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"Piranha 3D" Sexbomben bei die Fische


Großes Zuckpotential für Jungs ab 18 und andere Horrorfans bietet "Piranha 3D". Feierlustiges Jungvolk wird zu appetitlichem Fischfutter. Nichts für schwache Nerven.

In den Semesterferien fahren Tausende Studenten frohgemut an einen See, um mal richtig abzufeiern. Und während sich im Horrorfilm "Piranha 3D" auf dem Wasser das leichtgeschürzte Partyvolk tummelt und Disco-Boote mit Wet-T-Shirt-Wettbewerben um die Wette lärmen, versammeln sich im Wasser erwartungsvoll die titelgebenden Fische.

Ein Erdbeben hat die prähistorischen Untiere aus dem Tiefschlaf in einer Unterwasserhöhle direkt in ein Freizeitparadies befördert, dessen Urlauber wirklich zum Anbeißen sind. Seit langem hat sich kein Horrorfilmer mehr getraut, seine Opfer so appetitlich anzurichten wie der Franzose Alexandre Aja, der sich einen Namen mit Horror-Remakes wie "Hügel der blutigen Augen" gemacht hat. In seinem Remake der Horrorstreifen "Piranha" und "Piranha II", die ihrerseits ein ironischer Abklatsch des Fangzahnklassikers "Der weiße Hai" (1975) sind, demonstriert er die wahre Bestimmung des 3D-Formats und lässt die räumliche Wirkung entsprechender Körbchengrößen plastisch zur Geltung kommen.

Halbierte Pin-ups und andere Gemeinheiten

Sein reuelos sexistisches Schlachtfest erweist sich als deftiger Cocktail aus Splatterkomödie und Softporno für große Jungs. Unter 18 Jahren darf zur Recht keiner rein. Das große Fressen, kurz und nackig und ziemlich versiert inszeniert, zitiert liebevoll die Vorbilder. Kein Geringerer als Richard Dreyfuss, der einst den "Weißen Hai" zur Strecke brachte, ist als Angler das erste Opfer. Elisabeth Shue ("Leaving Las Vegas"), die eine große Zukunft hinter sich hat, mimt Sheriff Julie, die vergeblich versucht, die Partymeute aus dem Wasser zu kriegen. Ving Rhames ("Pulp Fiction") als ihr Assistent hat die tolle Idee, die Piranhas per Außenbordmotor zu schnetzeln. Der stets zuverlässig verrückte Christopher Lloyd ("Addams Family") gibt einen manischen Wissenschaftler, der die Killerfische identifiziert.

Als Rahmenhandlung dient ein Bootsausflug von Julies schüchternem Sohn Jake, gespielt von Steven R. McQueen, dem Enkel von Steve McQueen, mit Pornoproduzent Derrick, der ihn zu einem Fotoshooting einlädt. Mit auf dem Boot sind drei Bikini-Schönheiten: Jakes Mitschülerin und heimlicher Schwarm sowie zwei Models, darunter Kelly Brook, die mal zum "Besten britischen Frauenkörper derzeit" gewählt wurde.

Großes Zuckpotential

Geschickt schürt Aja die Angstlust und lässt etwa die sexy Köder in aller Seelenruhe zu klassischer Musik lesbische Wasserspielchen machen, bevor das fischige Strafgericht zuschlägt. Und das hat es in sich: Bei dem blutrünstigen Gemetzel werden keine Gefangenen gemacht. Wenn die enthemmte Jugend verhackstückt wird, dürfte dies nur Zuschauern gefallen, die auch beim Anblick von Labskaus keinen Ekel empfinden.

Immerhin präsentiert die schwarzhumorige Schlachtplatte nicht nur halbierte Pin-ups, sondern gibt dem Publikum auch eine ultrafiese Kastrationsfantasie mit. So lässt Aja selbst Horror-Aficionados öfter zusammenzucken als erwartet - womit der tiefere Sinn dieser buchstäblich reißerischen Blut-und Brüste-Revue erfüllt sein dürfte.

Von Birgit Roschy, DAPD dapd

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