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Filmstart "Don - The King is back": Shah Rukh Khan wieder als Drogenboss unterwegs

Indiens Megastar Shah Rukh Khan drehte seinen neuen Thriller "Don 2" teilweise in Berlin. Als brutal gewitzter Drogenmafiaboss, der in eine deutsche Bank einbrechen will, wird Khan wohl vor allem die Herzen von Hardcore-Fans höher schlagen lassen.

Bollywood entert Berlin - und bringt gleich seinen größten Star mit: Shah Rukh Khan, ungekrönter König der poppig-bunten Hindi-Filmindustrie, Liebhaber- und Gangsterdarsteller mit den wohl meisten Fans der Welt. In Scharen sollen die im Herbst 2010 in die Hauptstadt gepilgert sein, wo Regisseur Farhan Akhtar mit Khan in der Titelrolle den bombastischen zweieinhalbstündigen Action-Thriller "Don - The King Is Back" in Teilen gedreht hat. Tag und Nacht verharrten Anhängerinnen des kleinen Mannes mit der großen Nase und dem leidenschaftlichen Blick vor seinem Hotel am Potsdamer Platz.

"Hier ist es sehr kalt, aber ich spüre die Wärme vieler deutscher Körper, da ich ständig umarmt werde", scherzte der kultisch verehrte, auch von den Medien umlagerte, doch als bodenständig geltende Inder in einem Interview. In Bollywood ist er einer der größten Stars - Bollywood ist die Bezeichnung für die in Bombay (heutiges Mumbai) angesiedelte indische Filmindustrie.

Khans Glanz soll auf Berlin abstrahlen: Die Tourismusorganisation "visitBerlin" druckte sogar einen Stadtplan mit den Schauplätzen, damit sich zwischen Brandenburger Tor, Alexanderplatz und Olympiastadion auf den Spuren des skrupellos raffinierten Mafiabosses Don und seiner Widersacher gut lustwandeln lässt. Außerdem sollte Khan (46) persönlich wiederkommen: Zum dritten Mal Gast der Berlinale (9. bis 19. Februar), wollte er - mit Akhtar und Filmpartnerin Priyanka Chopra - die im Ausland bereits ziemlich erfolgreiche indisch-deutsche Koproduktion vorstellen.

Khan als indischer James Bond

"Don - The King Is Back" ist die Fortsetzung des Blockbusters "Don - Das Spiel beginnt" (2006), den Akhtar mit Khan als Remake des Action-Klassikers "Don" aus dem Jahr 1978 geschaffen hatte. Auch der grell glänzende neue, zwischen Cote d'Azur, Thailand, Malaysia und vor allem eben Berlin angesiedelte Thriller ist ein Highlight für alle, die crash-reiche Autojagden, wüste Schlägereien, gewagte Stunts, Tausende Komparsen, coole Machos und langhaarige Frauen mit vollen Lippen lieben. Anderen dagegen wird das zu aufpeitschender Musik professionell und schnell inszenierte Werk wie auf dem Reißbrett geplant erscheinen - oder sogar zynisch in seiner Heroisierung eines Schwerverbrechers.

Selbstgewiss und lässig handhabt Khan seinen Part als in Asien herrschender, gern Sonnenbrille tragender Drogenboss, der seine Klauen nach Deutschland ausstreckt: In der Hauptstadt will er in den Tresorraum der "Deutschen Zentral Bank" einbrechen, um Euro-Druckplatten zu stehlen. Erpressung, Raub und Mord stehen auf seinem Programm, doch Don gelingt es immer wieder, dabei James-Bond-like einen flotten Spruch zu bringen und charmant zu grinsen.

"Es ist nicht schwer, Don zu fassen - es ist unmöglich"

Klar, dass er es mit zahllosen alten und neuen Gegnern zu tun hat. Zu ersteren zählen der Gangster Vardhaan (Boman Irani) und die attraktive Polizistin Roma (Chopra, die "Miss World" von 2000), die beide an ihm Rache nehmen wollen. Am Ende wird manches gut, aber längst nicht alles, denn "Es ist nicht schwer, Don zu fassen - es ist unmöglich", wie dessen Motto lautet.

Neben indischen Stars und einigen deutschen Akteuren wie Florian Lukas ("Nordwand", "Good Bye, Lenin!") spielt in dem Spektakel ein kühl mondänes Berlin eine tragende Rolle - willkommener PR-Effekt für die Stadt. Für die Verantwortlichen aus Mumbai ist Berlin eine Entdeckung, nachdem sie in Europa eher in London und Paris gearbeitet haben. Seit den 1990er Jahren internationalisiert sich das gigantische, ursprünglich im einstigen Bombay begründete "Bollywood"-Geschäft mehr und mehr. Der Autor, Regisseur und Produzent Akhtar mit seinen relativ kürzeren und mit weniger Shownummern versehenen Filmen gilt dabei als Könner, der auch bei westlichem Publikum punkten sollte.

Von Ulrike Cordes, dpa / DPA