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Nazi-Skandal um dänischen Filmemacher: Cannes setzt Lars von Trier vor die Tür

Seine kruden Äußerungen zu Adolf Hitler und den Nazis haben Konsequenzen für Lars von Trier. Die Leitung des Filmfestivals von Cannes hat den dänischen Regisseur zur "unerwünschten Person" erklärt. Der Ausschluss gilt mit sofortiger Wirkung.

Wegen seiner Äußerungen über Adolf Hitler ist der dänische Regisseur Lars von Trier beim Filmfestival in Cannes zur "unerwünschten Person" erklärt worden. Ab sofort gelte von Trier als "Persona non grata", teilte das Festival am Donnerstag mit. Der 55-Jährige hatte auch in der Vergangenheit schon wiederholt für Skandale in Cannes gesorgt. Von Triers Film "Melancholia" bleibt allerdings im Wettbewerb, sollte er ausgezeichnet werden, darf der Regisseur den Preis aber nicht persönlich entgegennehmen.

Der Filmemacher löste am Mittwoch in Cannes mit Hitler-freundlichen Äußerungen einen Eklat aus. "Er ist nicht das, was man einen guten Kerl nennen würde, aber ich verstehe vieles von ihm", sagte von Trier, dessen Familie deutsche Wurzeln hat, bei der Vorstellung seines Films "Melancholia". "Ich sympathisiere ein bisschen mit ihm, ja", fügte von Trier hinzu. "Ich bin ein Nazi", sagte er außerdem. "Ich glaube, dass er (Hitler) ein paar schlechte Dinge gemacht hat, klar, aber ich kann ihn mir in seinem Bunker vorstellen, am Ende." Außerdem möge er die Architektur von Albert Speer.

Der Däne hatte sich für diese Äußerungen bereits am Mittwochabend über seine Agentur entschuldigt: "Wenn ich heute Morgen jemanden durch meine Worte verletzt habe, möchte ich mich aufrichtig entschuldigen. Ich bin weder antisemitisch, habe keine rassistischen Vorurteile, noch bin ich ein Nazi."

kng/mlr/DPA/AFP / DPA
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