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Neu im Kino: Raser, Soldaten und ein Mädchen auf dem Weg zu Gott

Gestorben wird im Kino diese Woche auf unterschiedlichste Weise: am Steuer von Rennwagen, im Feuer der Taliban oder aus pubertärem Religionswahn. Nur ein Hundertjähriger lässt sich nicht unterkriegen.

Von Patrick Heidmann und Nicky Wong

"Need For Speed"

Kinotrailer: "Need For Speed"

Wen Sie kennen könnten: die Darsteller Aaron Paul ("Breaking Bad"), Dominic Cooper ("Mamma Mia!") und Michael Keaton ("Batman")

Die Geschichte in einem Satz:

Nachdem sein Kumpel bei einem illegalen Straßenrennen ums Leben gekommen ist, muss Tobey zu Unrecht in den Knast, doch als er wieder entlassen wird, bietet sich hinterm Steuer bald die Chance auf Rache an seinem Erzrivalen Dino sowie einen stattlichen Gewinn zur Existenzsicherung

Geschwister im Kinoversum:

"Fast & Furious 6"

Warum Sie den Film sehen sollten:

Keine Frage: das Drehbuch mit seinen platten Dialogen hätte noch einiges an Feintuning vertragen. Und wie leichtfertig hier über die zahllosen Opfer der waghalsigen Rennen hinweggegangen wird, kann einen erschrecken. Aber die Stuntszenen dieser Computerspiel-Verfilmung sind schon verdammt gut (und fast gänzlich ohne CGI-Hilfe) gemacht. Und Aaron Paul ist zum Glück auch jenseits von "Breaking Bad" sehenswert.

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"Lone Survivor"

Kinotrailer: "Lone Survivor"

Wen Sie kennen könnten: die Darsteller Mark Wahlberg ("The Fighter"), Emile Hirsch ("Into the Wild"), Taylor Kitsch ("Battleship"), Ben Foster ("Todeszug nach Yuma") und Eric Bana ("Troja")

Die Geschichte in einem Satz:

Als bei einem Afghanistan-Einsatz das Versteck der Elite-Soldaten um Scharfschütze Marcus Luttrell auffliegt, sehen sich die Männer dem Feuer von einer Übermacht an Taliban gegenüber, in dem Überleben ein Ding der Unmöglichkeit zu sein scheint.

Geschwister im Kinoversum:

"Act of Valor"

Warum Sie den Film nicht sehen sollten:

Es ist nicht so, dass Peter Berg keine Action inszenieren könnte. Im Gegenteil: aufwändige Szenen mit vielen militärischen Gerätschaften, Feuergefechten und ähnlichem Schnickschnack sind sogar seine Spezialität. Das Problem ist nur, dass er das ganze Drumherum immer mit derart viel Pathos und Patriotismus in Szene setzt, dass man es kaum ertragen kann. In diesem Fall (einer wahren Geschichte) noch viel weniger als sonst.

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"Kreuzweg"

Kinotrailer: "Kreuzweg"

Wen Sie kennen könnten: die Darsteller Franziska Weisz ("Der Räuber") und Florian Stetter ("Sophie Scholl - Die letzten Tage")

Die Geschichte in einem Satz:

In der süddeutschen Provinz wächst die 14-jährige Maria nicht nur in einer streng katholischen Familie, sondern auch im Umfeld der traditionalistischen Priesterbruderschaft Pius XII. auf, wo sie derart in die Zwickmühle aus Pubertät und Religion gerät, dass sie beschließt, ihr Leben im wahrsten Sinne des Wortes Gott zu opfern.

Geschwister im Kinoversum:

"Requiem"

Warum Sie den Film sehen sollten:

Schon mit seinen ersten beiden Filmen "Renn, wenn du kannst" und "Drei Zimmer, Küche, Bad" hat sich Dietrich Brüggemann (zusammen mit seiner Schwester Anna als Ko-Autorin) als spannendster junger Regisseur des deutschen Kinos etabliert. Mit "Kreuzweg" untermauert er diesen Ruf eindrücklich - und schlägt eine neue, bitterernste Richtung ein. Stilistisch ist der am Leidensweg Christi orientierte Film gnadenlos konsequent (14 Kapitel, 14 Einstellung, keine Kamerabewegung), thematisch erschütternd und darstellerisch grandios. Nur mit dem Ende tut er sich keinen Gefallen.

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"Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand"

Kinotrailer: "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand"

Wen Sie kennen könnten: falls Sie aus Schweden kommen sicherlich Hauptdarsteller Robert Gustafsson, der schon als witzigster Mann Skandinaviens bezeichnet wurde

Die Geschichte in einem Satz:

Pünktlich zu seinem 100. Geburtstag macht sich der Sprengstoff-Liebhaber Allan Karlsson ziellos aus dem Altersheim davon, hat bald eher zufällig einen gewaltbereiten Neonazi an den Fersen und stolpert unbedarft von einem Abenteuer ins nächste, genauso wie er es - zwischen Weltenlenkern wie Franco oder Stalin - sein Leben lang getan hat.

Geschwister im Kinoversum:

"Forrest Gump"

Warum Sie den Film sehen sollten:

Die schwedische Romanvorlage war ein weltweiter Bestseller und strotzt nur so vor absurden Einfällen und kuriosen Situationen. Als Film wirkt der (in Rückblenden erzählte) Schweinsgalopp durch eine alternative Geschichte des 20. Jahrhunderts stellenweise arg albern, was vielleicht auch an der Maske des Hauptdarstellers liegt. Insgesamt aber macht die Komödie verdammt viel Spaß, was unter anderem an Albert Einsteins tumbem Bruder Herbert liegt!

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"Journey To Jah"

Kinotrailer: "Journey To Jah"

Wen Sie kennen könnten: Reggae-Sänger Gentleman

Die Geschichte in einem Satz:

Die Dokumentarfilmer Noel Dernesch und Moritz Springer begleiten mit Gentleman und dem Italiener Alborosie zwei weiße Reggae-Stars nach Jamaika auf eine Suche nach gelebten Utopien und Authentizität abseits des europäischen Mainstream-Konsums.

Geschwister im Kinoversum:

"Rocksteady - The Roots of Reggae"

Warum Sie den Film sehen sollten:

Interviews mit Gentleman und seinem italienischen Kollegen sind nur ein Teil dieser ebenso mitreißenden wie komplexen Dokumentation, die nicht nur deren Fans interessieren dürfte. Auch über Reggae an sich und nicht zuletzt über Jamaika erfährt man in allen Licht- und Schattenseiten mehr als in vielen vergleichbaren Filmen. Sehenswert!

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Patrick Heidmann