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Großaufnahme X-Mas Special: 15 Dinge, die Sie über "Tatsächlich... Liebe" wissen müssen

Die einen lieben den Film, weil er so gnadenlos romantisch ist. Die anderen hassen ihn, weil er so gnadenlos romantisch ist. So oder so: "Tatsächlich... Liebe" aus dem Jahr 2003 zählt längst zu den Weihnachts-Evergreeens. 15 Fakten über die britische Komödie.

"Tatsächlich... Liebe"

Szene aus "Tatsächlich... Liebe": Der frisch gewählte britische Premierminister David (Hugh Grant) verliebt sich in seine Hausangestellte Natalie (Martine McCutcheon).

•Zur Einstimmung erstmal der Trailer:


•Die Begrüßungsszenen am Anfang und Ende des Films sind echt. Regisseur Richard Curtis schickte ein Team von Kameraleuten für eine Woche zum Flughafen Heathrow und bat die abgefilmten Personen anschließend, das Material benutzen zu dürfen.

•Ursprünglich hatte Curtis an zwei Filmen gleichzeitig gearbeitet. In dem einen stand der von Hugh Grant gespielte Premierminister im Mittelpunkt, im anderen der Schriftsteller Jamie, verkörpert von Colin Firth. Da sich beide Plots zu sehr ähnelten, beschloss er, sie beide für "Tatsächlich... Liebe" zusammenzufassen.

•Hugh Grant hasste die Szene, in der er zu "Jump (For My Love)" von den Pointer Sisters ausgelassen durch die Räume von Downing Street 10 tanzte. Er war der Ansicht, dass ein Premierminister so etwas nie tun würde. Wie auch immer, die Sequenz zählt zu den lustigsten des Films:

•Der See, in dem Jamie (Colin Firth) und seine portugiesische Assistentin Aurelia (Lucia Moniz) badeten, war in Wirklichkeit nur 45 Zentimeter tief, so dass die beiden kniend so tun mussten, als würden sie schwimmen. Außerdem wimmelte es dort von Mücken, Firth wurde mehrmals gestochen, einer der Stiche schwoll auf die Größe einer Avocado an.

•Im Film spricht Karen (Emma Thompson) von ihrem "großen Bruder" David (Hugh Grant). In Wirklichkeit ist Thompson anderthalb Jahre älter als Grant.

•"Tatsächlich... Liebe" wurde 2004 für zwei Golden Globes nominiert, Bestes Drehbuch und Bester Film Musical/Komödie, ging aber leer aus.

•Eine der amüsantesten Episoden ist die des tapsigen Caterers Colin, der ständig Pech bei Frauen hat, und dem schließlich in den USA die Herzen von gleich drei Traumfrauen zufliegen. Der Darsteller Kris Marshall war so begeistert, dass er in 21 Takes von drei so schönen Frauen ausgezogen wird, dass er den Scheck mit seiner Tagesgage zurückgab. Eine der Damen war übrigens January Jones, die vier Jahre später als Don Drapers Ehefrau Betty in "Mad Men" berühmt wurde.

•In einem Interview erzählte Richard Curtis, das ihm Stacey Snider, Chefin der koproduzierenden Universal, prognostizierte, dass "Tatsächlich... Liebe" 50 Millionen Dollar weniger einspielen würde, wenn er sämtliche Nacktszenen im Film ließe. Da er aber als Teenager nur wegen der Hoffnung, irgendjemanden nackt auf der Leinwand zu sehen ins Kino gegangen sei, ließ er die Sequenzen drin - auch um sein jüngeres Ich nicht zu verraten.

•Fürs Protokoll: Der Film kostete 45 Millionen Dollar und spielte weltweit rund 247 Millionen Dollar ein. Dazu kommen noch die sehr guten DVD-Verkäufe über die Jahre (vor allem an Weihnachten).  

•Für viele der Star des Films: der abgehalfterte Rockstar Billy Mack. Die Rolle bedeutete für den in England lange bekannten Schauspieler Bill Nighy mit 54 Jahren den großen internationalen Durchbruch. Macks Song "Christmas Is All Around", eine Coverversion von „Love Is All Around“ der Troggs aus dem Jahr 1967, avancierte zur Hymne des Films. Das Video dazu erinnert durchaus beabsichtigt an die von Robert Palmer aus den 80ern. Das Prinzip in "Addicted to Love", "Simply Irresistible" und "I Didn't Mean to Turn You On" war immer das gleiche: Vorne singt Palmer, dahinter bewegen sich schöne, identisch gekleidete Frauen im Rhythmus.

"Christmas Is All Around":


„Addicted to Love“:


•Kurz vor Ende des Films hat Claudia Schiffer einen Gastauftritt, in dem sie intensiv mit Liam Neeson flirtet. Für die knappe Minute soll sie 300.000 Dollar bekommen haben.

•Anfang dieses Jahres kamen einige der Darsteller noch einmal vor der Kamera zusammen, um in einem rund viertelstündigen Sketch zu dokumentieren, wie es ihren Figuren über die Jahre so ergangen ist. Der kleine Film wurde im März von der BBC im Rahmen der Spendenaktion Red Nose Day ausgestrahlt. Und, ja, Hugh Grant tanzt wieder:


•Das sagten die Kritiker:
"Eine rundherum unterhaltsame romantische Komödie, ein unbarmherzig fröhliches Konfekt, edel verpackt und perfekt konstruiert wie ein Rolls Royce. Mit seinem frechen Humor, seiner unglaublich attraktiven Besetzung, selbstsicheren Inszenierung und allumfassender Romantik wird dieser Film auf beiden Seiten des Atlantiks ein großer Erfolg werden." ("Variety") 

"Eine romantische Komödie, so aufgeschwollen lang wie ein Epos, das am Oscar-Rennen teilnehmen will, und die sich weniger anfühlt wie ein Film, sondern eher wie die Greatest-Hits-Sammlung eines Plattenlabels oder eine Sitcom-Kurzfilm-Rolle." ("New York Times") 

"'Tatsächlich... Liebe' will uns einbläuen, dass er total romantisch ist, daran gemessen ist er der unromantischste Film aller Zeiten. Wahrscheinlich ist es am besten, wenn wir alle zusammen die Liebe aufgeben, und mit unserem Leben fortfahren." ("The Atlantic")

Das sagt Richard Curtis:
"Der einzige Albtraum, den ich in meinem Leben hatte, war 'Tatsächlich… Liebe'. Beim den Drehbuchsitzungen hat das alles wunderbar funktioniert, aber als wir den Film fertig hatten und ich ihn geschnitten gesehen habe, war er... eine Katastrophe. Er beinhaltete zwölf Geschichten, und die in eine vernünftige Reihenfolge zu bringen, war enorm schwierig, wie dreidimensionales Schach. Man hätte ewig weiterspielen können, aber er musste ja zu Weihnachten nun einmal in die Kinos kommen."