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"Kill the boss": Mordlustige Satire mit Starbesetzung

Die Komödie "Kill the boss" ist selten jugendfrei - und wenig zimperlich. Die Krimisatire mit Jennifer Aniston, Kevin Spacey und Colin Farrell zieht das Genre des Gangsterfilms mit viel schwarzem Humor durch den Kakao.

Die Vereinigten Staaten von Amerika sind ein Land der Prüderie? Und voller Sensibilität hinsichtlich möglicher Diskriminierungen von Geschlecht oder Rasse? Diese Annahmen werden in der hochrangig besetzten Hollywood-Komödie "Kill the boss" auf den Kopf gestellt. Der Film spielt so lustvoll mit politisch unkorrektem Humor, dass ihm dafür wohl nur die wenigsten Zuschauer einen Vorwurf machen würden.

Aniston als nymphomane Zahnärztin

Die Hauptfiguren Kurt, Nick und Dale (Jason Sudeikis, Jason Bateman und Charlie Day) arbeiten in ganz unterschiedlichen Branchen. Eines aber haben sie gemeinsam: Sie hassen mit Inbrunst ihre Chefs. Denn die nymphomane Zahnärztin (Jennifer Aniston), der sadistische Bürohengst (Kevin Spacey) sowie der korrupte Unternehmerssohn (Colin Farrell) machen mit chauvinistischen Quälereien oder sexuellen Belästigungen den drei Freunden so sehr zu schaffen, dass diese schließlich nur noch einen Ausweg sehen: Es muss ihnen einfach gelingen, ihre Bosse ganz unauffällig um die Ecke zu bringen.

Kinotrailer: "Kill the Boss"

Doch dazu sind sie keineswegs in der Lage. Ihre schwach ausgeprägte kriminelle Energie ist das humoristische Pfund dieser Gangsterfilm-Satire. Beim Einbruch ins Haus eines der Bosse ziehen sich die drei Kumpels etwa ihre Hemdsärmel über die Hände, um keine Fingerabdrücke zu hinterlassen. Dann aber besudelt Kurt in kindischer Bosheit eine Zahnbürste und hinterlässt auf diese Weise jede Menge DNA-Spuren. Damit nicht genug: Als er Dales sexsüchtige Chefin beschatten soll, tut er das so offensichtlich, dass sie ihn mit einer erotischen Darbietung an ihrem Fenster ins Haus lockt und schließlich verführt.

Anrüchige Sprache, grotesker Humor

Die Dialoge des Films sind schon einmal rassistisch, frauenfeindlich und anrüchig, alle möglichen Geschlechtsteile, Körperausscheidungen und erotischen Vorlieben finden Platz. Die Bildsprache bleibt davon aber weitgehend frei. Und der groteske Humor ist immer so ironisch, dass die Klischees und Vorurteile durchweg auf die Schippe genommen werden.

Als die drei Antihelden Nick, Kurt und Dale ausgerechnet in einer Kneipe voller Afroamerikaner nach einem Profikiller suchen, wirft der Wirt ihnen sofort Diskriminierung vor und scheucht sie aus seiner Bar. Vor der Tür aber treffen sie dann auf den selbst ernannten "Motherfucker Jones" (Jamie Foxx) - und damit auf eine wahre Karikatur des schwarzen Gangsters. Jones will sich nämlich keineswegs selber die Finger schmutzig machen, sondern seinen naiven Auftraggebern lediglich als Berater zur Seite stehen und ihnen allein dafür 5000 Dollar abknöpfen.

Die Komödie "Kill the boss" zieht auf Kosten der drei unbeholfenen Chef-Hasser das Repertoire des Gangsterfilms durch den Kakao. Der Humor in dieser Welt der Drogen, Sexualität und Gewalt bespielt dabei die ganze Klaviatur des Irrsinns: von subtil bis albern. Ein Vergnügen für Freunde von leicht schmutziger satirischer Unterhaltung.

Franziska Bossy, DPA / DPA