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Michael Moore: Schwarze Liste gegen "Fahrenheit 9/11"

Erzkonservative Mitglieder der Republikanischen Partei haben in den USA zu einem Boykott des Bush-kritischen Dokumentarfilms "Fahrenheit 9/11" aufgerufen.

"Fahrenheit 9/11" sollte "als Rekrutierungs-Video für El Kaida, aber nicht in unseren Kinos gezeigt werden", heißt es in dem Boykottaufruf der Organisation "Move America Forward", hinter der besonders konservative Mitglieder und Sympathisanten der Republikanischen Partei stehen. "Verhindert, dass Michael Moore mit seinen Angriffen auf Amerika und unser Militär Profit macht!" Zugleich forderten sie Amerikaner dazu auf, die rund 1000 Kinos, in denen Michael Moores Film in der kommenden Woche anlaufen soll, mit Protesten zu überfluten.

Schwarze Liste

Nach Angaben aus Branchenkreisen vom Mittwoch haben US-Kinoketten nach dem zu Wochenbeginn im Internet veröffentlichten Boykottaufruf Protest-Mails und -Anrufe erhalten. Über die Größenordnung solcher Proteste gab es zunächst keine zuverlässigen Angaben. Wie auf einer schwarzen Liste sind auf der Webpage der Boykott-Aufrufer alle Verleiher und Kinos angegeben, die den Moore-Film zeigen wollen.

Hinter "Move America Forward" stehen mit Howard Kaloogian, Sal Russo und Melanie Morgan erfahrene Kampagnenorganisatoren. Im letzten Jahr mobilisierten sie in Kalifornien Hunderttausende gegen den demokratischen Gouverneur Gray Davis und für dessen am Ende erfolgreichen Herausforderer Arnold Schwarzenegger.

Altersfreigabe

Derweil gehen nach Angaben des Fachblatts "The Hollywood Reporter" die Auseinandersetzungen über die Altersfreigabe für "Fahrenheit 9/11" weiter. Die zuständige US-Filmvereinigung MPAA hatte festgelegt, dass Zuschauer mindestens 17 Jahre alt sein müssen, weil der Streifen unter anderem reale Gewaltszenen aus dem Irak-Krieg zeigt.

"Wir tun alles dafür, dass so viele Menschen wie möglich, diesen Film sehen können", sagte der Rechtsanwalt und frühere demokratische Gouverneur des Bundesstaates New York Mario Cuomo. Er vertritt den Berufungsantrag Moores und der Filmverleiher Lions Gate und IFC gegen die Altersbeschränkung durch die Filmvereinigung.

Wahlaufruf

Michael Moore möchte mit seiner neuen Dokumentation „Fahrenheit 9/11“ mehr Amerikaner zum Wählen bewegen. Wenn sein Film nur einen Zuschauer zur Beteiligung an der Präsidentenwahl im November bewege, sei er "sehr glücklich", sagte Moore bei der US-Premiere in New York. Nichtwähler sollten lieber mitentscheiden statt nur Beobachter der Wahl zu bleiben. "Vielleicht bin ich ja verrückt, aber ich bin sehr optimistisch, dass wir unser Land sehr bald zurückbekommen", fügte Moore hinzu.

Bei der Premiere im Ziegfeld-Kino waren Stars wie Richard Gere, Leonardo DiCaprio, Glenn Close und Lennon-Witwe Yoko Ono anwesend. Moores Film erhielt im Mai die "Goldene Palme" der Festspiele in Cannes

DPA / DPA