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Blake Edwards stirbt mit 88: "Der rosarote Panther" trägt Trauer

Sein Markenzeichen waren turbulente Komödien. International bekannt wurde Blake Edwards vor allem mit der "Pink Panther"-Reihe sowie dem Klassiker "Frühstück bei Tiffany". Nun starb der Regisseur im Alter von 88 Jahren.

Der amerikanische Regisseur Blake Edwards ist im Alter von 88 Jahren im Süden Kaliforniens gestorben. Sein Presseagent Gene Schwam teilte am Donnerstag mit, dass der Macher von Filmklassikern wie "Frühstück bei Tiffany" und "Der rosarote Panther" am Mittwoch den Folgen einer Lungenentzündung erlegen sei. Seine Frau Julie Andrews und weitere Mitglieder der Familie seien in seiner letzen Stunde bei ihm in einer Klinik in Santa Monica gewesen.

Bis zuletzt war Edwards künstlerisch aktiv. Schwam zufolge arbeitete der Regisseur jüngst an der Realisierung zweier Broadway-Musicals. "Sein Herz war so groß wie sein Talent", sagte der Agent, der den Altmeister der Komödie seit 40 Jahren kannte. Wegen Knieproblemen sei der Regisseur seit fast zwei Jahren weitgehend an den Rollstuhl gebunden gewesen.

Im Jahr 2004 erhielt Edwards den Oscar für sein Lebenswerk. Sein Ruhm verdankt sich nicht zuletzt der Akribie, mit der Edwards die Gesetze der Filmkomödie studierte und in seinen eigenen Arbeiten erfolgreich umsetzte. Der Sohn eines Hollywood-Produktionsleiters und Enkel eines Stummfilmmachers aus Tulsa im US-Bundesstaat Oklahoma bewunderte stets das legendäre Komiker-Paar Stan Laurel und Oliver Hardy, denen er 1965 in dem Streifen "Das große Rennen um die Welt" Reverenz erwies. Und Edwards gelang es auch, einen eigenen Komödien-Stil zu finden, der von Wortwitz, Slapstick und witzigem Chaos geprägt war.

Gefeiertes Comeback mit der "Traumfrau"

All das war in den besten Streifen um den "Rosaroten Panther" integriert. Seit Ende der 60er-Jahre geriet der Regisseur in Hollywood jedoch mit einigen kommerziellen Misserfolgen etwas ins Abseits. Privat hatte er hingegen in der 1969 geschlossenen Ehe mit Julie Andrews im zweiten Anlauf sein Glück gefunden.

Die britische Schauspielerin wirkte von da an in etlichen Filmen ihres Mannes mit, auch in "Zehn - Die Traumfrau". Diese erotische Komödie bescherte Edwards ein gefeiertes Comeback in Amerika. Schon im nächsten Film, "S.O.B. - Hollywoods letzter Heuler", nahm der Regisseur mit bitterer Satire die verlogene Scheinwelt der Traumfabrik ins Visier, eine Art persönliche Rache. Danach war er offenbar frei für sein Meisterwerk, das Remake der berühmten Ufa-Komödie "Victor/Victoria" mit der darin virtuos agierenden und singenden Ehefrau Andrews in einer Doppelrolle als Mann und Frau.

Um sein Erfolgsthema, nämlich die Krise des Mannes, drehte Edwards noch bis 1991 weitere sehenswerte und auch hintergründige Komödien wie zum Beispiel "Blind Date" mit Bruce Willis und Kim Basinger. In vier Jahrzehnten als Regisseur schuf er ein Werk, mit dem er als einer der ganz großen im Filmgeschäft in Erinnerung bleiben wird.

Robert Jablon und Benjamin Wünsch, DAPD (mit DPA)