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Glühbirnen-Film "Bulb Fiction": Elektro-Industrie beklagt Angstmacherei

Der österreichische Filmemacher Christoph Mayr ist kein Freund von Energiesparlampen. In seiner neuen Doku klagt er über deren Zwangs-Einführung in der EU. Angstmacherei, schimpft die deutsche Elektroindustrie.

Nein, über diesen Dokumentarfilm freut sich die deutsche Elektroindustrie ganz und gar nicht: Schließlich teilt Christoph Mayr in "Bulb Fiction" ordentlich gegen die Energiesparlampe aus. Das neueste Werk des österreichischen Filmemachers thematisiert die Einführung des Leuchtstoffmittels in der EU über das schrittweise Verbot hergebrachter Birnen. Zudem warnt Mayr vor Quecksilber aus zerstörten Leuchten und zweifelt die angeblich sehr lange Lebensdauer der neuen Lampen an.

"Statt Alternativen zum Energiesparen bei der Beleuchtung aufzuzeigen, schürt der Film eher diffuse Ängste und verunsichert die Verbraucher", erboste sich Jürgen Waldorf, Geschäftsführer des Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) am Donnerstag in Frankfurt. Es werde niemand zur Nutzung der neuen Technik gezwungen. Zudem stünden auch weiterhin Halogen- und LED-Lampen als Alternativen zur Verfügung. Der Film wie auch das ähnlich positionierte "Glühbirnenbuch" hätten die Chance auf eine sachliche Debatte vertan.

Die neuen Lampen könnten in Europa jährlich bis zu 28 Millionen Tonnen Kohlendioxid einsparen, was dem Ausstoß von zwölf mittelgroßen Kohlekraftwerken entspreche, erläuterte Waldorf. Hier laufe auch die Kritik am unbestrittenen Quecksilbergehalt der Energiesparlampen ins Leere, da die Produktion von Strom aus Kohle in dieser Dimension weit mehr Quecksilber freisetze. Zur versprochenen Lebensdauer von rund 10.000 Stunden verwies der ZVEI auf regelmäßige Untersuchungen unabhängiger Institute, die Angaben der Industrie bestätigt hätten.

Der Film des österreichischen Filmemachers Christoph Mayr ist seit Donnerstag in deutschen Kinos zu sehen.

jwi/DPA / DPA