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Max Riemelt: "Es gab auch schöne Momente"

In dem Kinofilm "Der Rote Kakadu" spielt Max Riemelt einen Rock'n'Roll-Fan kurz vor dem Mauerbau. Mit dem stern sprach der Schauspieler über Lebensziele und sein Verhältnis zur DDR.

Herr Riemelt, Sie haben die DDR kaum noch miterlebt. Haben Sie mit Verwandten geredet, um sich auf Ihre Rolle in "Der Rote Kakadu" vorzubereiten?

Es war immer Thema in der Verwandtschaft, wie der Alltag in der DDR geprägt war. Über die Nachkriegszeit wusste ich fast gar nichts. Ich hatte keine Vorstellung, wie das früher ausgesehen hat, wie die Leute ausgesehen haben, wie sie sich unterhalten haben.

Wie ist Ihr Verhältnis zur DDR gewesen? Denken Sie gerne an die Zeit zurück?

Es ist ziemlich verblasst. Es war nicht gut, es war nicht schlecht, es war einfach meine Kindheit, und ich hatte keine Sorgen.

Ist die DDR überhaupt ein Thema, das Sie noch interessiert?

Das beschäftigt mich immer wieder, ich werde oft darauf angesprochen. Meine Freundin kommt aus dem Westen. Sie hat die Vorstellung, die Leute hätten dort total gelitten. Das zu berichtigen ist Überzeugungsarbeit. Ich habe mit meiner Mutter darüber gesprochen, die Menschen in der DDR hatten einen ganz normalen Alltag. Die haben sich ja nicht ständig mit anderen verglichen. Es war vielleicht ein bisschen extremer, wenn sie mit dem System, dem Gesetz in Konflikt gekommen sind. Und wenn es um die Zukunft ging, war man schon sehr abhängig vom Staat. Aber die Menschen haben nicht nur darüber nachgedacht, es gab auch schöne Momente.

Der von Ihnen gespielte Siggi entwickelt einen starken Freiheitsdrang. Können Sie das nachvollziehen?

Wenn man an Grenzen stößt und einem gesagt wird, was richtig und falsch ist, oder wenn man ohne Grund eingesperrt wird - das bringt einen schon zum Nachdenken. Es war ganz klar, dass sich Siggi die Frage stellen muss: Kann ich so weiterleben oder nicht?

Siggi vereint zwei unterschiedliche Seiten in sich. Auf der einen Seite ist er zielstrebig, auf der anderen Seite hat er viele Momente von Unsicherheit. Wie würden Sie ihn beschreiben?

Das bin auch ich ein bisschen, das trägt jeder in sich beim Erwachsenwerden. Die Figur ist sehr komplex, sie war sogar noch komplexer. Denn ursprünglich war der Film drei Stunden lang, da war noch viel mehr drin.

Trifft Siggis Satz "Ich lebe so neben mir her" auch auf Sie zu?

Das ist nicht falsch. Ich beobachte mich manchmal von außen. Manchmal glaubt man gar nicht, was aus einem raus kommt, wozu man fähig ist.

Wie wichtig war die Musik für den Film?

Die war ein starker Einfluss. Das war eine ganz tolle Atmosphäre. Ich war nie so ein Rock'n'Roll-Fan, aber in diesen Mittagspausen hatten wir eine Live-Band und Tänzer, die haben gespielt und getanzt. Das hat viel Spaß gemacht.

Regisseur Dominik Graf hat davon gesprochen, dass immer noch eine große Kluft zwischen Ost und West besteht. Wodurch könnte der Film zu mehr Verständnis beitragen?

Wenn man neutral und unbelastet ins Kino kann, ist es die Atmosphäre. Die Normalität der Leute, dieser Alltag, wie sie mit der Problematik umgehen, wie sie ihr Leben leben und was sie daraus machen. Das ist ein Aspekt, den man nicht in der Schule lernt.

Das Interesse an Ihrer Person ist erst nach dem Film "Napola" entstanden. Was ist seitdem passiert? Sind Sie als Schauspieler angekommen?

Nein, ich fühle mich noch nicht komplett. Ich stelle mir oft die Frage, ob es richtig ist, was ich mache, ob es Spaß macht oder nicht. Ich weiß es noch nicht so wirklich.

Was lässt Sie zweifeln, dass die Schauspielerei für Sie das Richtige ist?

Ich bin schon so lange dabei, mein Abitur nachzuholen und kriege es nicht auf die Reihe, weil es mich doch sehr reizt, Filme zu machen. Jetzt denke ich darüber nach, ob das nicht zu viel ist, was ich mache. Ob ich dem gerecht werde. Es existieren so viele Schauspieler mit viel Potenzial in Deutschland, die auch das Recht dazu hätten, Filme zu machen. Vielleicht fühle ich mich noch nicht komplett genug, um das zu machen.

Was könnte die Alternative sein?

Ich stelle mir ein Abenteuer vor. Vielleicht erstmal reisen und sehen, was es noch so gibt. Neuseeland interessiert mich am meisten.

Sie haben schon mehrere Nachwuchspreise bekommen. Wann bekommen Sie Preise ohne das Präfix "Nachwuchs"?

Erst mit "Napola" wurde ich richtig ernst genommen. Und dadurch, dass es mein Kinodebüt als Hauptdarsteller war, galt ich als Newcomer. Wenn ich noch zwei, drei Filme mache, dann könnte es zu etwas anderem reichen. Ich kann aber auch an Preisen nichts wirklich messen, weil ich nicht weiß, welche Motive dahinter stehen.

Interview: Carsten Heidböhmer
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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(