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"Shaun of the Dead": Haut den Toten auf die Pfoten

Shaun will seine Freundin zurück. Und er ist bereit, dafür über Leichen zu gehen - auch wenn die sich noch bewegen. Aus England kommt "eine romantische Komödie. Mit Zombies."

Von Claudia Fudeus

Als Shaun aufwacht, ist es zu früh an einem späten Sonntagmorgen. Die Nacht mit seinem Kumpel Ed in der Stammkneipe "Winchester" war lang. Er hat einen Mordskater. Er ist zum Mittagessen bei seiner Mutter eingeladen, wo er mit seinem verhassten Stiefvater streiten wird. Seine Freundin hat ihn verlassen. Seine jugendlichen Mitarbeiter lachen über ihn, den Aushilfsmanager. Seine beiden Mitbewohner können sich nicht ausstehen und machen sein Leben zur Hölle. Er könnte genau so gut tot sein.

Die meisten seiner Nachbarn sind da einen entscheidenden Schritt weiter: sie sind bereits tot. Und bevölkern als Zombies die Straßen Londons - langsam und taumelnd zwar, aber zielstrebig auf der Suche nach Frischfleisch. Beim routinierten Gang zum Kiosk bekommt Shaun davon noch gar nichts mit. Kein Wunder, er ist ja selbst nicht in der besten Verfassung. Und wenn man weiß, wo die Getränke stehen, guckt man sich nicht weiter um. Dabei geht Shaun für sein Eis sogar über Leichen.

Von blutig zu mutig

Dass etwas nicht stimmt mit seiner Umwelt, fällt Shaun und seinem sofasüchtigen Kumpel Ed erst nach einem ganz und gar nicht romantischen Techtelmechtel mit einer recht blassen Tussi im Hinterhof auf: Die ist nicht betrunken, sondern zombifiziert. Und lässt sich auch mit einer Eisenstange durch den Bauch kaum von ihren Annäherungsversuchen abhalten. Schnell ist das Haus der beiden Freunde von einer ganzen Horde Zombies umzingelt.

Angesichts all dieser Untoten wird Langweiler Shaun plötzlich richtig lebendig: Er will seine Mutter retten. Seine Freundin. Beide in Sicherheit bringen. Ins "Winchester". Bewaffnet mit allem, was ihnen in die Finger kommt, machen sich die beiden Loser auf, um die Welt zu retten - zumindest ihre kleine eigene. Vielleicht schaffen sie es sogar, vor dem Sterben noch erwachsen zu werden.

Gelungene Mischung

"Shaun of the Dead" ist "eine romantische Komödie. Mit Zombies" - so der Untertitel. Und vor allem ist dieser britische Film eines: ein Mordsspaß. Hemmungslos bedienen sich die Macher all der Dinge, die an Zombiefilmen geschätzt werden: viel Blut und Innereien, herunterhängende Körperteile, tumbe Gesichtsausdrücke, Herumgestöhne. Peter Jackson, der Oscar-prämierte Regisseur der "Herr der Ringe"-Trilogie und selbst ein alter Splatter-Hase, schwärmte, "Shaun of the Dead" sei der "unterhaltsamste Film des Jahres".

Wenn Shaun und seine Freundin Liz ihre Beziehungsdiskussionen führen, wenn er planlos und vertölpelt versucht, erst die Beziehung, später Liz zu retten, dann könnte man sich jedoch genau so gut in einem typischen Hollywood-Dating-Film befinden. Über dieser an sich schon spannenden Kombination lauert, ständig bissbereit, der bekannte britische Humor und sorgt für absurde Situationen und witzige Dialoge im Stil von "wenn er mir noch einmal über den Weg läuft, ist er ein toter Mann".

Fans im Zombiefieber

Auf die Idee, einen Zombiefilm der anderen Art zu drehen, kamen Regisseur Edgar Wright und Hauptdarsteller Simon Pegg bei der Arbeit: Beide waren Ende der neunziger Jahre an der erfolgreichen BBC-Serie "Spaced", einer Sitcom über das Slackerleben von Endzwanzigern, beteiligt. Eine der frühen Episoden zeigte die Figur, die Simon Pegg spielte, gefangen im Computerspiel "Resident Evil 2" - in dem er sich Horden von Zombies erwehren musste. Wie viel Spaß könnte man erst haben, konzipierte man das Ganze als kompletten Spielfilm, dachten sich die beiden.

Sie schrieben ein Drehbuch, überlebten den Konkurs der ersten Produktionsfirma und machten sich schließlich an die Dreharbeiten. "Spaced"-Fans rissen sich um die Statistenrollen, Profi-Kleindarsteller und Zirkusartisten wurden gecastet und Schauspieler im Freundes- und Kollegenkreis gefunden. Teilweise wurden die Zombies auch von begeisterten Anwohnern der Drehorte dargestellt. Ein Film, in dem nicht nur Kunst-, sondern auch viel Herzblut steckt. Und jede Menge Unterhaltungswert.

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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.