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"The Social Network" im Kino: Die Geschichte vom genialen Arschloch Zuckerberg

"The Social Network" erzählt von der Entstehung einer digitalen Weltmacht: Facebook. Und wer von Facebook erzählt, kommt an Mark Zuckerberg nicht vorbei. Aber um den geht es eigentlich auch nicht. Oder doch?

Ein Pärchen sitzt in der Studentenkneipe. Er spricht atemberaubend schnell von sich selbst und lässt das Mädchen nur gelegentlich an der Unterhaltung teilhaben, indem er ihre intellektuellen Fähigkeiten herabwürdigt. Schließlich legt sie die Hand auf seinen Arm und erklärt die Beziehung für beendet. Und damit der Junge es auch mitkriegt, sagt sie ihm, dass er sich vielleicht für einen Streber halte, er in Wahrheit aber einfach nur ein Arschloch sei. Der Junge heißt übrigens Mark Zuckerberg.

Als genialer Programmierer mit leichtem Asperger-Syndrom wird Mark Zuckerberg von dem US-Nerd-Darsteller Jesse Eisenberg porträtiert. Der sagte jüngst, dass der echte Zuckerberg ihm wegen seiner sozialen Inkompetenz ein bisschen leid täte.

Der Real- sowie der Film-Zuckerberg haben einst an der Eliteuniversität Harvard studiert. Dem Film nach zu urteilen ging es damals vor allem um Partys und Mädchen. Der reale Zuckerberg hat bereits abgewunken und gesagt, er habe hauptsächlich gearbeitet. Nachdem die Filmfreundin mit dem Film-Zuckerberg Schluss gemacht hat - der reale Zuckerberg ist seit 2003 in festen Händen - geht der auf sein Zimmer und programmiert eine Website namens "FaceMash". Die Jahrbuchfotos von Studentinnen werden in einem Match gegenübergestellt, und der User kann sagen, welche er sexier findet. Eben das, was enttäuschte Hacker so machen...

Das in nur einer Nacht geschriebene "FaceMash" ist so erfolgreich, dass der Harvard-Server zusammenbricht. Deshalb, und wegen des frauenfeindlichen Inhalts, muss sich Zuckerberg vor den Universitätsoberen rechtfertigen.

So werden die Zwillinge Cameron und Tyler Winklevoss und deren Kommilitone Divya Narendra auf Zuckerberg aufmerksam. Er soll ihnen helfen, eine Harvard-Dating-Website zu programmieren.

Zuckerberg sagt ihnen erst nicht, dass er von der Idee nichts hält. Stattdessen inspiriert sie ihn zu "The Facebook", einer Kommunikationsplattform, die nicht nur auf Harvard beschränkt sein soll. Seine Freunde, darunter vor allem Eduardo Saverin (Andrew Garfield), helfen tatkräftig mit.

"The Facebook" läuft an und hat Erfolg. Doch so richtig startet Zuckerbergs Schöpfung erst durch, als Napster-Erfinder Sean Parker (Justin Timberlake) an Bord kommt und den berühmten Satz sagt: "Eine Million Dollar ist nicht cool, aber eine Milliarde..." Zuckerberg kommt aus dem Staunen nicht heraus, während seine Freunde dem leicht paranoiden Parker nicht trauen.

Der beste Freund Eduardo hat am Ende das Nachsehen, denn für Zuckerberg zählt allein das Projekt. Seitdem Facebook neben Google und Apple zur digitalen Weltmacht aufgestiegen ist, haben sowohl die Winklevosses als auch Eduardo Saverin Zuckerberg verklagt. Die einen, weil sie meinen, er habe ihre Idee gestohlen, der andere, weil er ausgebootet wurde. Die große Kunst von "The Social Network" ist es, die Geschichte gleich aus mehreren Perspektiven zu zeigen. Recht hat immer der, der gerade spricht.

Nur am Ende geht es dann doch wieder ums Mädchen, in diesem Film um Rooney Mara....

sal