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Aaron Paul im Interview: "'Need for Speed' war schon ein bisschen Kalkül"

"Breaking Bad" brachte den großen Durchbruch, die Hautprolle im Kinofilm "Need for Speed" ist sein jüngster Coup. stern.de redet mit Aaron Paul über Hollywood, Autos und seine Frau.

Von Frank Siering, Los Angeles

"Need for Speed"-Star: Warum Aaron Paul monatelang im Kleiderschrank schlief

Aaron Paul hat ein Erfolgsproblem. Seit "Breaking Bad" wird der Schauspieler mit Angeboten geradezu überschüttet. "Ein schönes Problem", sagt er selbst, als er zum stern.de-Interview in Los Angeles erscheint. Paul ist dieser Tage in einem großen Studio-Film zu sehen. "Need for Speed", so sagt Paul selbst, war eine "echte Business-Entscheidung für mich". Denn Paul sagt über sich selbst, dass er normalerweise zu "kleinen Independent-Projekten tendiert". Paul spricht über die Zeit ohne "Breaking Bad", schnelle Autos und sein erstes Date mit seiner Frau im alten Chevy.

Aaron, sind Sie ein Fan von schnellen Autos?

Ich bin mit Sicherheit ein Autotyp. Aber nicht der Typ, der sich unters Auto legt und an der Karre rumschraubt. Für "Need for Speed" durfte ich in einem zwei Millionen Dollar teuren Auto durch die Gegend fahren. Das steigert deine Wertschätzung für ein gutes Auto zehnfach!

War es merkwürdig für Sie, von "Breaking Bad" zu einem Film wie "Need for Speed" zu wechseln?

Nein, es war schon ein bisschen Kalkül, in einem großen Studiofilm mitzuspielen. Hollywood ist ein Business. Und ich muss mich genauso vermarkten wie jeder andere auch. Wenn es nach mir ginge, dann würde ich wohl nur kleine Independent-Projekte machen. Aber ich muss auch Geld verdienen.

Sie sehen so aus, als hätten Sie ein bisschen an Gewicht zugelegt, täuscht der Eindruck?

Nein, das stimmt. In "Breaking Bad" habe ich so lange einen Drogensüchtigen spielen müssen und war ständig viel zu dünn. Das hat die Rolle einfach verlangt. Für "Need for Speed" musste ich dann an Gewicht zulegen. Und ganz ehrlich: Ich habe das richtig genossen. Endlich mal wieder richtig essen. Ich habe rund zehn Kilo für diese Rolle zugelegt.

"Need for Speed" dreht sich um Raserei auf öffentlichen Straßen. Haben Sie eigentlich ein bisschen Angst, dass dieser Film im Zuge des Todes von Paul Walker erneut Straßenrennen verherrlichen könnte?

Natürlich denkst du darüber nach. Der Verlust von Paul war erschütternd. Auch für mich. Aber wir ermutigen die Kids ja mit diesem Film nicht, ins Auto zu steigen und loszurasen. Autos sind gefährlich, Menschen sterben in Autos. Das ist nun einmal eine Realität, an der wir nicht vorbeikommen.

Stimmt es eigentlich, dass Sie Ihre Frau bei einem Auto-Date kennengelernt haben?

Unser erstes Date war auf einem Roadtrip von Las Vegas nach Los Angeles. Ich hatte mir einen alten Chevy Cobra in Nevada gekauft und sie gefragt, ob sie den Wagen nicht mit mir zusammen überführen wolle. Sie hat Ja gesagt und bis heute mögen wir es, gemeinsam im offenen Auto durch die Wüste zu fahren.

Sind Sie eher der Typ, der im Auto viel redet oder lieber Musik hört?

Beides. Wenn meine Frau im Auto ist, dann reden wir viel. Mit Lauren könnte ich in eine Woche lang in einem Kleiderschrank eingesperrt sein und wir hätten uns immer noch sehr viel zu sagen.

Das muss echte Liebe sein.

Das ist echte Liebe! (lacht)

Haben Sie ein neues Auto vom Set von "Need for Speed" mitnehmen können?

(lacht) Glauben Sie mir, das hab ich versucht. Der Gran Torino war der Hingucker schlechthin. Den wollten alle haben. Was für ein Auto …

War es eigentlich komisch, bei einem Film mitzuspielen, der auf einem Videospiel basiert?

Nein, überhaupt nicht. Es gibt so viele "Need for Speed"-Spiele, aber keine richtige Geschichte dazu. Für mich war das wie eine leere Leinwand, die wir mit unserer Geschichte bemalen konnten. "Need for Speed" übrigens war eines der ersten Spiele, das ich als App runtergeladen habe.

Wenn Sie heute zurückblicken auf "Breaking Bad", welche Lektion fürs Leben haben Sie gelernt?

Es ist eine Geschichte von einem Mann, der tiefgreifende Probleme hat. Er hat das aber niemals wirklich begriffen, bis er in die Welt der Drogen eintaucht. Er würde alles für seine Familie tun. Aber dann stellt sich ihm sein eigenes Ego in den Weg. Ich fand es faszinierend, einen Menschen zu spielen, der versucht, sich selbst zu finden und für seine Familie kämpft.