HOME

Dani Levy: Überraschungserfolg mit jüdischer Religionskomödie

Mit seinem Film "Alles auf Zucker" gelang dem Schweizer Regisseur Dani Levy der Überraschungserfolg des bisherigen Kinojahres. Jetzt darf er sich berechtige Hoffnungen auf den Deutschen Filmpreis machen.

Stolze zehn Mal ist er für den Deutschen Filmpreis nominiert: Regisseur Dani Levy hat mit "Alles auf Zucker!" einen überraschenden Erfolg bei Presse und Publikum gelandet. Die jüdische Religionskomödie mit der blond gefärbten, berlinernden Hannelore Elsner und Henry Hübchen als Zocker, der sich mit seinem orthodoxen Bruder arrangieren muss, lockte 745.000 Zuschauer in die Kinos.

Kritiker lobten den Film als "Wiederbelebung des deutsch-jüdischen Lustspiels". Nach dem erfolgreichen Start war er "wie vom Donner gerührt", wie Levy in einem Interview in seiner Schweizer Heimat erzählte. Die Resonanz wertet er auch als Bereitschaft der Deutschen, jüdisches Leben neu zu entdecken.

Mit 22 Jahren nach Berlin gekommen

Levy wuchs als Arztsohn in einem liberalen jüdischen Haushalt in Basel auf und kam mit 22 Jahren nach Berlin, in die Stadt, aus der seine Mutter 1939 geflohen war. In der Fremde sei er sich allmählich seiner "jüdischen Erbschaft" bewusst geworden, erzählt er. So beschloss Levy, diesen Humor, die Melancholie, den tragisch-komischen und durchaus widersprüchlichen Zugang zu den Figuren und Menschen in einem Film zu verarbeiten.

Der 47-Jährige, der häufig Dreitagebart und Hornbrille trägt, begann seine Karriere in den 70er Jahren als Schauspieler am Basler Theater. Sein erster Film war die Komödie "Du mich auch" (1985). Zum Liebling der WG-Szene wurde der Autodidakt mit dem Low-Budget-Film "RobbyKallePaul", bei der auch Maria Schrader mitspielte, mit der Levy lange Zeit liiert war. Danach folgten Kinofilme mit Schrader wie "I was on Mars", "Stille Nacht" und "Meschugge". "Alles Auf Zucker!" ist sein bislang größter Erfolg.

DPA / DPA