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"Vollidiot": Schäm dich, du (Voll-)Idiot

Zuschauer kennen ihn vor allem als TV-Blödler ohne erkennbare Schamgrenze, jetzt will Comedian Oliver Pocher die große Kinoleinwand erobern. Warum er das nur begrenzt schaffen kann, zeigt die Verfilmung von Tommy Jauds Bestseller "Vollidiot".

Von Frauke Hansen

Fremdschämen scheint in zu sein. Ob "Deutschland sucht den Superstar", "Germany's Next Topmodel" oder "Big Brother", dem Zuschauer macht es Spaß, dabei zuzusehen, wenn andere Menschen straucheln, versagen und in Peinlichkeiten versinken. Talentfreie Kandidaten werden zu Sympathieträgern, verbale Entgleisungen weit unter der Schamgrenze zu Kultsprüchen. Der Loser als Held der Fernsehlandschaft. Schöne neue Popkultur.

Die rasante Verfilmung von Tommy Jauds Verlierer-Geschichte "Vollidiot" scheint da perfekt in diese Entwicklung zu passen. Das arrogante Großmaul Simon Peters (diese Rolle sei für Hauptdarsteller Oliver Pocher wie gemacht, behaupten nicht nur böse Zungen, sondern selbst die Produzenten des Films) ist zu bemitleiden. Seine Freundin hat ihn - schwanger von einem anderen - vor einem Jahr verlassen, eine neue Herzensdame ist weit und breit nicht in Sicht. Mitschuld daran könnten auch seine plumpen Flirtversuche sein, die trotz guter Ratschläge von Simons besten Freunden Steve (Thomas Sinclair Spencer) und Paula (Tanja Wenzel) nicht in sexueller Erfüllung enden.

Simon - ein typischer Single der Pop-Literatur

So besteht Simons größte Freunde darin, mit Kumpel Flick (Oliver Fleischer) im namenlosen Telekommunikationsladen in der Innenstadt Kunden zu ärgern und die Ermahnungen seiner Chefin, der "Eule" (Anke Engelke), zu ignorieren. Auch der hartnäckige Vollzugsbeamte (Herbert Feuerstein), der alte Schulden eintreiben will, trägt nicht viel dazu bei, Simons Leben zu vereinfachen. Als er sich auch noch Hals über Kopf in die schöne "Milchaufschäumerin" Marcia (Ellenie Salvo González) aus der "All American Coffee Company"-Filiale verguckt, findet sich der Verlierer am Ende der Geschichte – bereit zum finalen Sprung – auf dem Fenstersims eines Hochhauses wieder…

Viel Neues bietet dieses Geschichte nicht, denn Simon ist nicht nur ein Repräsentant des "Wir lieben Loser"-Hypes, er ist auch ein typischer Single der Pop-Literatur. Wie schon Benjamin von Stuckrad-Barre ("Soloalbum") und Nick Hornby ("High Fidelity"), widmet sich auch Tommy Jaud dieser unsympathischen, weil arroganten und kindischen Spezies Mann. Die Konzeption der Hauptfigur - auch die von Simon - folgt dabei dem Schema F: Sich selbst bemitleidender Mann in den Endzwanzigern verliert durch Selbstsucht und Arroganz seine jahrelange Lebenspartnerin, irrt sich betrinkend und selbstzerstörend durch eine große Stadt, um die wahre Liebe zu finden. Am Ende dieses Heldenepos' steht die große Selbsterkenntnis und Reifung des Single-Mannes.

Herzlich willkommmen zur "Pocher-Show"

Oliver Pocher sei die "Traumbesetzung" für diese Pop-Figur, tönen die Produzenten überzeugt. Großmäulig sei der Filmcharakter, sexistisch, überheblich und ein sich selbst überschätzender Loser – da scheint der Mann, der zuvor vor allem durch zahlreiche verbale Entgleisungen aufgefallen war, tatsächlich die ideale Wahl gewesen zu sein.

In dieser Wahl allerdings liegt auch das größte Problem des Films: Der Zuschauer sieht den Hauptdarsteller den gesamten Film über als Oliver Pocher, nicht als Simon Peters. Zwar spielt der Ex-Viva-Moderator nicht schlecht - derbe, peinliche Zoten liegen ihm, mitunter ist er sogar lustig -, aber nur für seine Verhältnisse. Sind schauspielerische Qualitäten gefragt, versagt der Hannoveraner komplett. Der Aufgabe, echte, tiefe Gefühle zu zeigen, ist Pocher nicht gewachsen. Souveränität sieht anders aus. Schon bei seinen ersten Gehversuchen in der ARD-Vorabendserie "Sternenfänger" wurden die Defizite des 29-Jährigen deutlich. Wahrscheinlich aus diesem Grund besteht der Film zum Großteil aus kurzen, an Sketche erinnernden Sequenzen - ein angedachter Spannungsbogen kommt so erst gar nicht zustande. Die vorherigen Jobs von Autor Jaud, nämlich Sketche schreiben für die Sat.1-Shows "Ladykracher" und "Wochenshow", erklären da einiges. In schriftlicher Form funktionieren diese Episoden wunderbar, als Film aber bieten sie eindeutig zu wenig Substanz. Weil einige Szenen dem Comedian außerdem extra auf den Leib geschrieben wurden, verkommt der Film zusehends zur "Pocher-Show".

IKEA, Gummibären und Tokio Hotel

Die Nebenrollen sind da schon besser besetzt, Newcomer Oliver Fleischer verkörpert Simons Kumpel, den pummeligen und liebenswerten Flick, überzeugend. Auch Tanja Wenzel nimmt man die Rolle der besorgten besten Freundin Paula durchaus ab. Zwei große Stars der deutschen Comedy-Szene allerdings, Anke Engelke und Herbert Feuerstein, enttäuschen durch Standardauftritte, bei denen der Funke einfach nicht überspringen will.

Streckenweise verkommt "Vollidiot" glatt zum Werbefilm für Ikea, Kamps oder Guinness. Das entspricht zwar der Literaturvorlage, in der Marke um Marke durch den Kakao gezogen wird, wirkt im Film aber zu überzogen. Witzig allerdings ist die Idee, für Firmen wie T-Com oder Sturbucks Pseudo-Marken zu erfinden, denen man ihre Verwandtschaft zu real existierenden Unternehmen deutlich ansieht. Auch andere Phänomene der Werbeindustrie werden geschickt und unterhaltsam aufs Korn genommen, so ertönt bei dem Handy einer Achtjährigen das "Gummibärenlied" einer bekannten Downloadfirma als Klingelton, und das Zimmer der Kleinen ist mit Postern der Teenie-Band Tokio Hotel gepflastert. Selbst Pochers Nebentätigkeiten als Werbestar tauchen auf.

Guiness ist Pflicht

Für echte Lacher sorgen immer wieder fingierte Nachrichtensendungen, die Simons Versagen in allen Lebenslagen kommentieren. Hier wird Wert aufs Detail gelegt, besonders aufmerksame Zuschauer werden Spaß an den "Breaking News"-Spruchbändern haben, die unablässig durchs Bild laufen. Auch wenn schauspielerischen Leistungen und Geschichte sehr wünschen lassen, die ein oder andere innovative Szene hat auch "Vollidiot" zu bieten. Wenn an dem völlig geräderten Simon ein Hochgeschwindigkeitszug durchs Zimmer rast oder er in einem Meer von Teelichtern über die Liebe philosophiert, blitzt auf, was aus diesem Film hätte werden können.

"Vollidiot" ist letztendlich ein Nonsens-Reigen ohne Tiefgang, an dem das Zielpublikum sicher seinen Spaß haben wird. Denn eine grundlegende Voraussetzung ist erfüllt: Szenen zum Fremdschämen gibt es viele. Und das gelingt sogar richtig gut. Mit ein oder zwei Guinness im Blut versteht sich.

Ich bin Freiberufler und werde diskreditiert!
Ich habe als Freiberufler für eine Firma gearbeitet wo bis zur letzten Minute alles super in Ordnung war. Der nächste Auftrag stand für einen Sonntag und der wurde mir ohne Begründung entzogen ohne Angaben von Gründe und das zwölf Stunden vor Antritt. Nun gut Gespräch mit der Leitung hat ergeben das eine leitende Person ein Statement abgeben hat über die Verkaufs Menge bzw Umsatz. Damit muss ich leben an diesem Tag war nicht los. Habe mich dann bei einer anderen Promotion Agentur beworben und heute ein Gespräch gehabt mit Vorführung meiner Kenntnisse. Bei dieser Präsentation wurde die mir zur Seite gestellte BC während dem Gespräch informiert von Mitarbeitern der anderen Agentur das ich nicht zu gebrauchen wäre und sogar sehr unfreundlich meinen Job verrichten. Aus diesem Grund bin ich dann nicht genommen worden. Als ich Zuhause war habe ich die alte Agentur zur Rede gestellt was das für eine Vorgehensweise wäre dort wurde ich von der Leitung mehr oder weniger kalt gestellt mit den Worten das wäre in der Branche normal man könnte nicht dulden mich dort im Store arbeiten zu lassen das wäre nicht gut für die eigene Mannschaft. Also folgender Problem ergibt sich nun. Da ich in Düsseldorf zuhause bin und dort auch meine Tätigkeit ausübe werde ich in allen Stores nun keine Aufträge mehr erhalten wenn es dieser Agentur gestattet ist ohne ein klärendes Gespräch meinen Ruf zu beschädigen. Bitte um Hilfe da meine LebensGrundlage mir gerade dadurch entzogen wird. Ich glaube es hat etwas damit zutun das ich homosexuelle bin und einer Dame das nicht passt.