"Star Trek Staffel 1" Die Mutter aller Science-Fiction-Serien


Nachdem sämtliche TV-Episoden von "The Next Generation", "Raumschiff Voyager" und "Deep Space Nine" bereits veröffentlicht sind, erscheint endlich die Mutterserie auf DVD: Scotty muss Captain Kirk wieder mal an Bord beamen.

"Beam mich herauf, Scotty. Kein intelligentes Leben hier unten." Es ist bezeichnend, dass der Satz, der am häufigsten auf den Stoßstangen alter Autos zu finden ist, tatsächlich niemals in der Science-Fiction-Serie "Star Trek" geäußert wurde. Die Fernsehserie, die seit 40 Jahren in Endloswiederholungen in der Glotze läuft, hat mehrere Generationen staunender Zuschauer erst unterhalten, und dann für ihr ganzes Leben geprägt. Es gibt so viele Erinnerungen und Gedankenfetzen, die sofort im eigenen Kopf auftauchen, sobald man auch nur kurz an "Star Trek" denkt.

Der Weltraum, unendliche Weiten. Kirks nüchterne Einträge ins Logbuch. Dieses infernal-unheilschwangere Heulen in der Titelmelodie. Die herrlichen Kulissen aus Pappmaché. Und dann dieser steife Vulkanier namens Spock, der mit den Emotionen der Menschen so rein gar nichts anfangen konnte. "Star Trek" war für viele Kinder von damals das erste Tor in ferne, fremde Welten, das sich zuverlässig einmal in der Woche im Fernseher öffnete. Heute konkurriert die Serie im Kinderzimmer zwar schon lange mit den bunten Animes aus Japan. Doch "Star Trek" schafft es trotz seiner veralterten Tricks noch immer, nicht nur die Fans von damals an den Bildschirm zu zwingen, sondern auch deren Nachwuchs anzusprechen.

Andere Planeten, gleiche Probleme

Und jetzt ist es endlich so weit. Nachdem Paramount erst zahllose Ziegelsteine mit den Nachfolgeserien "Star Trek: The Next Generation", "Raumschiff Voyager" und "Deep Space Nine" produziert hat, ist nun endlich die Mutter aller Science-Fiction-Serien an der Reihe. Am 31. August 2004 wurde in Deutschland die erste Staffel auf acht DVDs veröffentlicht. 28 unbeschnittene Star-Trek-Episoden warten auf den Fan, der Lust darauf hat, 1170 Minuten lang zu beobachten, wie ein Plastikmodell des Raumschiff Enterprise durch das nachtschwarze Universum gleitet, um auf nie zuvor besuchten Planeten auf Außerirdische zu treffen, die fast alle aussehen wie ganz normale Menschen und die ebenso fast immer die gleichen Probleme mit Liebe, Macht und Gewalt haben wie unsereiner.

Tolerant und friedfertig

Wer nicht widerstehen kann und sich die alten Folgen noch einmal anschaut, wird bei allem Humbug erstaunt feststellen, wie tolerant, friedfertig und vor allem logisch erzählt die alten Abenteuer aus der Gedankenwelt des inzwischen verstorbenen Gene Roddenberry noch heute wirken. Schließlich wissen nur die wenigsten, dass der erste im US-Fernsehen gezeigte Kuss zwischen einem Weißen und einer Farbigen doch tatsächlich bei "Star Trek" stattfand, als Kirk sich über sein Crew-Mitglied Uhura beugte.

Zahlreiche lohnenswerte Extras

Schade ist allein, dass Paramount auf den DVDs zwar eine englische Tonspur in Dolby Digital 5.1 anbietet, den deutschen Ton aber nur in einem Heimkino-feindlichen Mono auf die Scheiben presst. Immerhin freut sich der Fan nicht nur über eine Komplettsammlung der ersten Staffel, sondern auch über etliche Extras. Dazu zählt etwa das Feature "Geburt einer Legende", in dem sich Gene Roddenberry über die Erfindung des Star-Trek-Kosmos äußert und über die Produktion des Pilotfilms redet. Damals spielte übrigens noch nicht William Shatner den Kirk, sondern Jeffrey Hunter. Lustig sind auch Shatners Kommentare im Special "Liebe: Romanzen im 24. Jahrhundert". Er gibt zu, die Kuss-Szenen in der Serie absolut nicht geliebt zu haben. Roddenberry, Leonard Nimoy und Produzent Robert Justman unterhalten sich in "Wo noch nie ein Mensch gewesen ist - Staffel 1" auch über die damaligen Probleme, die Science-Fiction-Serie ins Fernsehen zu bringen und dann am Laufen zu halten. Viele Trailer, Textkommentare und andere Goodies runden die acht Scheiben ab.

Die DVDs stecken einmal mehr in einem plastilinen Ziegelstein, der leider noch immer so wenig durchdacht erscheint wie seine Vorgänger mit den Silberscheiben der anderen Serien. Stellt man die kanarienvogelgelbe Box ins Regal, so zeigt sich ein unattraktiv gestaltetes Seitenschild, das nicht ansatzweise repräsentativ zeigt, um was für Filme es sich hier handelt. Klappt man die Plastikhülle auf, fällt dem Anwender ein quadratischer Quader aus einzelnen Jewelcase-DVD-Haltern entgegen, der nicht besonders eindrucksvoll aussieht. Wenn man da an die noblen Quader von Serien wie "Buffy", "Akte X", "Sex and the City" oder "Six Feet Under" denkt, dann ist das kein Ruhmesblatt für Paramount. Trotzdem: Sammler werden sich nicht abschrecken lassen. Und: Die verbleibenden Staffeln 2 und 3 erscheinen bereits im November und im Dezember.

Carsten Scheibe

DVD-Infos

Star Trek: Staffel 1
Produzent: Paramount
Spieldauer: 1170 Minuten
Ton: Dolby Digital Mono
Bild: 4:3
Preis: 100 Euro


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