oncle":


Warten mit Hulot in "Playtime":


• Ken Wales, der ausführende Produzent des Films, wäre am Set beinahe ertrunken, nachdem ihn Stuntman Dick Crockett aus Spaß in den mit Schaum gefüllten Swimmingpool geschubst hatte. Beide wussten nicht, dass es sich um Sauerstoff absorbierenden Löschschaum handelte, den die Feuerwehr zum Ersticken der Flammen einsetzt. Daher bekam Wales selbst mit dem Kopf über Wasser keine Luft, wurde aber rechtzeitig von Crewmitgliedern gerettet.

• Prinzessin Yasmin Aga Khan, Tochter der Hollywood-Diva Rita Hayworth und Prinz Aly Khan, zählte zu den Partystatisten.

• Der Film kam unglücklicherweise am 4. April 1968 in die Kinos, der Tag, an dem Martin Luther King erschossen wurde.

• Die indische Premierministerin Indira Gandhi war ein Fan des Films. Ihr Lieblingszitat stammt aus der Szene, in der Bakshi gefragt wird: "Was glauben Sie eigentlich, wer Sie sind?" Er antwortet: "In Indien glauben wir nicht, wer wir sind, wir wissen, wer wir sind!"

•Das sagten die Kritiker:

"'Der Partyschreck' ist sowohl klassische Farce als auch bissige Satire, eine hemmungslose Phantasie darüber, wie man sich das Leben in Hollywood so vorstellt." (Film Comment)

"Diese Party ist nur für jene etwas, die sonst nicht so viel rumkommen." (Time)

"Diese überzogene Farce ist eine liebenswürdige Verneigung an die Slapstick-Komödien der Stummfilmzeit." (Village Voice)

• Das sagte Blake Edwards:

"Die beiden inspirierendsten Menschen für mich bei diesem Film waren mein Therapeut und meine Frau."


Sendehinweis: "Der Partyschreck" läuft am 31.12. um 22.05 Uhr im Spartenkanal MGM (unter anderem über Sky empfangbar) und ist zum Beispiel über iTunes als Videostream abrufbar.