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"Schwarzwaldklinik": Das Comeback des Glottertals

Die "Schwarzwaldklinik", deutsche Kultserie der 80er Jahre, ist nicht totzukriegen: Ab Anfang September bevölkern in der siebten Wiederholung Professor Brinkmann und die anderen Weißkittel den Bildschirm.

Sie war die deutsche Kultserie der 80er Jahre und hat weltweit Millionen Menschen in ihren Bann gezogen: Auch 19 Jahre nach den ersten Dreharbeiten ist die "Schwarzwaldklinik" nicht klein zu kriegen und kehrt als siebte Wiederholung zurück auf den Bildschirm. Vom 3. September an, täglich um 10.03 Uhr, werden die Geschichten von Professor Brinkmann und Oberschwester Hildegard im ZDF-Vormittagsprogramm ausgestrahlt. Das Glottertal, die Heimat der Fernsehklinik, profitiert noch heute von dem Erfolg der Serie.

Die bisher populärste TV-Serie

"Die Schwarzwaldklinik war ein Phänomen, wie wir es in Deutschland zuvor nie hatten und auch nicht wieder haben werden", sagt der Produzent der Serie, Wolfgang Rademann (68). Die "Schwarzwaldklinik" gilt als die bislang populärste und erfolgreichste deutsche Fernsehunterhaltungsserie. Bis zu 28 Millionen Menschen saßen in den 80er und 90er Jahren vor den TV-Geräten, wenn die Schauspieler Klausjürgen Wussow, Gaby Dohm, Sascha Hehn, Eva-Maria Bauer und Anja Kruse die Ärztekittel überstreiften.

Verkauf in 42 Länder

Auch international wurde die "Schwarzwaldklinik" ein Erfolg. Die Serie wurde in insgesamt 42 Länder verkauft und gehört damit neben "Derrick" zu den Bestsellern des ZDF im Ausland. Auch in Afrika, in den USA, Ungarn, Skandinavien und Italien verfolgten die Fernsehzuschauer die Geschichten aus dem Glottertal.

73 Folgen mit Kultcharakter

Für Produzent Rademann war die Qualität der Grund für den Erfolg. "Es gab exzellente Drehbücher und die beste Besetzung, die das deutsche Fernsehen je hatte." Die Dreharbeiten begannen 1984, im Oktober 1985 ging die erste Folge auf Sendung. Insgesamt wurden 73 Folgen gedreht. Mittlerweile hat die "Schwarzwaldklinik" Kultcharakter. "Das liegt daran, dass wir rechtzeitig aufgehört und die Sache nicht unnötig in die Länge gezogen haben", sagt Rademann. Allein in Deutschland seien nach dem Ende "Schwarzwaldklinik" mehr als 25 Ärzteserien ins Fernsehen gebracht worden. Den Erfolg des Vorbildes aus dem Schwarzwald schaffte jedoch keine.

Glottertal wurde weltberühmt

Im Glottertal fragen noch heute Touristen nach der Serie und ihren Drehorten. "Der Schwarzwaldklinik haben wir viel zu verdanken», sagt Eugen Jehle, Bürgermeister der 3.000 Einwohner zählenden Gemeinde. Das Winzerdorf wurde durch den TV-Klassiker weltweit berühmt. Touristenmassen pilgerten zu dem Gebäude, vor dem die Außenaufnahmen stattfanden und bevölkerten die Umgebung.

Mit jeder Wiederholung kamen neuen Touristen

Profitiert davon hat auch Rolf Schill (56). Sein Haus steht in der Nähe der Klinik. Als die Touristen kamen, machte er seinen Friseurladen dicht. Seither verkauft er Souvenirs rund um die "Schwarzwaldklinik". Im Vergleich zu den 80er Jahren ist der Umsatz zwar um 80 Prozent zurückgegangen, sagt Schill. Die "Schwarzwaldklinik" sei aber auch noch heute gefragt. "Die Menschen kommen immer dann, wenn die Serie wieder irgendwo wiederholt wird", sagt Schill. Die meisten würden in das Glottertal reisen, um in Erinnerungen zu schwelgen. Die Fernsehserie habe dem Schwarzwald "ein positives Image" verliehen.

Innenaufnahmen kamen aus Hamburg

In dem markanten Gebäude in Glottertal, vor dem gedreht wurde, ist heute eine Klinik zur Familienrehabilitation untergebracht. Weitere Drehorte waren ein Heimatmuseum in Grafenhausen (Kreis Waldshut) sowie der Titisee. Sämtliche Innenaufnahmen fanden in einem Studio in Hamburg statt.