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Nach Missbrauchsvorwürfen: Nur 126 Dollar eingespielt: Kevin-Spacey-Film floppt an der Kinokasse

In den USA ist erstmals seit dem Bekanntwerden der Missbrauchsvorwürfe ein neuer Kino-Film mit Kevin Spacey gestartet. Doch niemand will den gefallenen Hollywoodstar sehen.

Bild aus fröhlicheren Tagen: Kevin Spacey bei den Tony Awards im Juni 2017

Bild aus fröhlicheren Tagen: Kevin Spacey bei den Tony Awards im Juni 2017

AFP

Die Missbrauchsvorwürfe gegen Kevin Spacey haben den Hollywoodstar zur Persona non Grata werden lassen. Netflix hat den Hauptdarsteller der gefeierten Politserie "House of Cards" entlassen und führt die Serie ohne ihn zu Ende. Ridley Scott schnitt Spacey aus seinem bereits abgedrehten Spielfilm "Alles Geld der Welt" wieder heraus.

Nun ist erstmals seit Bekanntwerden der Vorwürfe sexueller Belästigung wieder ein Film mit Kevin Spacey im Kino angelaufen - allerdings praktisch ohne Publikum. Wie der "Hollywood Reporter" berichtet, spielte das Crime-Drama "Billionaire Boys Club", in dem Spacey eine Nebenrolle hat, am Eröffnungstag lediglich 126 US-Dollar ein. Ja, wirklich: Hundertsechsundzwanzig, nicht etwa 126.000 Dollar.

Kevin Spacey nur in zehn Kinos zu sehen

Allerdings hatte die Produktionsfirma Vertical Entertainment den Streifen auch reichlich verschämt in lediglich zehn Kinos starten lassen - was nichts daran ändert, dass jedes Kino am Freitagabend im Schnitt nur 12,60 Dollar mit dem Film einspielte. Dies entspreche noch nicht einmal zwei Tickets je Vorstellung, rechnet der Hollywoodreporter vor. Den höchsten Erlös gab es mit 45 Dollar in Middletown, Connecticut. Hier verirrten sich also etwa fünf Menschen ins Kino. Metropolen wie New York und Los Angeles hatten die Verleiher gleich komplett gemieden.

Der Film mit Ansel Elgort ("Baby Driver") und Taron Edgerton ("Kingsman: The Secret Service") in den Hauptrollen war bereits vor dem Öffentlichwerden des Missbrauchsskandals abgedreht worden. In den weiteren Nebenrollen spielen Emma Roberts, Jeremy Irvine, Cary Elwes, Judd Nelson und Billie Lourd. Spacey spielt den Betrüger Ron Levin, eine historische Figur aus dem Los Angeles der 1980er Jahre.

Der Verleiher Vertical Entertainment entschied sich nun dafür, das Crime-Drama trotz Spaceys Beteiligung doch noch in die Kinos zu bringen. "Wir hoffen, dass die erschreckenden Vorwürfe gegen das Verhalten einer Person - die nicht bekannt waren, als der Film vor zweieinhalb Jahren gemacht wurde und die jemanden betreffen, der nur eine kleine Nebenrolle in "Billionaire Boys Club" hat - nicht das Erscheinen des Films trüben", erklärte Vertical Entertainment laut Hollywoodreporter. An diese Worte hat die Firma aber wohl selbst nicht geglaubt. Vor dem Mini-Start in einer Handvoll Kinos hatte sie den Film bereits als Video-on-Demand veröffentlicht. 

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bak
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