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Neue Wege für Weltraum-Saga Die Zukunft von "Star Wars" ist alles andere als bombastisch


"Star Wars" gab es lange Zeit nur im Kino. Doch der Erfolg der Serie "The Mandalorian" zeigt Disney, dass die Zukunft der Marke auch abseits der Leinwand vielversprechend sein kann. Nicht immer braucht es das große Spektakel.

Zum Abschluss gab es noch einmal die größtmögliche Bühne. Als am 19. Dezember "Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers" weltweit in den Kinos startete, waren beinahe alle Säle allein diesem Film vorenthalten. Das machte sich an den Kinokassen bemerkbar: Innerhalb einer Woche spielte der Film mehr als 500 Millionen US-Dollar ein. Kein Wunder, wollten die Fans doch wissen, wie die Saga um die berühmten Jedi-Ritter endet.

Finanziell ist der neuste Star-Wars-Teil damit erneut ein gigantischer Erfolg. Doch bei Kritikern fiel der Film größtenteils durch: Er sei "frustrierend uninspiriert", heißt es auf der Bewertungsplattform "Rotten Tomatoes". Die Gesamtnote aus 425 analysierten Kritiken liegt bei 55 von 100 möglichen Punkten. Ein enttäuschendes Ergebnis.

"Star Wars": Es geht auch eine Nummer kleiner

Doch wer jetzt unkt, die Star-Wars-Saga hätte sich nach mehr als 40 Jahren einfach auserzählt, irrt. Die Zukunft der Marke liegt womöglich einfach nur nicht mehr ausschließlich im Kino. Das zeigt "The Mandalorian", die Flaggschiff-Serie des neuen Streamingdiensts Disney+. Darin geht es um einen Kopfgeldjäger, der als einsamer Revolverheld durch die Galaxis zieht. Vor wenigen Tagen wurde das Staffelfinale ausgestrahlt - und die Kritiker sind voll des Lobes: Durchschnittlich erhält die Serie die Top-Wertung von 94 Prozent bei "Rotten Tomatoes".

Die Serie top, der Kinofilm dagegen durchgefallen - wie kann das sein?

"Star Wars" war lange Zeit ein einziges Spektakel: Die größtmögliche Leinwand, aufwendige Filmmusik, überbordende Spezialeffekte. Und auch bei der Handlung ging es immer um das große Ganze: Gut gegen Böse, nie stand weniger auf dem Spiel als das Schicksal der gesamten Galaxis. Das erzeugt Druck. Am Ende wollte man alle zufriedenstellen und überzeugte niemanden so richtig.

Zeit für Experimente

Das ist es auch, was "The Mandalorian" von der XXL-Kinoproduktion abhebt: Es ist kein Wohlfühl-Märchen mit Raumschiffen, es gibt keine Jedi, keine Auserwählten. Niemand hat auch nur von der Macht gehört. Man sieht ganz normale Figuren, die einfach nur über die Runden kommen wollen. Okay, und Baby Yoda. Baby Yoda hat definitiv seinen Anteil am Erfolg! Dennoch zeigt "The Mandalorian" eindrucksvoll, dass "Star Wars" reif ist für mehr Experimente. Schon das Spin-off "Rogue One" avancierte 2016 zum Fan-Liebling, weil es in puncto Erzählung mehr einem klassischen Kriegsfilm ähnelte. Manchmal ist eine Nummer kleiner auch völlig in Ordnung.

Das bedeutet nicht, dass "Star Wars" keinen Platz mehr im Kino hat. Den soll es und den wird es haben, im Winter 2022 startet eine weitere Trilogie, über die bislang noch kaum etwas bekannt ist. Mit Disney+ hat der Konzern jedoch die perfekte Umgebung gefunden, kleine, innovative Formate zu erzählen, welche den großen Filmen den Druck nehmen können. Nun muss Disney die Chancen aber auch nutzen.

Beim Marvel-Cinematic-Universe hat der Konzern diesen Weg längst eingeschlagen: Die Serie "Falcon and the Winter Soldier" wird dort weitergehen, wo "Avengers: Endgame" aufhörte. Mit Filmen und Shows wie "Loki and WandaVision" und "Doctor Strange and the Multiverse of Madness" wird das Superhelden-Universum über alle Kanäle gespannt. Sollte alles laufen wie geplant, werden sich die Formate gegenseitig befruchten.

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