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Emily Blunt in "Girl On The Train": Die Bitterschöne

Als Kind stotterte sie, jetzt hat Emily Blunt gute Chancen, den Oscar zu gewinnen - für ihre Rolle als einsame Trinkerin in der Verfilmung des Bestsellers "Girl On The Train".

Von Dirk van Versendaal

Emily Blunt

Britisches Blut: Emily Blunts Großvater war ein Generalmajor, ihr Onkel sitzt für die konservativen Tories im Parlament

Sie kann so schön böse aussehen, sogar im echten Leben. Emily Blunt, Marmorteint und müde graublaue Augen, starrt den leeren Tablettenblister an, als springe er sie gleich an. "Über Nacht ist mir irgendetwas in den Hals gefahren“, sagt sie sauer. Sie ruckelt vorsichtig ihren Kopf. Alle Paracetamol sind geschluckt, aber noch immer fühlt der Nacken sich an wie ein Brett. "Wissen Sie was? Ich bin zum Superprofi im Power-Napping geworden." Töchterchen Violet ist gerade 13 Wochen alt, ihre Schwester Hazel zweijährig. "Da will man nur noch eines: das Nickerchen zwischendurch." Wird heute leider wieder nichts. Ein paar Stunden noch, dann hat "The Girl On The Train" seine Weltpremiere am Londoner Leicester Square.

In der Verfilmung des Bestsellers von Paula Hawkins spielt die 33-jährige Blunt die Hauptrolle der Rachel Watson. Deren kinderlose Ehe ist zerplatzt, die Arbeit ist sie los; sie säuft wie ein Loch. Watson sitzt im Pendelzug, und in ihren glasigen Augen glimmert der Hass auf alles, was sie durch das Fester sieht: ein Familienidyll aus Villen und Vorgärten an Uferhängen. Es braut sich etwas zusammen, wie immer, wenn eine Filmkamera das Gesicht der englischen Schauspielerin ins Visier nimmt.

"Es ist keine besonders lustige Haut, in die man als Betrunkene schlüpft", sagt Blunt. In Vorbereitung auf ihre Rolle wollte sie sich eigentlich mal so richtig die Kante geben, und Ehemann John, selbst Schauspieler, sollte sie dabei filmen. Die Idee platzte, als Blunt vor Drehbeginn von ihrer zweiten Schwangerschaft erfuhr.

Emily Blunt will vom Oscar-Gerede nichts wissen

Auch sie hat schon Trinker im Bekanntenkreis und in der Familie erlebt. Und sie hat sich Richard Burton und Elizabeth Taylor in "Wer hat Angst vor Virginia Woolf?" angesehen, hat John Cage in "Leaving Las Vegas" studiert. Doch um zu verstehen, "was der Alkohol mit Gesichtern macht, mit Körpern und Bewegungen", musste sie Dokumentarfilme und die Reality-Show "Intervention" verfolgen. "Diese Leute sind wirklich hinüber. Es geht ihnen nicht um den Exzess, sondern um das totale Vergessen. Das bricht einem das Herz."

Die Mühsal wird sich vielleicht schon Ende Februar für sie auszahlen, wenn die Oscars für 2016 vergeben werden. Saufen und das Leiden daran kommen nirgends besser an als in Hollywood: Elizabeth Taylor und Nicolas Cage gewannen die Trophäe ebenso wie Frank Sinatra, Humphrey Bogart oder Jessica Lange, Jeff Bridges, John Wayne und so weiter. Blunt will von "diesem Oscar-Gerede" nichts wissen. "Blödsinn!", ruft sie, guckt aber eher geschmeichelt bis kokett.

Die meisten Kinobesucher kennen Blunt aus "Der Teufel trägt Prada". Da ist sie die magersüchtige, von Neid gequälte, rothaarige "Vogue"-Assistentin, die jenen famosen Satz sagt: "Ich bin nur noch eine Magen-DarmGrippe von meinem Traumgewicht entfernt." Meryl Streep gab zu Protokoll, sie habe noch nie mit so einer begabten jungen Schauspielerin zusammengearbeitet. Anne Hathaway, damals die eigentliche Hauptrolle, war zwar zuckersüß anzuschauen, aber schnell verdaut.

"Girl On The Train" war eine Art Wiedergutmachung

Blunt hat sich danach quer durch sämtliche Fächer gespielt, durch Kostümfilme ("Victoria, die junge Königin"), Komödien ("Lachsfischen im Jemen") und Science-Fiction-Welten ("Edge Of Tomorrow"). In "Sicario" hat sie sich dem knallharten Thrillergenre gewidmet und dabei erleben müssen, dass ihre Rolle als FBI-Agentin und einzige Frau zu einem Mann umgeschrieben werden sollte, weil sich die Geldgeber von einem männlichen Star mehr Zugkraft erhofften. Auch wenn es nicht dazu kam - es hat sie empört, empört sie heute noch, als sie sagt: "Das ist krass! Spannend ist doch gerade, dass eine Frau in den Drogenkrieg gegen mexikanische Kartelle zieht und sich gegen korrupte Kollegen wehrt."

Emily Blunt in "Girl On The Train"

Emily Blunt in "Girl On The Train"

Der anschließende Dreh zu "Girl On The Train" folgte in dieser Hinsicht als eine Art Wiedergutmachung. "Die Romanvorlage ist von einer Frau geschrieben, das Drehbuch auch, es gibt drei starke und vielschichtige weibliche Hauptrollen - was will man mehr?" Sie schätzt das Verhalten von Kolleginnen, ihre Fähigkeit, zuhören zu können, auch andere Meinungen zu akzeptieren. "Wenn man nur mit Männern dreht, geht es zu wie in der Burschenschaft - immer muss man kämpfen, um seine Stimme hören zu lassen."

Nach wie vor bleibe ihr leider nicht erspart, sich durch einen Haufen Unsinn zu lesen, "um mal auf ein gutes Drehbuch für Frauen zu stoßen". Hollywood braucht komplizierte und realistische Figuren, findet sie, und viel mehr Autorinnen. "Aber es gibt Hoffnung. An entscheidenden Stellen bekommt man so langsam mit, dass unser Publikum nicht nur aus Teenager-Jungen besteht. Dass man auch mit Frauen Kinokasse machen kann."

Heirat mit John Krasinski 

Nach dem düsteren "Girl On The Train" wird es im Arbeitsleben der Emily Blunt bald wieder lichthell werden: Blunt wird in "Mary Poppins Returns", dem Nachfolger des Klassikers von 1964, als Kindermädchen am Regenschirm vom Himmel auf London herabschweben. Sie könne zwar nicht so gut singen wie Julie Andrews, "aber irgendwie werde ich meine Version hinkriegen".

Ihre Stimme hat sie 2007 auf der CD "Call Me Irresponsible" verewigt, im Duett mit Michael Bublé. Mit dem kanadischen Jazzsänger war sie drei Jahre lang zusammen, bevor sie den US-Schauspieler John Krasinski traf und 2010 heiratete. Gefeiert wurde damals gleich neben der Villa von Johns Kumpel am Comer See, George Clooney - gesellschaftlich ist Emily Blunt tadellos eingebettet.

Die Tochter einer ehemaligen Schauspielerin und eines Strafverteidigers wuchs im Londoner Vorort Roehampton auf, wurde auf eines der teuersten Internate des Landes geschickt, und sie kann ihn perfekt, den nasalen Akzent des Queen's English, der leicht mal blasiert rüberkommt. Als Kind litt sie unter Sprechstörungen; ihr Stottern wurde sogar so schlimm, dass sie das Reden gelegentlich ganz einstellte, "was nicht nur für mich peinlich war, sondern für alle, die mit mir sprechen wollten".

Kritik an Donald Trump

Sobald sie aber ihre Stimme verstellte, im Singsang kommunizierte oder ihre Lehrer, Eltern und Geschwister nachäffte, verschwand das Stottern. Mit der Schauspielerei am Schultheater verging es dann restlos. "Es hatte etwas Befreiendes, sich in einen anderen Charakter zu verwandeln. Ich musste mich nicht mehr sorgen, was als Nächstes aus meinem Mund stolpern würde." Ab und an kehre das Stottern noch zurück, sagt sie, "zuletzt, als ich schwanger war. Daran ist aber nur das Baby-Brain-Syndrom schuld. Ich vergesse einfach alles."

Nach acht Jahren in Los Angeles und Umgebung ist sie nun nach Brooklyn gezogen. "Mein Mann hat Familie in Boston, und in Los Angeles wird ohnehin immer weniger gedreht", erzählt sie. "Eigentlich entstehen dort nur noch Fernsehserien." Seit 2015 besitzt Blunt neben der britischen auch die US-Staatsbürgerschaft. Nicht jedem Engländer gefiel, dass sie auch steuertaktische Gründe für ihre Entscheidung anführte. Manchem Amerikaner dagegen stieß übel auf, dass sie die Nominierungsdebatte der Republikaner um Donald Trump zum Anlass nahm, sich öffentlich zu fragen, ob ihre frisch erworbene Einbürgerung nicht vielleicht doch ein Fehler war. Dafür hat sie an prominenter Stelle, in der "Today"-Show auf NBC, um Verzeihung gebeten.

Offenbar ist Blunt ein Mensch ohne Angst vor Fettnäpfchen oder klaren Ansagen, ein rares Exemplar in Hollywood.

Und wenn Donald Trump doch noch zum Präsidenten gewählt würde - ist eine Rückkehr nach Europa dann eine Option? "Man soll niemals nie sagen. Aber ich versuche, bis zu den Wahlen nicht darüber nachzudenken. Ich will mich nicht aufregen", sagt sie. Schade eigentlich. Niemand im Filmgeschäft kann schöner böse aussehen.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(