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Die Passion Christi: Jesus-Film lässt die Kasse klingeln

Hunderttausende Zuschauer haben den angefeindeten Jesus-Film von Hollywoodstar Mel Gibson bereits am Premierentag zu einem Kinohit gemacht.

Hunderttausende Zuschauer in den USA, Kanada und Australien haben den vielfach angefeindeten Jesus-Film in der Regie von Hollywoodstar Mel Gibson am Premierentag zu einem Kinohit gemacht. "Die Passion Christi" spielte nach vorläufigen Schätzungen der Verleihfirma Newmarket Films allein am Aschermittwoch nahezu 20 Millionen Dollar (16 Millionen Euro) und damit bereits rund zwei Drittel der Produktionskosten ein.

Die Kontroverse um die angeblich antisemitische Tendenz des Films hielt auch nach dem Kinostart mit rund 4600 Kopien in mehr als 3000 US-Lichtspieltheatern unvermindert an. Jüdische Persönlichkeiten bekräftigten den Vorwurf, der Film könne zum Hass gegen Juden aufstacheln. Vertreter christlicher Kirchen widersprachen dem.

Katholische Kirche: Für Kinder ungeeignet

Allerdings stufte die katholische Kirche der USA das Kreuzigungsepos nach den ersten Vorstellungen wegen "blutiger" Darstellungen als "ungeeignet für Kinder" ein. Erwachsene sollten Kinder daher nicht mit in den Film nehmen, hieß es in einer Erklärung der US-Bischöfe. Im US-Bundesstaat Kansas erlitt eine Frau während der besonders brutalen Szene der Kreuzigung Jesu einen tödlichen Herzanfall. In Australien warnten Filmbewertungsstellen Eltern vor den Gewaltdarstellungen. Dort ist der Film erst ab 15 Jahren freigegeben.

Der US-Direktor der jüdischen Anti-Defamation League (ADL), Abraham Foxman, warf Gibson auf einer Pressekonferenz nach den ersten Vorführungen des Films, zu denen bereits am frühen Morgen tausende Mitglieder von Kirchengemeinden gekommen waren, erneut bewusste Verfälschungen der Passionsgeschichte vor. Gibson habe sich entschieden, "die Juden anzuklagen", sagte Foxman.

Der Streit um antisemitische Tendenz geht weiter

Demgegenüber sagte der Vorsitzende der Katholischen Liga der USA, William Donahue, der Vorwurf der Judenfeindlichkeit gegen den bekennenden konservativen Katholiken Gibson sei "einfach unsinnig". Der Oscar-Preisträger ("Braveheart") stimme mit dem New Yorker Kardinal Edward Egan darin überein, dass Jesus sich für die gesamte Menschheit selbst geopfert habe. Das mache auch der Film deutlich. Egan hatte nach der Premiere vor jedweder Form von Antisemitismus gewarnt und erklärt: "Jesus gab sein Leben für uns. Niemand hat es ihm genommen. Das ist und war immer die katholische Doktrin."

Die katholischen Bischöfe der USA erklärten, Gibson habe eine kollektive Anschuldigung von Juden vermieden. Allerdings erscheine die jüdische Priesterschaft "nahezu durchgehend als übelwollend", während demgegenüber der römische Statthalter Pontius Pilatus "insgesamt sympathisch" dargestellt werde.