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"Secret Famous Places" Er spielt Ryan Gosling, sie Emma Stone: Deutsches Paar reist um die Welt, um berühmte Filmszenen nachzustellen

Robin und Judith Lachhein eine Szene aus dem Film "La La Land" mit Ryan Gosling und Emma Stone nach – sieht elegant aus, war aber eine echte Herausforderung
Robin und Judith Lachhein eine Szene aus dem Film "La La Land" mit Ryan Gosling und Emma Stone nach – sieht elegant aus, war aber eine echte Herausforderung

© Secret Famous Places
Auf Instagram inszenieren sich Robin und Judith Lachhein in den ganz großen Rollen: Das Paar reist an die Drehorte von Filmen und Serien und stellt mit akribischer Genauigkeit Szenen nach.

Wenn Judith und Robin Lachhein in Urlaub fahren, dann denken sie meistens an Filme. Denn das Ehepaar aus der Nähe von Frankfurt – seit wenigen Wochen verheiratet – pflegt eine ganz besondere Leidenschaft. Auf ihrem Instagram-Account "Secrect Famous Places" stellen die beiden berühmte Szenen aus Filmen und Serien detailgetreu an den Originalschauplätzen nach. Mittlerweile folgen ihnen mehr als 55.000 Menschen.

Ob "Game of Thrones", "James Bond" oder "Forrest Gump", ob Neuseeland, in den USA oder irgendwo in Europa: Die Lachheins scheuen keine Kosten und Mühen, um die Drehorte aufzuspüren und sich möglichst genauso wie die Filmfiguren zu verkleiden. "Wenn wir ein cooles Motiv haben oder einen Lieblingsfilm, dann schauen wir, ob wir da mal hinfahren", erzählte Judith Lachhein dem stern. "Manchmal gibt es aber auch zuerst das Urlaubsziel."

Von "La La Land" bis "Forrest Gump": Ehepaar imitiert Filmszenen auf Instagram

Akribisch achten Judith und Robin Lachhein darauf, dass bei einem Bild möglichst alle Komponenten mit der Filmszene übereinstimmen: Licht, Tageszeit, Perspektive, Kleidung, Körperhaltung. "Bei Judith ist es oft kompliziert, die richtigen Kostüme zu finden", erklärt Robin Lachhein. "Männer tragen meistens Anzüge."

Besonders schwierig gestaltete sich beispielsweise die Nachstellung der berühmten Tanzszene aus "La La Land": Nachdem das Paar endlich den richtigen Spot im Griffith Park in Los Angeles ausfindig gemacht hatte, erwies sich die Imitation des leidenschaftlichen Tanzes von Ryan Gosling und Emma Stone als gar nicht so einfach. "Es war superschwer, bei dieser Tanzpose nicht umzukippen", erinnert sich Judith Lachhein im Gespräch mit dem stern. Gelohnt hat es sich aber: "Das ist eines unserer Lieblingsbilder", sagt die 32-Jährige. 

Bei "Forrest Gump" wiederum war es das Wetter, das Probleme machte. Robin Lachhein musste die Filmfigur von Tom Hanks auf ihrem dreijährigen Lauf durch die Staaten nachstellen: "Es war unfassbar heiß – und Tom Hanks trägt in dieser Szene ja diese Jacke und ein Käppi. Manchmal denkt man sich, warum zum Teufel stehe ich jetzt hier mit der Winterjacke bei 35 Grad? Aber wenn man das Foto in den Händen hält und wir sehen, dass es genauso aussieht wie das Original – das ist einfach so ein gutes Gefühl."

Über Online-Foren, Reiseführer und Google Maps versuchen sie im Voraus herauszufinden, wo sich die Drehorte befinden. Das ist aber nicht immer möglich. Der genaue Platz lässt sich oft erst vor Ort herauszufinden – mal nach stundenlangen Wanderungen, mal durch hartnäckiges Herumfragen. "Viele Anwohner:innen geben uns Tipps, wo es sein könnte. Die versuchen uns ihre Stadt zu erklären, weil sie auch stolz darauf sind, welche Filme oder Serien bei ihnen gedreht wurden", erklärt Robin Lachhein. Und manchmal wirken sogar Anwohner:innen oder andere Tourist:innen spontan bei den Fotos mit – wie bei "Forrest Gump".

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Sogar Hollywood-Stars sind begeistert

Begonnen hat das Projekt in Prag: Dort imitierte das Paar Tom Cruise in "Mission: Impossible". Die Szene ist allerdings noch nicht auf Instagram zu sehen, sondern nur im heimischen Wohnzimmer der beiden, wo sie zunächst ihre Filmbilder aufhängten – weil Besucher aber so begeistert darauf reagierten, eröffneten sie 2018 einen eigenen Instagram-Account.

Im Internet ist die Resonanz nicht weniger groß, ganz im Gegenteil. Sogar einige Hollywood-Stars sind schon auf "Secret Famous Places" aufmerksam geworden, Schauspieler:innen wie die Oscar-Preisträgerin Hilary Swank ("Million Dollar Baby", "P.S. Ich liebe Dich") oder Tom Cullen haben schon unter ihren Bildern kommentiert.

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Geld verdient das Paar mit seinem Projekt (noch) nicht, beide arbeiten in ihren Hauptberufen: Robin in der Automobilbranche, Judith als Journalistin. An die Drehorte reisen sie in ihrem Urlaub und auf eigene Kosten. "Bisher machen wir das als Hobby", sagt Robin Lachhein.

Dennoch haben die beiden Filmeliebhaber mit ihrem Projekt Ziele und Träume: Judith Lachhein würde gern mal eine Szene aus der Serie "How I Met Your Mother nachstellen" – und Robin träumt davon, einmal ein Foto zu schießen, bei dem auch Originalschauspieler mitwirken.

Mehr Bilder und Informationen zu den Drehorten gibt es auf Instagram bei "Secret Famous Places".

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