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Deutscher Fernsehpreis: Reich-Ranicki sorgt für Eklat

Eklat beim Deutschen Fernsehpreis: Der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki lehnte den Ehrenpreis für sein Lebenswerk auf der Bühne ab und übte vor laufenden Kameras scharfe Kritik am deutschen Fernsehen. Für einen Moment brachte das sogar einen Profi wie Thomas Gottschalk aus dem Konzept.

Von Katharina Miklis und Alexander Kühn

Es sollte der Höhepunkt des Deutschen Fernsehpreises im Kölner Coloneum werden: die Verleihung des Ehrenpreises an Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki. Nach einer langen Laudatio, in der Thomas Gottschalk selbst den Publizisten ehrte, holte der Moderator des Abends Reich-Ranicki aus der ersten Reihe, um ihn auf die Bühne zu geleiten. Nach minutenlangen Standing Ovations began Reich-Ranicki seine Rede, die viele im Publikum zunächst für einen Scherz hielten. Er habe schon viele Preise überreicht bekommen, fing er an, doch diesmal sei er in einer schwierigen Situation. "Ich nehme diesen Preis nicht an. Ich gehöre nicht in diese Reihe", verkündete der 88-Jährige während der feierlichen Gala.

Und er übte scharfe Kritik an den für den deutschen Fernsehpreis nominierten Produktionen. "Wenn dieser Preis mit Geld verbunden wäre, würde ich es zurück geben", so Reich-Ranicki, und weiter: "Ich finde es schlimm, dass ich das hier heute Abend erleben musste... diesen Blödsinn, den wir hier zu sehen bekommen haben". Nicht nur die ARD, RTL, Sat.1 und ZDF, die den Deutschen Fernsehpreis 1999 ins Leben gerufen haben wurden kritisiert. Auch Sender wie Arte und 3Sat seien heute nicht mehr das, was sie mal waren.

Als eine Art Wiedergutmachung bot Thomas Gottschalk Reich-Ranicki nach seiner Ansprache an, in einer anderen Sendung aufzutreten, um mit ARD, ZDF, SAt1 und RTL "über alles zu reden".

Nachdem Marcel Reich-Ranicki die Bühne - ohne Preis - verlassen hatte, wandte sich der sichtlich verwirrte Gottschalk mit den Worten ans Publikum: "Wo waren wir... Weiß einer wie es weiter geht? Jetzt ist es eh Wurst, jetzt sind wir ihn los". Die Aufzeichnung der Gala wird am Sonntag ab 20.15 Uhr im ZDF ausgestrahlt. Ob Reich-Ranickis Auftritt gezeigt wird, ist fraglich.

Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo