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Autobahn: Richtgeschwindigkeit - darum sind die Raser vor Gericht immer schuld

Auf deutschen Autobahnen darf man so schnell fahren, wie man will. Daran glauben vielen Gasfuß-Piloten. Aber wenn es zu einem Unfall kommt, sind sie dran.


Wenn es knallt, wird eine hohe Geschwindigkeit zum Problem.

Wenn es knallt, wird eine hohe Geschwindigkeit zum Problem.

Eigentlich kann man auf deutschen Autobahnen beliebig schnell fahren. Eigentlich, denn meistens ist die Geschwindigkeit durch spezielle Schilder doch limitiert oder aber der Verkehrsfluss lässt schnelles Fahren nicht zu. 

Doch viele Autofahrer denken nicht daran, dass sie rechtlich in einer Grauzone unterwegs sind. Denn überall gilt die sogenannte Richtgeschwindigkeit und die ist weit mehr als eine bloße Empfehlung. Die Richtgeschwindigkeit gibt an, mit welchem Tempo man auf der Autobahn rechnen muss. Und das sind nicht 220 km/h, sondern nur 130 km/h.

Richtgeschwindigkeit ist kein Papiertiger

Im Falle eines Unfalles mit mehr als Tempo 130 droht dem Fahrer immer eine Mithaftung. Die Beweislast liegt im Falle eines Unfalls beim Schnellfahrer: Er muss nachweisen, dass der Unfall auch dann passiert wäre, wenn er sich an die Richtgeschwindigkeit gehalten hätte.

Typischer Fall: Ein Fahrer möchte links schnell vorbei. Nun zieht vor ihm ein anderer Fahrer - seine Geschwindigkeit beträgt 120 km/h - auch nach links rüber, der erste Fahrer kann nicht mehr bremsen. Es kommt zum Unfall. Mit Tempo 130 wäre das sicher nicht passiert. Der erste Fahrer haftet. Nach gängiger Rechtsauffassung hat er automatisch einen Teil der Schuld - im Einzelfall auch schnell die ganze. Etwa wenn der Spurwechsel seine Absicht korrekt und rechtzeitig mit dem Blinker angezeigt hat.


40 Prozent drohen immer

In der Rechtsprechung ist das sattsam bekannt, nur in die Köpfe der Autofahrer dringt dieser Umstand kaum ein. Ein Beispiel: Ein Autofahrer war im März 2011 auf einem Autobahnabschnitt ohne Tempolimit unterwegs. Er fuhr mit beachtlichen 200 km/h. Dann wechselte ein anderes Fahrzeug beim Auffahren auf die Autobahn unmittelbar von der Einfädelspur abrupt auf die Überholspur, um einen weiteren Wagen zu überholen. Dabei kam es zu einem Unfall. 

Das Oberlandesgericht Koblenz hat entschieden, dass der Einfädler 40 Prozent seines Schadens ersetzt bekomme. Und dies, obwohl er grob verkehrswidrig gehandelt hat.

In der Begründung führte das Gericht aus, wer die Richtgeschwindigkeit so deutlich überschreite, verringere den Spielraum zur Vermeidung eines Unfalles praktisch auf null.

Mit Tempo 130 km/h hätte eine einfache Bremsung den Unfall verhindert. 

In dieser Situation musste der Raser 40 Prozent des Schadens tragen. Aber selbst bei einer Überschreitung von nur 20 km/h bekam ein sonst vollkommen schuldloser Fahrer vom OLG Hamm 25 Prozent der Schuld zugewiesen.

Schlimme Folgen bei Invalidität

Kommt es zu einem Unfall, bei dem der langsamere Fahrer nicht so grob verkehrswidrig handelt oder sich die Schuldfrage nicht klären lässt, ist der Raser schnell bei 100 Prozent. Solange es um reine Sachschäden geht, sind diese Schuld-Quoten nur für die beteiligten Versicherungen wichtig. Für die Fahrer sind die Folgen überschaubar. Sie müssen mit einer Höherstufung bei der Assekuranz rechnen. 

Doch sobald bleibende körperliche Schäden entstehen, werden Schmerzensgeld, Ansprüche auf Behandlung jenseits der kassenärztlichen Leistungen, Pflegekosten und eventuelle Rentenzahlungen auch entsprechend gekürzt. Und das sind dann wirklich schmerzhafte Konsequenzen für einen Moment des schnellen Vorankommens.

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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.