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"Crazy Rich Asians": Erkennen Sie die Unterschiede? Warum die deutsche Version des Kino-Hits für Diskussionen sorgt

"Crazy Rich Asians" sorgt in den USA gerade für einen Hype an den Kinokassen. In Deutschland geht der Streifen derweil unter – was auch an der merkwürdigen Vermarktung liegen könnte. 

Crazy Rich Asians

"Crazy Rich Asians" sorgt in den zurzeit für einen Ansturm auf die Kinokassen. Zwei Wochenenden in Folge ist die romantische Komödie nun schon auf Platz eins der Charts. Der Film basiert auf dem Roman "Crazy Rich Asians" von Kevin Kwan und erzählt die Geschichte von Rachel und Nick, die sich in den USA verliebten und gemeinsam nach Singapur reisen, damit Rachel dort Nicks Familie kennen lernen kann. 

"Crazy Rich Asians": In Deutschland haben die Wenigsten von dem Kinohit gehört

Im Zentrum des Films steht eine Liebesgeschichte, wie sie schon in unzähligen Filmen in der Vergangenheit thematisiert wurde. Doch eines ist besonders: Die gesamte Besetzung, alle Schauspieler und Schauspielerinnen, sind asiatisch-stämmig. Schon lange vor dem Kinostart sorgte der Film deshalb für eine Diskussion über Vielfalt in . Asiatisch-stämmige Amerikaner und Asiaten freuen sich, endlich in einer großen Kino-Produktion repräsentiert zu werden und stürmten die Kinokassen.

In Deutschland läuft der Streifen seit vergangenem Donnerstag in vereinzelten Kinos. Und vermutlich haben die wenigsten Besucher hierzulande überhaupt von dem Film gehört. Das mag daran liegen, dass die Wahl des deutschen Titels einen elementaren Bestandteil des Projektes unterschlägt: Statt "Crazy Rich Asians" wird der Film in Deutschland unter dem Titel "Crazy Rich" vertrieben. Auf das "Asians" hat der Verleih von Warner Brothers verzichtet. Dabei steht das Wort im Titel für ein großes Alleinstellungsmerkmal des Streifens. Und nicht nur das: Auch das Filmplakat wurde entscheidend verändert. Statt typisch asiatischer Motive ist auf der deutschen Variante die Skyline einer Großstadt zu sehen. Bloß nicht zu asiatisch, schien das Motto bei der Auswahl gewesen zu sein. Auf Twitter hat der fragwürdige Titel bereits für Diskussionen gesorgt und eine Rassismus-Debatte losgetreten.

Aus "Crazy Rich Asians" wird hierzulande "Crazy Rich"

Englischsprachige Filmtitel werden für die deutsche Ausstrahlung oft verändert. Ungewöhnlich ist das nicht. Gelegentlich geschieht es, damit die Zuschauer den Titel besser verstehen. Doch wer "Crazy Rich" versteht, sollte vermutlich keine Probleme mit dem Wort "Asians" haben. Die Entscheidung, auf die asiatischen Aspekte des Filmes bei der Vermarktung zu verzichten, vermittelt den Eindruck, als befürchtete der Verleih, Zuschauer könnten dadurch abgeschreckt werden. Eine Anfrage des stern bei blieb leider unbeantwortet.

Crazy Rich Asians
ls