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Helmut Dietl wird 60: "Kir Royal" katapultierte ihn in den Fernseh-Olymp

Er liebt gleichermaßen Frauen und Schauspieler: Der mit seinen TV-Serien und Kinofilmen bekannt gewordene deutsche Regisseur Helmut Dietl wird 60.

Mit Serien wie "Monaco Franze" und "Kir Royal" ist Regisseur Helmut Dietl schon früh in den Fernseh-Olymp aufgestiegen. Inzwischen zum Kult geadelt, zählen sie nach rund 20 Jahren immer noch zum Feinsten, was das deutsche Fernsehen zu bieten hat. Schon zehn Jahre zuvor hatte Dietl, der am 22. Juni seinen 60. Geburtstag feiert, mit der Serie "Münchner Geschichten" gezeigt, dass Leben auch im Fernsehen spannend und unterhaltend sein kann.

"Die Dialoge sind gut, der Regisseur ist glänzend - was sollte da schief gehen?", brachte Kabarettist Dieter Hildebrandt die gelungene Mischung aus politischer und gesellschaftlicher Satire bei "Kir Royal" in einem Interview der "Abendzeitung" auf den Punkt. Hildebrandt spielt in der Serie, die Dietl 1985 mit Senta Berger und Franz Xaver Kroetz als Münchner Klatschkolumnist Baby Schimmerlos gedreht hat, den Fotografen Herbie. Dietls Rezept ist dabei so einfach wie genial: Er liebt nach eigenem Bekunden die Schauspieler.

"Meine Filme sind Schauspielerfilme"

"Ich liebe sie so lange und so unerbittlich und so gnadenlos, bis sie gar nimmer anders können, als gut zu sein", verriet der Regisseur im Bayerischen Rundfunk. "Meine Filme sind Schauspielerfilme!" Einem seiner Freunde und Darsteller, dem früh gestorbenen Helmut Fischer, hat Dietl in "Monaco Franze - Der ewige Stenz" ein Denkmal gesetzt. Als Vorstadt-Casanova und gescheiterter Polizist Monaco spielte sich Fischer in der Erfolgsserie nicht nur bei seinem "Spatzl" Ruth-Maria Kubitschek ins Herz.

Liebe zu den Frauen

Doch nicht nur zu den Darstellern, auch zu den Frauen fühlt sich der vier Mal verheiratete Regisseur, Autor und Produzent hingezogen. "Ich hab' Frauen sehr gern und hab's immer wieder versucht." Eine von ihnen machte er sogar zum Leinwandstar: Zehn Jahre lang waren Dietl und Veronica Ferres das Traumpaar auf Filmbällen und in den Gazetten. Filme wie "Schtonk" oder "Rossini" räumten nicht nur die goldenen deutschen Filmbänder ab, sie machten auch Veronica Ferres zum gefragten "Superweib". Nun scheint es mit Tamara Duve etwas ruhiger zuzugehen.

Das Jagdfieber hat nachgelassen

Vor zwei Jahren hat Dietl die Tochter des SPD-Politikers Freimut Duve in Venedig geheiratet. Mit Serafina Marie hat sich auch schon Nachwuchs eingestellt. "Ein gewisses Jagdfieber hat nachgelassen", meint der im oberbayerischen Bad Wiessee geborene, sich aber als Münchner fühlende Regisseur, der gerade in Berlin seinen neuen Film "Vom Suchen und Finden der Liebe" dreht. Dieser Titel könnte auch für Dietls Leben stehen, der die "märchenhaft melodramatisch-romantische Komödie" zusammen mit seinem langjährigen Weggefährten, dem Bestsellerautor Patrick Süskind ("Das Parfum"), geschrieben hat.

Vor einem Jahr bekam Dietl, der seinen Beruf von der Pike auf gelernt hat und 1995 seine Firma Diana Film gründete, für sein Gesamtwerk einen "Blauen Panther" als Ehrenpreis des Bayerischen Fernsehpreises. Dieser Preis mache all seine Pläne zunichte, dem Neugeborenen einen jungen Vater vorzugaukeln, scherzte Dietl bei der Preisverleihung. Die Auszeichnung gebe ihm allerdings Schwung und Kraft für sein zweites Lebenswerk. Den Preis dafür erwarte er in 40 Jahren, meinte der häufig ganz in weiß gekleidete und inzwischen leicht ergraute Filmemacher mit dem großen Herzen.

Hilmar Bahr, DPA / DPA