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Megan Fox - Karriere eines Sexsymbols: Die beste Schlampe von allen

In ihrem neuen Film "Jennifer's Body" spielt Hollywoodstar Megan Fox eine Männerfresserin. Na, das passt doch: Die ganze Welt hält die 23-Jährige für Sex auf Beinen. Und Fox selbst spielt eifrig mit ihrem Image. Mal sehen, ob das gut geht.

Von Sophie Albers

Hätte jemand Marilyn Monroe gefragt, ob ihre Sexsymbol-Karriere sie glücklich mache, vielleicht würde die Überblondine noch leben. Jedes Jahr schluckt, verdaut und spuckt Hollywood neues Material für feuchte Träume auf den Markt. Um sich täglich daran zu erinnern, wie das enden kann, hat sich die amtierende Königin aller Erotik-Rankings, Megan Fox, ein Porträt der Monroe auf den fragilen Unterarm tätowieren lassen. Und im Jahr 47 nach deren Selbstmord verschreckt Fox nun das Publikum als postfeministische Männerfantasie in dem Horrorstreifen "Jennifer's Body".

Gerade mal zwei Jahre hat die fleischgewordene Comic-Traumfrau gebraucht, um auf der Aufmerksamkeitsleiter ganz oben zu stehen und dafür genauso inbrünstig geliebt wie gehasst zu werden. Die Schauspielerin war schon Bildschirmschoner, Handybildchen, Einschlaf- und Aufwachhilfe, als ihre Filmografie noch keine einzige Hauptrolle zu bieten hatte. Würde man die Fotos aneinanderreihen, auf denen Fox streckenweise Männermagazine schmückt, ergäbe das wahrscheinlich mehr Filmminuten, als sie 2007 in "Transformers" sprechen durfte. Der Film, in dem sie sich im knappen Leibchen nicht nur über einem Automotor hängte, sondern ihn auch gleich reparierte. Der Auftritt, der ihr einen Eintrag in die "Hottest"-Liste des Magazins "Maxim" einbrachte. Die restlichen Sexy-Rankings folgten spätestens, nachdem sich das Mädchen aus Tennessee zwei Jahre später in "Transformers 2" ein Motorrad zwischen die Hotpants-Beine klemmte und hingebungsvoll den Tank polierte. Megan ist, was Männer wollen. Das weiß sie selbst am besten.

Sexsüchtig, unterbelichtet, abgeklärt

Angeblich schon im Alter von fünf Jahren beschloss Klein-Megan, dass sie Schauspielerin werden wolle. Also nahm das Mädchen vom Lande Unterricht, ließ keinen Talentwettbewerb aus, wurde Model. Dann zog sie mit ihrer Mutter nach Los Angeles, und es gab erste Rollenangebote. In der Serie "Two and a half Men" putzte Fox im Bikini ein Fenster. In der Lindsay-Lohan-Komödie "Geständnisse einer Highschool Diva" durfte sie ein dummer Teenager sein, allerdings in Mini und Highheels. Dann kam auch schon "Transformers". Der Weg war steil, kurz und gut geölt mit Interviews, die die Maschine am Laufen halten. In denen sich Megan mal sexsüchtig, mal hilflos, abgeklärt, unterbelichtet, rebellisch, gelangweilt, überfordert oder als schüchternes Ding kurz vor dem Autismus gibt. Angelina Jolie hat diese Kür auf dem Showbiz-Eis zu Beginn ihrer Karriere mit Geschichten von Messerspielchen im Bett gemeistert.

Ein Vergleich mit der vom Sexsymbol zur Übermama mutierten Jolie ist übrigens - auch wenn er wegen der Ähnlichkeit bei Haaren, Augen und Tattoos nahe liegt - falsch. Er zeigt nur, dass ein Sexsymbol im 21. Jahrhundert mehr bieten muss als eine kurvige Abfahrt. Unschuld ist out - sie hat Britney Spears fast das Leben gekostet. Aber auch ordinäre Eindeutigkeit - was macht eigentlich... Pamela Anderson? Dummheit ist out - was macht eigentlich... Carmen Electra? Aber auch das verzweifelte Verweisen auf die eigene Intellektualität - Scarlett Johansson wirkt mittlerweile einfach nur überspannt. Oder wie Megan Fox es formuliert: "Ich bin nicht Schauspielerin geworden, damit man mich für meine Schach-Künste bewundert."

Ein hübscher Freddy Krüger

Sei es Glück, Instinkt oder Street-Smartness: Mit ihren gerade mal 23 Jahren schlägt Megan Fox Haken, die so verwirrend sind wie der Blick in ihre Bergsee-blauen Augen. Neuester Streich ist der großartig subversive Film "Jennifer's Body". Der Highschool-Horror-Spaß macht nicht nur Männern Angst, sondern offensichtlich auch Hollywood. In Deutschland fand Werbung gar nicht erst statt.

In "Jennifer's Body" spielt Megan Fox ebenjenen feuchten Traum, die größtmögliche Versuchung, Sex auf Beinen. Doch dann wird das perfekte Mädchen plötzlich böse und frisst Jungs. Sie labt sich am Leiden, bevor sie in Eingeweiden wühlt. Und am Ende kommt auch noch heraus, dass der pervertierte Wille zum Ruhm Schuld daran ist, dass aus dem Männerspielzeug ein hübscher Freddy Krüger geworden ist.

Als Autorin Diablo Cody in "Juno" frech und liebevoll eine Teenagerschwangerschaft beschrieb, bekam sie dafür den Drehbuch-Oscar. Für "Jennifer's Body", der dem traditionellen Horror-Macht-Gefüge den Mittelfinger zeigt, setzt es Prügel. Und die bekommt zu gleichen Teilen auch Megan Fox zu spüren. Plötzlich werden weniger ihre Sex-Beichten und Ausschnitttiefen zitiert, als ihre Kritik am System, die sie immer wieder in Interviews streut: dass Filmstars Prostituierte seien, dass Hollywood seine Kinder fresse, dass sie selbst als Produkt mit Brüsten vermarktet werde. Dass sie damit aber kein Problem habe, denn "ich will einfach nur arbeiten. Ich habe auch nicht die Wahl, etwas anderes zu machen. Ich habe keinen tollen Schulabschluss vorzuweisen", so ihre pragmatische Einschätzung.

Wie Gabriele Pauli

Sie habe die Hand gebissen, die sie füttere, heißt es in einschlägigen Promi-Blogs, die sich bereits ans Abschreiben des Sexsymbols machen. Was allerdings nicht so einfach sein dürfte, denn Megan Fox hat sich schon etabliert. Demnächst ist sie in dem Western "Jonah Hex" neben Josh Brolin zu sehen, und Armani hat sie als Ablösung für Victoria Beckham engagiert.

Tatsächlich kommt es nun ganz allein auf Megan Fox an, die am gleichen Punkt steht wie einst die Ex-CSU-Politikerin Gabriele Pauli. Hätte die nach der Latex-Handschuh-Nummer gute Arbeit abgeliefert, wären die Aufreger-Fotos als Schmeichelei im Archiv verschwunden. Doch so sind sie eben eine Lachnummer.

Zum Glück hat Megan Fox noch ein weiteres Tattoo, das sie am Boden halten soll: Das Shakespeare-Zitat "We will all laugh at gilded butterflies" hat sie sich in die Schulter stechen lassen. "Wir werden alle über vergoldete Schmetterlinge lachen". Denn das ist doch alles nur "ein großes Spiel", wie die Schauspielerin auch einmal sagte.

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