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Smarte Lampen Avea und Hue: Gib mir ein Rot, gib mir ein Blau

Licht ein, Licht aus - das war gestern. Das moderne Zuhause ist smart. Mit bunten Wlan-Lampen verwandelt sich das Wohnzimmer in eine Wohlfühloase. Die Elgato Avea lässt sich via Apple Watch steuern, die Philips Hue kann Lichtstimmungen abspeichern. Wir haben sie getestet.

Mit der Avea kann man die Farbe des Lichts und damit die Stimmung in den eigenen vier Wänden auf Knopfdruck verändern

Mit der Avea kann man die Farbe des Lichts und damit die Stimmung in den eigenen vier Wänden auf Knopfdruck verändern

Es werde Licht - aber nicht einfach irgendeines: Je nach Stimmung soll die Lampe unterschiedlich leuchten. Zum Arbeiten hell, abends kuschlig gedimmt mit warmen Farben. Mit Funk-Lampen ist das kein Problem. Sie sparen dank LED-Technik nicht nur jede Menge Strom, per Smartphone- oder Tablet-App lassen sich auch in wenigen Sekunden unterschiedliche Lichtstimmungen zaubern.

Das Smart Home ist der nächste große Milliardenmarkt. Viele Lampen-Hersteller buhlen bereits um die Gunst der Kunden. Eines der erfolgreichsten Unternehmen in diesem Bereich ist Philips mit seinen Hue-Lampen. Doch das Einsteiger-Set bestehend aus drei LED-Birnen (einzeln 59 Euro) und einer zentralen Steuerungseinheit kostet stolze 200 Euro. Mit der 39 Euro teuren Avea hat der deutsche Hersteller Elgato eine deutlich günstigere LED-Lampe mit App-Unterstützung im Sortiment. Wir haben die Lampe getestet.

Bis zu zehn Lampen lassen sich koppeln

Die Avea-Birne hat einen E27-Sockel, passt also in alle Lampen mit "dickem" Gewinde. Ein Modell für die kleineren E14-Sockel gibt es nicht. Die Nennleistung der Lampe liegt bei sieben Watt, die maximale Helligkeit bei 430 Lumen. Es ist damit eher eine Stimmungsleuchte, die Farbakzente in die eigenen vier Wände bringt.

Die Einrichtung der smarten Lampe ist kinderleicht: Die Avea-Birne wird in die Fassung gedreht, anschließend lädt man sich die kostenlose App aufs Smartphone herunter. Nun werden die Geräte miteinander gekoppelt. In unserem Test klappte das problemlos.

Bedienung per Apple Watch

Ein großer Pluspunkt: Im Gegensatz zum Konkurrenzsystem Philip Hue wird bei Elgato Avea keine separate Bridge benötigt. Dank Bluetooth kann die Lampe direkt über das Smartphone gesteuert werden. Das funktioniert allerdings nur mit Apple-Geräten, die Bluetooth LE unterstützen - also ab iPhone 4S oder iPad 3 und neuer. Laut Hersteller sollen sich bis zu zehn Avea-Lampen mit einem iOS-Gerät unabhängig voneinander bedienen lassen. Bei dynamischen Stimmungslichtern stimmen sich mehrere Lampen aufeinander ab.

Die Helligkeit der Lampe lässt sich bequem am Handy regulieren. Schaltet man die Lampe über den Schalter aus und wieder ein, leuchtet diese nach dem Einschalten in der zuvor festgelegten Farbe.

Eine weitere Besonderheit der Avea: Die App gibt es auch für die Apple Watch. Damit kann man einzelne Stimmungsmotive direkt vom Handgelenk aus wechseln.

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Lichtwecker mit Macken

Neben den Stimmungsfarben gibt es die Möglichkeit, einen Lichtwecker zu aktivieren. Stellt man den Wecker in der Avea-App auf 7.30 Uhr, beginnt die Lampe um 7.15 Uhr, allmählich die Lichtintensität zu erhöhen. Dadurch soll das Aufwachen erleichtert werden. Zusätzlich wird ein Vogelgezwitscher oder der Lieblingssong abgespielt.

Allerdings kommen die Töne nicht aus der Lampe, sondern aus dem Smartphone - beziehungsweise dem damit verbundenen Gerät. Das sorgte in unserem Test dafür, dass im Schlafzimmer Totenstille herrschte, während im Wohnzimmer der via Bluetooth verbundene Funk-Lautsprecher loszwitscherte. Da hilft nur eins: Funk-Lautsprecher aus, Smartphone entkoppeln oder auf Weckmusik verzichten. Eingebaute Lautsprecher in der Glühbirne würden hier Abhilfe schaffen,  aber auch den Preis nach oben treiben.

Nervig: Der Lichtwecker versagte in unserem Test gelegentlich, wenn die Avea-App nicht die zuletzt geöffnete Anwendung war (Stand: Mai 2015). Dann reagierte die Lampe am nächsten Morgen gar nicht und der normale Wecker des iPhones trötete los. Womöglich kann hier aber mit einem Update nachgeholfen werden.

Fazit

Die Elgato Avea ist ein nettes Stimmungslicht für Menschen, die nicht zu tief ins Portemonnaie greifen möchten. Vor allem in einer Milchglaskugel kommen die Farben gut zur Geltung. Die Einrichtung ist kinderleicht.

Im Vergleich zur teureren Konkurrenz muss man aber auf ein paar Funktionen verzichten. So können in der Avea-App etwa keine eigenen Szenen angelegt werden. Da Avea direkt via Bluetooth mit dem Gerät kommuniziert, ist leider kein Fernzugriff möglich. Und der Lichtwecker hatte in unserem Test noch einige Macken.

Durch die Apple-Watch-Bedienung kommt mit Elgatos Avea ein wenig Smart-Home-Feeling auf. Wer in der Wohnung nur einzelne Farbakzente setzen will, kann mit der Avea nichts falsch machen. Wer dagegen ein umfangreiches Lichtkonzept in den eigenen vier Wänden plant, sollte eher zur teureren Konkurrenz von Philips greifen.

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