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Kinostart "I'm still here": Wie Phoenix aus der Asche

Im Herbst 2008 ließ Joaquin Phoenix die Bombe platzen: Er wolle von nun an keine Filme mehr drehen, sondern als Rapper das Musikbusiness aufmischen. Was folgte, war ein fast beispielloser Absturz. Casey Affleck war mit der Kamera dabei.

Kinotrailer: "I'm Still Here"

Im Herbst 2008 verkündet der US-Darsteller und Golden-Globe-Preisträger Joaquin Phoenix ("Gladiator") völlig überraschend, dass er von nun an keine Filme mehr machen möchte. Stattdessen wolle er von nun an Karriere als Rapper machen. Schauspieler Casey Affleck ("Gone Baby Gone") dokumentiert in seinem Regie-Debüt, was Phoenix nach seinem Abschied vom Film widerfährt: Live-Auftritte, die in die Hose gehen, Treffen mit verdutzten Stars wie P. Diddy, Prügeleien, zunehmende Verwahrlosung.

Allerdings: Affleck und Phoenix haben all den Ausstieg und seine Folgen nur inszeniert. Trotzdem ist "I'm Still Here" mehr als nur ein unterhaltsamer PR-Gag: Der Film stellt Fragen nach der Authentizität von Hollywood, nach den Mechanismen, mit denen dort "Identität" konstruiert wird. Nicht zuletzt steckt in der Fake-Doku auch Kritik. Kritik an sensationssüchtigen Medien, einer von "Stars" besessenen Öffentlichkeit, die sich nur allzu gern von ihren Helden an der Nase herumführen lässt. Um oftmals den Menschen hinter der Star-Persona zu übersehen. Im US-Fernsehen hat Phoenix erklärt, man habe einen Film machen wollen, der das Verhältnis zwischen "den Medien, den Konsumenten und den celebrities" untersucht.

Abgesehen von allen Intentionen zeigt der 36-Jährige mit seinem Kino-Streich, dass er noch immer zu den stärksten Hollywood-Mimen gehört. Und lässt den Filmfreund erleichtertt aufatmen, dass Phoenix wieder zurück aus der Asche aufgestiegen ist.

jwi/DPA / DPA
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