"The Science of Sleep" Die zauberhafte Welt des Stéphane


Der schüchterne Zeichner Stéphane flüchtet sich in eine Traumwelt au surrealen Fantasien. Als er sich in seine zauberhafte Nachbarin, gespielt von Charlotte Gainsbourg, verliebt, läuft er zur kreativen Hochform auf. Eine furioses Kinospektakel.

Gondry hat in Deutschland mit seinem Film "Vergiss mein nicht" bereits für Aufsehen gesorgt und Publikum und Kritiker durch seine verspielte Kreativität begeistert. Auch sein dritter Film - die erste, nach eigenem Drehbuch entstandene Produktion - ist innovativ und herrlich verrückt. Hauptfigur ist Stéphane (Gael Garcia Bernal, ein schüchterner Zeichner, der sich aus seiner öden Arbeit in einem Copyshop in Tagträume flüchtet. Als er sich in seine zauberhafte Nachbarin, die scheue Stéphanie, verliebt, entführt er sie in ein Reich der Fantasie. Der Zuschauer wird in ein Wechselbad aus surrealistischen Traumbildner und der Wirklichkeit hin- und hergeschleudert.

Stéphane moderiert im Schlaf in seinem TV-Studio aus Pappe und Filz Sendungen, in denen er seine Erlebnisse des realen Lebens Revue passieren lässt und sie in seine verrückten Wünsche einbindet. So sieht er sich und seine Arbeitskollegen als Band in Bärenfellen spielen oder als Chef durch das Büro fliegen. Seine grotesken Einfälle setzt Gondry visuell geschickt mit Hilfe komplizierter Computertechnik und Stop-Motion-Technik um.

Erneut steht das Thema Liebe im Mittelpunkt der Geschichte, auch wenn die Handlung droht, durch die atemberaubende und völlig wirre Traumwelt des Helden zur Nebensache zu werden. Die faszinierende Nachbarin, in die sich Stéphane verliebt, wird hervorragend von Charlotte Gainsbourg gespielt. Großartig ist auch die schauspielerische Leistung des Helden, der von Gael Garcia Bernal verkörpert wird.

In dem jungen Schauspieler, der einen Transvestiten in Pedro Almodovars "La mala educación" spielte oder den jungen Che Guevara in Walter Salles "Die Reise des jungen Che" interpretierte, hat Gondry einen perfekten Darsteller für die etwas kindliche, verspielte und naive Rolle gefunden.

Die surreale Inszenierung ist ein schriller Kinospaß, vorausgesetzt man ist bereit, sich bedingungslos in die oft nicht nachvollziehbare Traumwelt fallen zu lassen.

Sabine Glaubitz/DPA DPA

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